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Ehemalige Heimkinder: „Jetzt reden wir!“

7. April 2010

In den vergangenen Wochen wurde viel über sexuellen Missbrauch und Prügelstrafen in kirchlichen Heimen und Internaten gesprochen. Nun melden sich die Betroffenen selbst zu Wort: Am 15. April wollen sie mit einer Demonstration in Berlin auf ihre Anliegen aufmerksam machen. Der Tag der Demonstration ist nicht zufällig gewählt, denn just an diesem 15. April werden die Vertreter des „Runden Tischs Heimerziehung“ in Berlin wieder zusammentreffen. Nach den Erfahrungen der letzten Monate haben sich die ehemaligen Heimkinder dazu entschlossen, den Weg der offenen Konfrontation zu gehen. Dies belegt auch ein Blick auf die Website zur Demo http://www.jetzt-reden-wir.org, die nicht nur mit kämpferischen Aussagen, sondern auch mit provokativen Karikaturen aufwartet.

„Es ist an der Zeit, Klartext zu reden!“, erklärt die Vorsitzende des Vereins ehemaliger Heimkinder, Monika Tschapek-Güntner. „Über Jahrzehnte hinweg wurden die Verbrechen an uns geleugnet oder verharmlost. Das muss ein Ende haben! Wir werden kein Blatt mehr vor den Mund nehmen, auch wenn das einigen Vertretern von Staat und Kirche nicht gefallen wird!“ Mit der Berliner Demonstration, die mit einer Abschlusskundgebung vor dem Brandenburger Tor enden wird, verfolgen die ehemaligen Heimkinder nicht nur das Ziel, auf erlittenes Unrecht in der Vergangenheit hinzuweisen. Ebenso wichtig ist ihnen, zu verhindern, dass derartiges Unrecht wieder geschieht. Hierbei hoffen sie auf breite gesellschaftliche Unterstützung: „Unsere Forderung lautet: Nie wieder Missbrauch in Heimen und Internaten! Nie wieder schwarze Pädagogik!“

Die gbs (giordano-bruno stiftung. Anm. Syndikalismus.tk) ruft alle freigeistig denkenden Menschen dazu auf, die Anliegen der ehemaligen Heimkinder zu unterstützen! Sofern Sie können, demonstrieren Sie mit am 15. April in Berlin!

Link: http://www.jetzt-reden-wir.org/

20 Kommentare leave one →
  1. 7. April 2010 13:40

    Die Geistlichen quälen ihre Opfer vor den Gerichten weiter.

  2. Friedrich Kollermann permalink
    7. April 2010 13:56

    Immer neue Missbrauchsfälle: Eine Chronologie
    Bischofskonferenz schwieg lange

    Vor Wochen wurden Missbrauchsfälle an einer Berliner Jesuitenschule erstmals publik – seitdem gibt es ständig neue Vorwürfe. Die lange Liste der Missbrauchsfälle und das lange Schweigen der Kirche: ein Überblick.

    * Mitte Januar: Der Leiter des Berliner Canisius-Kollegs, Pater Klaus Mertes, informiert rund 500 Schüler der „potenziell betroffenen“ Abiturjahrgänge 1975 bis 1983 per Brief über mögliche Missbrauchsfälle an der renommierten Jesuitenschule. Er entschuldigt sich für „ein Wegschauen“ im Lehrerkollegium und im Orden und ruft Betroffene auf, sich zu melden.
    * 29. Januar: Mertes räumt auf einer Pressekonferenz sieben bisher bekannte Missbrauchsfälle ein. Als Täter werden zwei Patres genannt. Die Berliner Staatsanwaltschaft übernimmt das Ermittlungsverfahren vom Landeskriminalamt. Mit der katholischen Kirche geht Mertes kurz darauf hart ins Gericht: Sie leide „an Homophobie“ und habe sich beim Thema Sexualität vom realen Alltag weit entfernt, sagt er in einem Interview. Nach Angaben des Ordens war das Canisius-Kolleg bereits 1981 von Schülern auf Übergriffe aufmerksam gemacht worden. Die Ordensleitung war spätestens 1991 über Missbrauchsfälle informiert.
    * 29. Januar: Das Erzbistum Berlin räumt ebenfalls Ermittlungen wegen Missbrauchs gegen einen früheren Pfarrer der katholischen Heilig-Kreuz-Gemeinde in Berlin-Hohenschönhausen ein. Die Vorfälle, die sich 2001 ereignet haben sollen, sind dem Erzbistum seit Sommer 2009 bekannt.
    * 1. Februar: Der Skandal weitet sich bundesweit aus: Der ranghöchste deutsche Jesuit, Pater Stefan Dartmann, erklärt bei einem Besuch in Berlin, ihm seien bislang 25 Opfer bekannt. Außer den 20 Betroffenen am Canisius-Kolleg seien es drei an der Hamburger St.-Ansgar-Schule und zwei Personen am Jesuitengymnasium in St. Blasien im Schwarzwald. Die beiden beschuldigten Patres Peter R. und Wolfgang S. gehören dem Orden seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr an, waren danach aber in anderen katholischen Einrichtungen im In- und Ausland tätig.
    * 2. Februar: Der Missbrauchs-Skandal erfasst nun auch das Bistum Hildesheim. Hier war einer der beiden beschuldigten Ex-Jesuitenpatres von 1982 bis 2003 als Seelsorger tätig. Zwei Fälle von sexuellen Übergriffen sind bekannt. Der damalige Bischof Josef Homeyer räumt ein, dass er „aus heutiger Sicht die Vorwürfe zu wenig ernst genommen und die Tragweite der weiteren Entwicklungen eindeutig unterschätzt“ habe. Die deutschen Bischöfe kündigen an, sich auf ihrer Vollversammlung vom 22. bis 25. Februar in Freiburg mit dem Missbrauchsskandal bei den Jesuiten zu beschäftigen.
    * 3. Februar: In Berlin wird nach Angaben des Jesuitenordens gegen einen weiteren Patres wegen Missbrauchs zwischen 1976 und 1981 ermittelt. Der Priester war als Religionslehrer auch an der katholischen Liebfrauenschule tätig. Das Erzbistum Berlin kündigt eine umfassende Aufklärung des Falls an. Kurz darauf sagt der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Hans Langendörfer, dass die katholische Kirche alle Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester aufklären wird.
    * 7. Februar: Bei der Missbrauchsbeauftragten des Jesuitenordens, Ursula Raue, haben sich mittlerweile 30 frühere Schüler des Berliner Canisius-Kollegs gemeldet. Dazu kommen bis zu zehn weitere Fälle in Jesuitenschulen in Bonn, Hamburg und St. Blasien. Bekannt wird auch, dass in einem 2004 erschienenen Buch ein Ex-Schüler bereits den Missbrauch durch Priester geschildert hat. Papst Benedikt XVI. verurteilt die Taten kurz darauf als Verstoß gegen die Rechte von Kindern.
    * 12. Februar: Der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky warnt davor, die katholische Kirche und ihre Schulen unter Generalverdacht zu stellen. Die Glaubwürdigkeit der vielen engagierten Priester und Pädagogen dürfe nicht wegen der Schuld Einzelner zerstört werden. Zugleich räumt er Defizite in der Aufklärung von Missbrauchsfällen ein.
    * 16. Februar: Der Augsburger katholische Bischof Walter Mixa führt den Missbrauch auf die zunehmende Sexualisierung des öffentlichen Lebens zurück, die „abnorme sexuelle Neigungen eher fördert als begrenzt“. Er verweist darauf, dass der Anteil der Vorkommnisse in kirchlichen Einrichtungen in einem „verschwindend geringen“ Promille-Bereich liege. Das Priester-Zölibat hat aus Mixas Sicht die Taten nicht befördert.
    * 18. Februar: Mindestens 115 Opfer sollen bundesweit an Schulen des Jesuitenordens in Deutschland seit den 50er Jahren missbraucht worden sein. Die sexuellen Übergriffe seien nicht nur vereinzelt, sondern systematisch begangen worden, sagte die Missbrauchsbeauftragte des Jesuitenordens in einem Zwischenberichts. Derweil berichten auch die Pallottiner über Fälle sexuellen Missbrauchs in einer früheren Ordenseinrichtung: Ein Schüler des ehemaligen Konvikts Sankt Albert in Rheinbach bei Bonn habe vor zwei Jahren angegeben, er und zwei weitere Jungen seien Anfang der 60er Jahre von einem Pater missbraucht worden, sagt ein Sprecher der deutschen Pallottiner-Provinz. Der beschuldigte Pater sei in den 1960er Jahren aus dem Orden ausgeschieden. Die Schule wurde 1967 geschlossen.
    * 20. Februar: Der „Spiegel“ berichtet von Missbrauchsfällen auch in zwei ehemaligen Heimen der Salesianer Don Boscos in Augsburg und Berlin. Ebenfalls betroffen seien ein ehemaliges Kinderheim im oberschwäbischen Oggelsbeuren sowie das Maristen-Internat im bayerischen Mindelheim und das frühere Franziskaner-Internat in Großkrotzenburg bei Hanau. Massive Missbrauchsvorwürfe gebe es auch gegen frühere Mitarbeiter des Franz-Sales-Hauses in Essen, einer renommierten Behinderten-Einrichtung. Laut „Frankfurter Rundschau“ soll es zudem im Sankt Ludwig Kolleg der Franziskaner-Minoritäten Vorfälle gegeben haben. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger fordert die Bischöfe in dem Magazin zum Handeln auf. Sie erwarte „konkrete Festlegungen, welche Maßnahmen für eine lückenlose Aufklärung ergriffen werden“.
    * 22. Februar: Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, äußert sich erstmals öffentlich zu dem Skandal: Zum Beginn der Frühjahrsvollversammlung erklärt er: „Ich entschuldige mich bei allen, die Opfer eines solchen Verbrechens geworden sind.“ Die katholische Kirche in Deutschland dringe auf eine umfassende Aufklärung. Zudem werde sie versuchen, den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexuellen Übergriffen zu verbessern. Die Leitlinien zum Umgang mit derlei Fällen sollen überprüft werden. Am selben Tag wird bekannt, dass es offenbar auch im Internat des oberbayerischen Klosters Ettal über Jahrzehnte hinweg zu sexuellen Übergriffen auf Schüler kam.
    * 03. März: Das Bistum Limburg prüft Missbrauchsvorwürfe gegen „einige“ seiner Priester. Dabei handele es sich, so der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, um einen Verdachtsfall, der bis in die 1940er Jahre zurückreiche und um einen aus den 1960er Jahren. Die Beschuldigten seien seit langem tot. Zudem aber gebe es Vorwürfe, die sich auf Taten bezögen, die „vor einigen Jahren“ begangen worden seien.
    * 05. März: Der Bericht des Sonderermittlers Thomas Pfister offenbart das Ausmaß der Missbrauchsfälle am Kloster Ettal: Demnach waren rund 100 Kinder in der Schule des Klosters jahrelang körperlichen Züchtigungen und sexuellem Missbrauch ausgesetzt. Zudem wird bekannt, dass ein inzwischen suspendierten Ettaler Pater, Fotos von halbnackten Klosterschülern auf Homosexuellen-Seiten im Internet veröffentlicht haben soll. Auch beim Knabenchor Regensburger Domspatzen werden Missbrauchsfälle aus den 1960er Jahren bekannt. Die beiden mutmaßlichen Täter – zwei frühere leitende Geistliche, die 1984 gestorben sind – sollen wegen der Taten zu Haftstrafen verurteilt worden sein. Bei der Staatsanwaltschaft Hanau geht unterdessen eine anonyme Strafanzeige wegen sexuellen Missbrauchs gegen einen Hanauer Priester ein.
    * 11. März: Auch an der evangelischen Internatsschule Schloss Gaienhofen am Bodensee sind Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht worden. Die Fälle reichten bis in die 60er Jahre zurück, so die Evangelische Landeskirche Baden. Fünf Heimerzieher beziehungsweise Lehrkräfte seien entlassen worden. In einem Fall sei es um den Besitz von Kinderpornografie gegangen. Missbrauchsfälle werden ebenfalls bekannt von den Zinzendorfschulen in Königsfeld (Schwarzwald-Baar- Kreis) und dem ehemaligen Kinderheim der Stiftung Piuspflege im oberschwäbischen Attenweiler (Kreis Biberach).
    * 16. März: Beim Bistum Mainz melden sich insgesamt 15 ehemalige Schüler des katholischen Konvikts in Bensheim (Südhessen). Drei von ihnen sind drei nach eigenen Angaben Opfer sexuellen Missbrauchs geworden. Zwölf weitere seien durch Schläge misshandelt worden. Drei evangelische Pfarrer und ein evangelischer Religionslehrer aus Hessen und Rheinland-Pfalz stehen ebenfalls unter Missbrauchsverdacht. Die Vorwürfe erstrecken sich auf die frühen 80er Jahre, 2002 und 2009. Im Kapuzinerkloster in Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis/Baden-Württemberg) soll Anfang der 70er Jahre ein heute knapp 80 Jahre alter Pater mindestens einen Schüler missbraucht haben. Für besonderes Aufsehen sorgen die Äußerungen von Bernhard Bueb. Der frühere Leiter des Elite-Internats Schloss Salem am Bodensee (Baden-Württemberg) gibt zu, es habe unter seiner Leitung an der weltberühmten Privatschule sexuelle Übergriffe gegeben. Er habe die verantwortlichen Lehrer umgehend entlassen.
    * 17. März: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fordert im Bundestag eine intensive Aufklärung aller Missbrauchsfälle an Schulen und in katholischen Einrichtungen. Es müsse volle „Wahrheit und Klarheit“ über alles geben, was passiert sei. Die Kanzlerin begrüßt es, dass sich die drei Ministerinnen Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), Kristina Köhler und Annette Schavan (beide CDU) auf einen gemeinsamen Runden Tisch verständigt haben. Der Theologe Hans Küng fordert in einem Beitrag für die „Süddeutsche Zeitung“ von Papst Benedikt XVI. und den katholischen Bischöfen ein klares Schuldbekenntnis für die Vertuschung von Missbrauchsfällen in der Kirche.

  3. 7. April 2010 22:00

    Ich kann gar nicht glauben, was ich in letzter Zeit alles über den Missbrauch höre und lese. Früher waren die Kirchen und Schulen Institutionen die über alles erhaben waren. Jetzt schaut man langsam dahinter, dass da auch nur Menschen arbeiten. Ich bin tief enttäuscht.

  4. 8. April 2010 16:47

    Kurze Durchsage des Bischofs von Teneriffa: Schuld am Kindesmißbrauch in der katholischen Kirche sind … die Kinder. Na klar, wer auch sonst!1!!

    …Bernando Alvarez said that there are 13 year olds who are wanting to be abused, and ‚if you are careless they will provoke you’…!!!!!
    hier mehr:
    http://www.typicallyspanish.com/news/publish/article_14332.shtml
    ws daran nu wieder allerdings typisch spnisch sein soll, kopfschüttel!)
    aber
    Gefäääährlich, diese Kinder heutzutage, sage ich euch! Mann O Mann!

    Update: Gut, dass der Papst den Kindern verziehen hat! guckstu hier!

    http://www.theonion.com/articles/pope-forgives-molested-children,101/

  5. Bettina Wegner permalink
    8. April 2010 19:36

    • 8. April 2010 22:41

      war nie so ganz mein Fall, diese Sorte Liedermacherei, der Text besteht NUR aus : sind so kleine-darf man nicht drauf-können sonst nicht…!
      und die Musik/Arrangement ist irgenwie -Akkorde in nen Bollerwagen gepackt und den rumpelnd hinter sich her gezogen -sorry Bettina!

    • punk permalink
      12. April 2010 15:21

      hier für alle, die nicht auf so ne christenmukke stehen
      http://www.bds-punkerwelle.tk/
      viel spaß beim pogen in der guten stube 😉

  6. glouton permalink
    9. April 2010 02:16

    @Micha: ist nicht nur nicht Dein Fall, mach Dir mal keine Sorgen 🙂 .

  7. begründeter Hass permalink
    11. April 2010 23:51

    Hier was Aktuelles von Welt-Online zu dem Oberparasit aus dem Vatikan. Mit ein bisschen Suchmaschinen bedienen findet man auch weitere Infos zu den beiden Briten, die den Papst wegen „Verbrechen gegen die Menschheit“ beim Betreten Englands verhaften lassen wollen. Beides Atheisten, einer Sozialist (oder ehem. Trotzkist). Auf jeden Fall meiner Meinung nach eine gelungene Aktion die Lanzenspitze auf den Kopf dieser Kleriker Brut zu richten, auch wenn man sich von Gerichtsverhandlungen gegen den Stellvertreter Gottes nichts versprechen sollte. Öffentlichkeit ist hergestellt und die Drecks-Kirche angeprangert.

    Zwei Briten wollen den Papst verhaften lassen

    Von Thomas Kielinger
    11. April 2010, 19:09 Uhr

    Vor dem geplanten Besuch Benedikts XVI. fordern Richard Dawkins und Christopher Hitchens seine Verhaftung, wenn er britischen Boden betritt. Dazu haben sie Anwälte angeheuert. Ihr Vorwurf: Mit seinem Schweigen zu Missbrauchsfällen habe der Papst Verbrechen gegen die Menschheit begangen.
    Immer stärker entfaltet sich auch in England die Kontroverse um Papst Benedikt XVI. und die Rolle, die er als Kardinal während seiner Jahre als Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan gespielt hat. Jüngste Dokumente aus den USA, die von angeblichen Versuchen Ratzingers in den Achtzigerjahren berichten, Fälle von sexuellen Vergehen von Geistlichen mit äußerster Rücksicht auf die betroffenen Kleriker zu behandeln und die Nachrichten darüber nicht aus dem Kircheninnenraum herauszulassen, haben auch in England zu Protesten aus dem säkularen Umfeld geführt. Das überschattet den kommenden Besuch des Papstes auf der Insel, vom 16. bis 19. September, wo Auftritte in London, Coventry und Glasgow geplant sind.

    Zwei Autoren, die als bekennende Atheisten seit Langem in den theologischen Diskussionen in Großbritannien eine scharfe Klinge führen, haben am Wochenende wissen lassen, sie würden Rechtsmittel einlegen, um den Papst beim Betreten britischen Bodens gefangen setzen zu lassen. Richard Dawkins („Der Gotteswahn“) und Christopher Hitchens („Der Herr ist kein Hirte. Wie Religion die Welt vergiftet“) sind zu Menschenrechtsanwälten in Kontakt getreten, um die Möglichkeit der Gefangennahme des Papstes prüfen zu lassen.

    Hitchens argumentierte gegenüber der „Sunday Times“, Benedikt XVI. stehe weder über dem Gesetz noch außerhalb desselben. „Das institutionalisierte Verschweigen von Kinderschändung ist ein Verbrechen unter jedem Rechtssystem und ruft nicht nach privaten Zeremonien der Reue oder nach kirchenamtlichen Zahlungen an die Opfer, sondern verlangt Gerechtigkeit und Bestrafung.“

    Gegenüber der gleichen Zeitung meinte Dawkins: „Dies ist der Mann, dessen erster Instinkt, wenn Priester mit heruntergelassenen Hosen ertappt werden, dahin ging, den Skandal zu vertuschen und die jungen Opfer zum Schweigen zu verdonnern.“ Hichens und Dawkins glauben nicht, dass der Papst diplomatische Immunität beanspruchen könne, da der Vatikan, auch wenn Benedikts Visite als „Staatsbesuch“ geführt wird, von den Vereinten Nationen nicht als Staatsoberhaupt anerkannt werde.

    Beide haben sie den renommierten Kronanwalt Geoffrey Robinson sowie dessen Kollegen Mark Stephens eingeschaltet, anerkannte Menschenrechtsexperten, die den Casus gegen den Papst vorbereiten und ihn bei der Staatsanwaltschaft, dem Crown Prosecution Service, registrieren lassen sollen. Die Anwälte sind der Auffassung, das Benehmen der Kirche in Fällen sexuellen Missbrauchs komme einem „Verbrechen gegen die Menschheit“ gleich und könne daher auch vor dem Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte verhandelt werden.

    Anzuwenden, so glauben sie, wären die gleichen Rechtsprinzipien, die auch 1998 zur zeitweiligen Gefangensetzung von Chiles Ex-Diktator Pinochet auf der Insel führte. Im vorigen Jahr erwirkten propalästinensische Aktivisten ebenfalls einen Arrestbefehl gegen die frühere israelische Außenministerin Tzipi Livni, die daraufhin von ihrem geplanten Besuch in London Abstand nahm.

    http://www.welt.de/politik/ausland/article7140516/Zwei-Briten-wollen-den-Papst-verhaften-lassen.html

    • Atheist permalink
      12. April 2010 07:16

      Ob dann die CSU und ihr Bayernvolk einen Krieg gegen England vom Friedhofszaun brechen werden? Das kann noch richtig lustig werden.

  8. 12. April 2010 14:47

  9. Priesterjäger permalink
    23. November 2010 17:00

  10. Jetzt reden wir (1) permalink
    23. November 2010 18:06

  11. Jetzt reden wir (2) permalink
    23. November 2010 18:07

  12. Kabinett beschließt Hilfsfonds für DDR-Heimkinder permalink
    13. Juni 2012 17:11

    Kabinett beschließt Hilfsfonds für DDR-Heimkinder
    Eine Bitte um Entschuldigung

    Betroffene berichten von eiskalten Zwangsduschen, von Prügel und sexuellem Missbrauch: Mehr als 400.000 Kinder und Jugendliche waren zwischen 1949 und 1990 in den Kinderheimen und sogenannten Jugendwerkhöfen der DDR untergebracht, etliche sind bis heute traumatisiert.

    40 Millionen Euro für die Opfer

    Das Bundeskabinett hat nun beschlossen, gemeinsam mit ostdeutschen Bundesländern einen Hilfsfonds für ehemalige DDR-Heimkinder einzurichten. Der Fonds soll mit 40 Millionen Euro gefüllt werden, die je zur Hälfte vom Bund und den Ländern aufgebracht werden.

    Aus dem geplanten Fonds sollen therapeutische Behandlungen, Beratungen und Rentenersaztleistungen finanziert werden. Dabei soll es sich um eine „Bitte um Entschuldigung“ handeln. Eine monatliche Barzahlung ist bisher nicht geplant. In den westdeutschen Bundesländern gibt es bereits einen vergleichbaren Fonds, der mit 120 Millionen Euro gefüllt ist.

    Gewalt im Namen der Ideologie

    Viele Betroffene müssen bis heute mit den Spätfolgen ihres Heimaufenthalts leben. Sie leiden unter psychischen Traumata, Stigmatisierungen und verpasseten beruflichen Chancen. Besonders der Alltag in den sogenannten Spezialheimen für „schwer erziehbare“ Kinder und Jugendliche war von Gewalt bestimmt. Dazu gehörten auch die Jugendwerkhöfe. Die DDR verfolgte mit der Heimerziehung auch das ideologische Ziel, die Kinder und Jugendlichen zu „sozialistischen Persönlichkeiten“ umzuformen.

    http://www.tagesschau.de/inland/heimkinder110.html

    Einigung auf Entschädigung
    Millionen-Fonds für DDR-Heimkinder

    Der Bund und die ostdeutschen Länder haben sich auf Eckpunkte zur Entschädigung von DDR-Heimkindern verständigt. Dazu werde ein Fonds über 40 Millionen Euro eingerichtet, sagte Thüringens Sozialministerin Heike Taubert (SPD) in Erfurt. Dieser werde je zur Hälfte von Bund und Ländern finanziert und habe eine Laufzeit von fünf Jahren. Auf Thüringen entfallen knapp 3,3 Millionen Euro. Anträge können ab Juli gestellt werden.

    Mit dem Geld sollen beispielsweise Medizin- und Pflegeleistungen finanziert werden. Dazu zählen etwa die psychologische Betreuung erlittener Traumatisierungen, aber auch erforderliche Behandlungen, etwa durch Vernachlässigungen der Zahngesundheit. Zudem können Heimbewohner Einmalzahlungen für ihre damalige Arbeitsleistung erhalten. Damit sollen die oftmals nicht gezahlten Sozialbeiträge abgegolten werden. In den Fonds soll je nach Bedarf jährlich eingezahlt werden.
    Kirchen zahlen nicht ein

    Eine der Schwierigkeiten in den Verhandlungen sei es etwa gewesen, sich auf die Ausstattung zu einigen, da anders als beim Fonds für westdeutsche Heimkinder die Kirchen nach gegenwärtigem Stand nicht einzahlen werden, sagte Taubert. In Thüringen soll zudem die Beratung für Betroffene ausgebaut werden. Derzeit sei dafür eine Stelle bei der Caritas eingeplant. Künftig sollen es drei sein.

    Taubert betonte, es sei wichtig, die Beratungsstellen unabhängig von den Anlaufstellen für SED-Opfer zu führen. Als erstes Bundesland hatte Thüringen Taubert zufolge im März 2010 eine entsprechende Stelle eingerichtet. Inzwischen hätten sich dort mehr als 500 Betroffene aus allen neuen Ländern gemeldet. Taubert schätzte die Zahl der DDR-Heimkinder auf etwa 500.000. Allerdings werden nicht alle einen Antrag auf Zahlung stellen.

    Wegen der vielfach fehlenden Akten sei die Zahl der Kinderheime in der DDR nicht mehr vollständig zu ermitteln. Allein für Thüringen rechnet Taubert mit mindestens zehn sogenannten Jugendwerkhöfen für besonders auffällige 14- bis 18-jährige Jugendliche.

    http://www.tagesschau.de/inland/heimkinder108.html

  13. Interviews mit ehemaligen Heimkindern kirchlicher Erziehungsanstalten permalink
    12. März 2013 00:37

    Interviews mit ehemaligen Heimkindern kirchlicher Erziehungsanstalten begleitend zum Fernsehfilm der Woche „Und alle haben geschwiegen“

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/video/1854220/Ehemalige-Heimkinder-vor-der-Kamera

  14. 7. April 2013 05:51

    „Und alle haben geschwiegen“ — Und jetzt?

    WICHTIGER HINWEIS FÜR ALLE BETROFFENEN MISSHANDELTEN UND AUSGEBEUTETEN EHEMALIGEN HEIMKINDER, INTERESSIERTE UND UNTERSTÜTZER !

    Ich, der Australier Martin MITCHELL ( Jg. 1946 ), auch vielen als »martini« bekannt, selbst ein Betroffener der Kinderheimhöllen Deutschlands der 1960er Jahre ( der sich schon 10 lange Jahre mit diesem Thema martinidegrossi@yahoo.com.aubeschäftigt ! ) – u.a. auch selbst ein ex-Freistätter bin – habe am Freitag, 22. September 2013, um 01:51 UMartin MITCHELLhr (MEZ) folgenden Thread zu diesem Thema im HEIMKINDER-FORUM.DE eröffnet: »ÖFFENTLICHE DEBATTE zum ZDF-Film „Und alle haben geshttp://www.heimkinder-ueberlebende.orgchwiegen“ ausgestrahlt im TV europaweit am 04.03.2013. — Öffentliche Zuschauer-Kommentare dazu: SAMMELSTELLE:« @ http://heimkinder-forum.de/v3/board3-heim-talk/board7-offener-talk-heime/16287-öffentliche-debatte-zum-zdf-film-und-alle-haben-geschwiegen-ausgestrahlt-im-tv-europaweit-am-04-03-2013-öffentliche-zuschauer-kommentare-dazu-sammelstelle/?s=b18b3e813c17d7914a27ec86cf8aaa6abfafbcfd und trage alles was mit diesem Thema zu tun hat DORT zusammen.

  15. Keine Entschädigung für Heimkinder permalink
    12. Juni 2013 23:21

    Keine Entschädigung für Heimkinder

    Die ehemaligen Heimkinder, die in einem Knabenheim in Bergisch Gladbach-Moitzfeld missbraucht worden sind, bekommen höchstwahrscheinlich keine Entschädigung.

    (…)

    Demnach sind die Entschädigungen, die die Evangelische Kirche im Rheinland am Montag angekündigt hat, nur für Opfer sexueller Gewalt gedacht.

    http://www.radioberg.de/berg/rb/1039756/news/bergisches

  16. Geste der Verantwortung für Unrecht an Heimkindern ~ Lesung der Opferprotokolle permalink
    1. März 2017 21:48

    Geste der Verantwortung für Unrecht an Heimkindern ~ Lesung der Opferprotokolle

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