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DGB Gewerkschaft versucht Präsenz der IWW auf Kundgebung zu verhindern

23. März 2010

Kundgebung vor der EUREST-Zentrale am 16. März.

Eine (zum xten-male wiederholte) Bestätigung des arbeiterfeindlichen Verhaltens von Funktionären der DGB Gewerkschaften zeigt der folgende Bericht der deutschen Sektion der unionistischen Industrial Workers of the World (IWW). Nachdem sich die DGB-Gewerkschaft Nahrung-Genuß-Gaststätten (NGG) über Jahre hinweg nicht für die Interessen der bei EUREST Beschäftigten einsetzte, fühlte sie sich – so lesen wir es zwischen den Zeilen heraus – durch die Aktivität der IWW gefordert, den betrieblichen Platzhirsch zu spielen und bei den laufenden Tarifverhandlungen Flagge zu zeigen. Die weißen; versteht sich.

Als dann bei der Kundgebung vor der EUREST-Zentrale Kollegen der IWW auftauchten – die seit einigen Jahren eine kontinuierliche Präsenz und Aktivität im Betrieb entfalten, da versuchten die NGG-Funktionäre sie von der Teilnahme an der Kundgebung auszuschließen. Aufmerksame LeserInnen von Syndikalismus.tk kennen das ja bereits. Wie sagte doch vor kurzem ein Funktionär von ver.di Emscher-Lippe stellvertretend für den DGB-Gesamtapparat? „Ver.di wird keinerlei gewerkschaftliche Konkurrenz, egal von welcher Seite, dulden.“ Allem Widerstand der NGG Funktionäre zum Trotz gelangten dann die Flugblätter der IWW dennoch zur Verteilung unter den ca. 150 anwesenden ArbeiterInnen.

Im folgenden Geben wir den Bericht von der IWW-Homepage über diese Aktion wieder und bleiben bei unserer Auffassung: Raus aus den DGB-Verräter-Organisationen – Anarchosyndikalistische Betriebsgruppen und Gewerkschaften aufbauen!

Dokumentiert

Das ist neu: Auch die NGG demonstriert gegen Eurest

150 ArbeiterInnen protestieren vor Zentrale der Compass Group in Eschborn / IWW mit dabei

Am Dienstag dem 16. März 2010 gab es die erste Demonstration in der Geschichte von Eurest in Deutschland. Die DGB-Gewerkschaft Nahrungsmittel Gaststätten Genuss (NGG) hatte aufgerufen, nachdem sie alle Vorschläge in diese Richtung vor zwei Jahren noch als absurd abgetan hatte. Wer jedoch erwartete, dass von der Mainstream-Gewerkschaft auch die nicht selten skandalösen Arbeitsbedingungen in Eurest-Kantinen thematisiert wurden, sah sich enttäuscht. Es ging lediglich um Lohnfragen. Aber auch die sind wichtig: Eurest hatte der NGG in den laufenden Tarifverhandlungen eine Nullrunde angeboten. Die IWW Frankfurt wertet alles unter 4 % als inakzeptabel.

Es kamen mit ca. 150 ArbeiterInnen mehr als alle erwartet hatten, was als Zeichen dafür gewertet werden kann, wie groß der Frust sein muss. Natürlich war auch die IWW dabei. Obwohl uns Vertreter der NGG verbieten wollten, unsere Flugblätter zu verteilen und gar damit drohten, uns von der Polizei entfernen zu lassen, waren diese ruck zuck weg. Von den KollegInnen wurde unsere Präsenz gut aufgenommen.

Der Text des IWW Flugblatts:

Endlich bekommen sie den Hintern hoch!

Nachdem es in den letzten Jahren immer nur Reallohnsenkungen bei Eurest gab und Lohnerhöhungen durch Anrechnung von Zulagen oder Essensgelderhöhungen wieder aufgefressen wurden, gab es im letzten Jahr gleich gar nichts. War die Krise daran schuld?

Anscheinend nicht. Die Gewinne bei Eurest und der Compass Group sind ausgezeichnet. Die Zauberformel ist es, aus den Mitarbeiterinnen das Maximum herauszuholen. Die Compass Aktie steigt. Der Grund für sinkende Reallöhne ist einfach die Gier der Unternehmensleitung. Se kriegen den Hals nicht voll und die Beschäftgten müssen dafür zahlen mit Hungerlöhnen, schlechteren Arbeitsbedingungen und ausgedünnten Schichten.

Der neue Coup aber ist es, nur noch 6-Stunden-Kräfte einzustellen und von der unbezahlten Mehrarbeit zu profitieren, die entsteht, weil in der ofiziellen Arbeitszeit das Pensum nicht zu schaffen ist. Keiner kann davon leben. Viele Menschen die bei Eurest arbeiten, bekommen weniger Geld als ihnen nach den Regelsätzen von Harz IV zustehen würde. Das betrifft vor allem Leute, die nicht Vollzeit arbeiten oder deren Partner/in nicht arbeitet und die Kinder haben.

Der NGG war es – das muss gesagt werden – in der Vergangenheit egal, was bei euch von der Lohnerhöung angekommen ist. Hauptsache die Beiträge sind gestiegen. Als es dann im letzten Jahr überhaupt nichts gab, wurde die NGG nervös. Hatten sie im Jahr davor noch den Vorschlag, während der Tarifverhandlungen einmal zur Hauptverwaltung zu fahren, als Spinnerei abgetan, so scheint die rauere Gangart des Unternehmens sie nun doch auf die Straße zu treiben. Wir begrüßen diesen Sinneswandel.

Die Gewerkschaft IWW unterstützt den Kampf für mehr Lohn und hofft, dass kein Angebot unter 4% angenommen wird. Schön wäre es auch, wenn endlich einmal die unteren Lohngruppen stärker von der Lohnerhöhung profitieren würden. Generell gilt: Gerade in Zeiten wie diesen sind Lohnerhöhungen nur durch Druck von der Straße zu bekommen und nicht durch Hinterzimmergeklüngel.

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

Industrial Workers of the World / Allgemeine Ortsgruppe Frankfurt

Hier könnt ihr das IWW-Flugblatt als pdf runterladen

Artikel übernommen von der Homepage der IWW Deutschland

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