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Die Bandbreite: Spieglein, Spieglein

19. Februar 2010
85 Kommentare leave one →
  1. 19. Februar 2010 13:36

    Sagt mal, dreht ihr jetzt völlig am Rad? Wie könnt ihr denn unkommentiert eine Kapelle wie die Bandbreite promoten, die sich in ihren Songs schon mal in Vergewaltigungsphantasien ergeht oder die japanische Mitschuld am Zweiten Weltkrieg bestreitet und mit ihren Verschwörungstheorien versucht, eine Brücke von „kritischen Linken“ zu rechtsextremen Kreisen zu schlagen?

    Querfrontler und Sexisten raus aus unserer Bewegung!

    http://gruppedissident.blogsport.de/2009/04/01/die-bandbreite-hat-nix-auf-linken-veranstaltugnen-zu-suchen/
    http://gruppedissident.blogsport.de/2009/04/10/best-of-verschrobene-weltsicht-der-bandbreitefans/

    Anmerkung Syndikalismus.tk: Wo drehen wir denn sonst noch so angeblich am Rad? Magst du uns mit deinem Anti-Deutschen konterrevolutionären Hirn uns aufklären? Vielleicht erleuchtet uns deine Weisheit

    • 19. Februar 2010 15:59

      Na, tatsache ist, dass dieser sänger aus der antiimp-ecke kommt und natürlich bei den antideutschen hasskappe verursacht, – seine haltung ist auch die eines weltverschwörungslogikers, dem es wichtiger ist, dass die amis das mit 9/11 selber waren als dass es ihnen am meisten genützt hat! -freunde auf myspace wie schall und rauch und – da wird der querfront-vorwurf sogar akut- mit den infokriegern.

      Also bei aller kopfschüttelei über das übers ziel hinausschiessen der antidees- der typ hat nicht gerade ne klarheit im kopp, z.b. über südamerikanische staatslogiker, wo ne „linke“ regierung ist findet der das gut, egal ob die polizei immer noch auf die selben leute prügelt wie vorher.

      Zu den verschwörungslogikern und rechter ideologie s.o. hatte ich schon ab und zu warnungen in meinem blog warnungen losgelassen-guckstu z.b. hier:

      http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendId=249834712&blogId=425071612

      oder hier:
      http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendId=249834712&blogId=476911865

      ihm selber querfront vorzuwerfen, so weit würd ich nicht gehen, aber soo oberschlau find ich seine texte nun auch nicht- und das mit den verschwörungstheorien öffnet tatsächlich den faschismus 2.0 – apologeten von infowars, gelb reagiert, chemtrail-spinner und konsorten, denen auch „linke“ (eh ne blöde bezeichnung) wie der bandbreite-sänger auf den leim gehen – dass die anti-dees da gleich boykott rufen, sagt eher was über die als über ihn.

      alles was er macht find ich auch nicht soo scheisse, am coolsten war immer noch sein „duisburg“-debüt.
      und seine soziale empörung kauf ich ihm auch ab, nur an der klarheit fehlts.

  2. 19. Februar 2010 14:31

    Ich musste lange mit mir ringen, um hier eine sachliche Antwort zu schreiben, weil ich mich nicht gerne als Antideutschen und Konterrevolutionär bezeichnen lasse. Ich schätze eure Seite sonst aber sehr, deshalb möchte ich meine Position doch nochmal erklären: Wenn ich eure Anmerkung richtig lese, zieht ihr aus der Auseinandersetzung mit der antideutschen Ideologie und ihren VerfechterInnen die Konsequenz, bedingungslos alle zu unterstützen, die auch gegen Antideutsche sind – und das halte ich für einen absoluten Fehler! Die richtige Kritik an Antideutschen darf doch nicht dazu führen, sich mit Verschwörungsfreaks und Sexisten gemein zu machen! Wie im Konflikt zwischen Antideutschen und Antiimps muss man sich hier von beiden Seiten distanzieren, um zu einem vernünftigen Standpunkt zu gelangen. Wie gesagt, ich schätze eure Seite ansonsten sehr, aber damit habt ihr euch wirklich einen Bock geleistet. Bitte entfernt dieses Video!

    • micha permalink
      19. Februar 2010 19:03

      Ich meinte mit „der Typ“ ganz klar diesen Woyna – die Bandbreite, und ich hab auch gesagt, dass mir seine „Mucke“ icl Text aus erwähnten Gründen nicht gefällt – Boykott ist aber ne andere Baustelle- wer das so macht wie passiert, stellt sich auf die gleiche Stelle wie so ne B5 andersherum- und für uns Syndikalisten ist so´n Woyna wohl auch nicht zu unterstützen, wie überhaupt in dieser Auseinandersetzung gilt- nicht polarisieren und instrumentalisieren lassen, sondern von unten und links!

      • Anarchosyndikalist permalink
        19. Februar 2010 20:40

        Hallo Micha,

        Unten ja, aber Links? 😮
        http://syndikalismusforschung.info/hellinks.htm
        😉

      • Markus permalink
        19. Februar 2010 23:58

        @Anarchosyndikalist
        Dass Anarchosyndikalismus nicht links ist, war früher auch meine Position. Bis ich mich mit den kruden Formen des amerikanischen Lifestyle-Anarchismus befasst habe. Unter dem Begriff „Post-Left-Anarchy“ läuft dort ein in der amerikanischen libertären Bewegung einflussreicher Generalangriff auf die gesamte sozial-anarchistische und libertär-sozialistische Tradition. Der wichtigste Vertreter dieses sogenannten nach-linken Anarchismus ist Bob Black, der in seinem Buch „Anarchy after Leftism“ nicht nur gegen meinen persönlichen Lieblingstheoretiker des Anarchismus Murray Bookchin hetzt, sondern die gesamte sozial-anarchistische Tradition als das „altes Paradigma“ des Anarchismus begraben will und auch ausdrücklich den Anarchosyndikalismus zu einem Relikt erklärt, das seiner Ansicht nach hoffentlich bald verschwinden wird. Dieser Post-Left-Anarchy-Mist ist inzwischen auch in Deutschland angekommen. http://www.linksnet.de/de/artikel/20131
        Beim Anarchie-Kongress in Berlin, wo eine größere Gruppe von Lifestyle-Anarchisten verhindert hat, dass die „Fuck-For-Forest“-Spinner rausgeschmissen werden konnten, wurde endgültig deutlich, wie stark der Lifestyle-Anarchismus auch hier inzwischen Fuß gefasst hat. Der Post-Left-Anarchy-Kram liefert die ideologische Grundlage dafür.
        Dass sich Anarchisten und Anarchosyndikalisten aus dem linken Szene-Sumpf raushalten sollten, ist wahr, aber die Zurückweisung des traditionell auch für libertäre Sozialisten verwendeten Begriff „links“ begünstigt heute zunehmend die Durchdringung der anarchistischen Bewegung mit diesem pubertären Lifestyle-Post-Left-Anarchy-Gesocks, die lieber nackt ums Feuer tanzen als Klassenkampf zu betreiben und sich in ihrem bürgerlichen Individualismus auch noch für besonders revolutionär halten.
        M.E. geht die größte bewegungsinterne Gefahr für die anarchistische und anarcho-syndikalistische Bewegung nicht von den aussterbenden Sekten der Antiimps und Antideutschen aus, vielmehr sehe ich die Gefahr, dass der libertäre Sozialismus langfristig zwischen Lifestyle-Anarchisten einerseits und Vulgärmarxisten andererseits zerrieben wird.
        Ach ja, und was das Video oben angeht, wenn es sich dabei um Sexisten und Verschwörungstheoretiker handelt, dann finde ich auch, dass es hier nichts zu suchen hat.

      • Anarchosyndikalist permalink
        20. Februar 2010 16:35

        H@llo Markus,

        dieser Bob Black war mir bisher unbekannt, und das drumherum ….
        Werde mich da mal gelegentlich einlesen …..
        Da Du da offensichtlich schon tiefer eingetaucht bist, erlaube ich mir die Bitte, schreib doch dazu mal einen fundierten Artikel und veröffentlich ihn hier (auch wenn Du sicher nicht viel Zeit hast, wie alle anderen Werktätigen).
        Vielleicht gelingt es Dir ja auch, Deinen alten Standpunkt aufrecht zu erhalten 😉

      • Markus permalink
        22. Februar 2010 13:17

        Hallo Anarchosyndikalist,
        mir fehlt leider wirklich die Zeit Artikel zu schreiben. Ich weiß, dass ich mir da einfach zuviel zumuten würde, wenn ich jetzt damit anfangen würde.
        Von Bob Black gibt es auch mehrere Texte im Internet, leider (oder in diesem Fall besser zum Glück) nur auf Englisch. Auch das Buch „Anarchy after Leftism“ ist nur auf Englisch zu kriegen. Er schreibt aber relativ verständlich. Der Typ ist nicht blöd und schreibt auch unterhaltsam, gerade das macht ihn zu einem gefährlichen Ideologen. Sein eigenes Anarchismus–Konzept, in welchem er noch nicht mal Bürgerversammlungen zulassen will, ist allerdings unrealistisch bis zum geht nicht mehr. Libertäre Kommunalisten und Anarcho-Syndikalisten (das sind die beiden Richtungen des Libertären Sozialismus, denen ich mich am meisten verbunden fühle) verspottet er als Marxisten. Den Anarcha-Feminismus will er auch abschaffen. Bob Black und der Primitivist John Zerzan, der in die Steinzeit zurück sowie die menschliche Sprache abschaffen möchte, sind die beiden übelsten Ideologen dieser Post-Left-Anarchy-Richtung. In der libertären Bewegung in den USA sind die äußerst einflussreich.
        Ein paar zentrale Texte dieser Richtung auf Deutsch übersetzt mit Hintergrunderklärungen finden sich in dem Buch „Neuer Anarchismus in den USA“ von Gabriel Kuhn
        Falls Du Dich irgendwann wirklich ein bisschen da rein arbeiten willst, wäre ich gespannt Deinen Eindruck von der Sache zu hören.

        Grüße

        Markus

      • 22. Februar 2010 16:03

        Hallo Markus,

        danke für die Literaturtipps, dieses Buch „Neuer Anarchismus in den USA“ von Gabriel Kuhn wollte ich mir schon länger zulegen, nun werde ich es höher in meine Bücherliste setzen.
        Der Steinzeitanarchist John Zerzan bräuchte sich nur das Zungenbein – das dritte Standbein der menschlichen Entwicklung, da sonst nie die Sprachfähigkeit hervorgekommen wäre – amputieren lassen 😉
        Sprechen konnten übrigens auch die Neandertaler und kannten auch künstlerische Aktivitäten, nach neuester Forschung. Auch wurde er nicht vom Menschen ausgelöscht, sondern sexuell assimiliert!

      • Markus permalink
        23. Februar 2010 14:04

        Hört sich sehr interessant an, was Du da über die neuesten Forschungsergebnisse zu den Neandertalern sagst. Hättest Du da einen Link und/oder Buchtipp?

      • Anarchosyndikalist permalink
        23. Februar 2010 19:39

        In dieser sehr interessanten Doku über Sprachevolution ist wohl der neueste Kenntisstand kompakt dargestellt, auch Onkel Chomsky kommt zu Wort und was er zu sagen hat ist außerordentlich für die evolutionäre Position des Individuums, des Einzelnen – dem Einzigen, der zu dieser Mutationsverbreitung fähig ist.

        Zur sexuellen Assimilierung kann ich leider Quelle mehr angeben, es ist im genetischen Bereich nachgewiesen worden. Die meisten Gene sind bekanntlich gar nicht scharf geschaltet. Wenn dem nicht so gewesen wäre, hätten sie nicht nachgewiesen werden können, da beide dann nur die Geninformation ihrer gemeinsamen Vorläufer gehabt hätten. Klar haben sie sich auch bekämpft, aber das haben sie schließlich auch untereinander getan. Und geliebt, wenn man dies so nennen mag in diesen harten Zeiten des animalischen Weibchenraubes.

        Zum Film
        Die Sprache gilt neben dem aufrechten Gang als besondere Fähigkeit des Menschen. Doch woher stammt das Vermögen, sich verbal zu verständigen? Die Dokumentation von Bernard Favre zeigt, dass die Suche nach der Herkunft der Sprache einem wissenschaftlichen Abenteuer gleicht, das genauso spannend ist wie die gesamte Evolution des Menschen.

        Neben dem aufrechten Gang gehört die Sprache zu den herausragenden Errungenschaften des Menschen. Aber woher kommt diese erstaunliche Fähigkeit zu verbaler Kommunikation? Bis in die 80er Jahre hinein galt die Verbindung von Wort und Sprache mit Gehirn und Kehlkopf als untrennbar. Und die gesprochene Sprache zählte zu den Attributen des modernen Menschen. Außerdem nahm man an, dass der Homo sapiens erstmals vor circa 100.000 Jahren der Sprache mächtig war. Doch Anfang der 90er Jahre stellte eine neue Entdeckung diese Aussage infrage. Man fand den Kehlkopf eines Neandertalers, der bereits weit vor dieser Zeit gelebt hatte.
        Die Suche nach der Herkunft der Sprache ist ein wissenschaftliches Abenteuer. Die Dokumentation von Bernard Favre vergleicht neue, spannende Ergebnisse von Paläontologen, Anthropologen, Genetikern, Linguisten und Forschern auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz aus Israel, den USA, Kanada, Frankreich und Deutschland. Parallel dazu veranschaulichen kleine Trickfilmsequenzen die Evolution des Menschen.

        PS: Wäre auch was für syndikalimusTV 😉

      • Markus permalink
        23. Februar 2010 23:53

        Super, danke.
        Schau ich mir gleich an.

      • syndikalismusTV permalink
        24. Februar 2010 02:56

        Ist gebongt, danke für den klasse Filmtipp. Hab ich gleich mitgeguckt, beeindruckend gut gemacht.

  3. JBT permalink
    19. Februar 2010 14:51

    Hallo?

    Um die Bandbreite doof zu finden muss man bestimmt nicht „Antideutsch“ sein. Wie kommst du (syndikalismus.tk) denn auf sowas? Und was hat dieser Keny mit den „Antideutschen“ zu tun? Er hat doch die Punkte, die diese Band zu Chauvinisten macht, explizit angesprochen, und von Antideutsch ist doch da keine Spur. Nur weil Bandbreite mal zufällig in die Richtige Richtung gepisst haben, muss man die doch nicht für all den Scheiss, den sie von sich lassen, loben.

    Bei dieser ganzen Hamburger Ausseinandersetzung habt ihr doch auch betont, dass ihr auf keiner der beiden Seiten steht, und jetzt wird hier trotzdem so getickt.

    Die Bandbreite ist nicht Klasse, sie ist Volk.

  4. 19. Februar 2010 16:55

    ohne jetzt irgendwelche antideutschen verschwörungstheorien wiederkaun zu wollen, die bandbreite geht echt mal gar nicht. ob mensch da nun überall strukturellen antisemitismus reininterpretieren kan/will oder nicht sei mal dahingestellt. allerdings kann mensch sexismus (vergewaltigungsphantasien) nicht gutheißen. der kampf gegen sexismus und sexualisierte gewalt sollte allen emanzipierten menschen wichtig sein! das ist kein explizit antideutsches thema!
    abgesehen davon, ist die mucke einfach grottenschlecht.

  5. 19. Februar 2010 17:15

    Warum ordnest du (ihr?) keny als „antideutsch“ und „konterrevolutionär“ ein, nur weil er die Verlinkung dieser bescheuerten Querfront-Verschwörungstheoretiker-Band von zurecht kritisiert? Findest du diese albernen Beißreflexe wirklich angemessen? Macht euch nicht lächerlich!

  6. 19. Februar 2010 21:33

    Ich kann mich keny, pixelutopia und JBT nur anschließen. Danke auch nochmal micha für Argumente.

    Eine Stellungnahme von „syndikalismus.tk“ (wer kenys beitrag editiert hat), in der die Vorwürfe an keny begründet wären, wäre angebracht.
    Und das Video weg.

    • Henryk M. B. permalink
      19. Februar 2010 23:56

      Die Studenten stellen mal wieder Forderungen, statt arbeiten zu gehen, tz tz tz

    • günther permalink
      20. Februar 2010 00:47

      ich steh`auf instrumentalmusik. das spart brechreiz und kommentare lesen.

      • 20. Februar 2010 08:58

        @ günther:
        😉 ;-] 😉 ;-] 😉 ;-] 😉 ;-] 😉 ;-] 😉 ;-] 😉 ;-]

      • Klara Geist permalink
        21. Februar 2010 13:48

        Gute Instrumentalmusik wie das hier, untermalt doch sehr schön das Kommentare lesen: http://www.youtube.com/watch?v=T__nGNXhPFg

        😉

      • günther permalink
        21. Februar 2010 17:18

        @ klara geist. ich hab‘ s gehört, du hast gewonnen. danke.

  7. Arbeiter permalink
    19. Februar 2010 23:14

    Was spricht denn gegen die Kritik am Spiegel – der linken BILD für die Bildungsbürger?

  8. Antizensor permalink
    19. Februar 2010 23:34

    Diese Band ist nicht gerade supergut, aber auch nicht das schlechteste.

    https://syndikalismus.wordpress.com/2009/10/17/antideutsche-greifen-den-club-voltaire-frankfurt-an/
    Die Bandbreite – Club Voltaire, Frankfurt
    mit dem j ü d i s c h e n Menschenrechtler Elias Davisson traten am 09.10.2009 gemeinsam im Club Voltaire in Frankfurt auf. Vor der Location versammelten sich ca. 50 sogenannte Antideutsche, die gegen den Auftritt demonstrierten. Wojna zieht in diesem Video eine Bilanz.
    Es geht auch um den Sexismusvorwurf und Homophobievorwurf ….

    Den 11.9. kann man nicht den Rechten überlassen, die das längst ausgeweidet haben … wieso is WTC 7 eingestürzt, in Fallgeschwindigkeit??? Was war mit dem Andrax? Ich glaube auch nicht an die große Verschwörung, aber irgendwas stimmt da nicht. Da muss dringend aufgeklärt werden, denn es gab auch 2 Dokus gegen diese Annahmen, aber die eine war so dermaßen Plumb (Strickmuster Behauptung vs. Fakten) die mich leider nicht im geringsten überzeugt haben, eher noch meine vorsichtigen Zweifel genährt haben.

    Japan hat natürlich eine Kriegsschuld für den asiatischen Raum, aber Pearl Harbor wurde offensichtlich zugelassen, damit die USA in den Krieg eintreten konnten … Nazideutschland war wohl nicht ausreichend.

    Eine gute Geschichtsstunde
    Volker Pispers – Die USA und der Terrorismus 1/5

  9. Markus Wasmeyer permalink
    20. Februar 2010 00:07

    Oh, wie sich die Antideutschen hier ins Zeug legen!

    Winterolympiade???

  10. glouton permalink
    20. Februar 2010 01:39

    Ok, könne mir jemand erklären, was es mit dem „Querfrontvorwurf“ und dem „Sexismusvorwurf“ an die „Bandbreite“ auf sich hat? Ich sehe nämlich gar nicht durch. Auf den angegebenen links des ersten Kommentators, habe ich nur eine Äußerung gefunden, die ich nicht unbedingt vertreten würde, dass ist diese hier:
    „wenn ich mich zu meinem Land bekenne, bin ich genausowenig ein Rechter wie wenn ich meine Kritik an den USA benenne.“
    Ansonsten ist alles völlig ok, entrspricht bloss nicht der linken Spiessermentalität – die zugegebenermassen auch mir enorm auf den Senkel geht.
    Also: was sind die konkreten Vorwürfe? Begründet habt ihr allesamt GAR NICHTS. Auf Meinungen, die nicht begründet werden können, pfeife ich. Daher kann ich eher den Standpunkt von syndikalismus.tk nachvollziehen. (Im Übrigen finde ich die Bandbreite musikalisch nicht besonders, inhaltlich stechen sie aber genau da zu, wo es weh tut. Da es nicht meine Lieblingsband ist, und es in absehbarer Zukunft auch nicht werden wird, würde ich gerne von den „Profizensoren“ eine Begründung hören – was da jetzt so hyperschlimm ist.)

    • Markus permalink
      20. Februar 2010 13:45

      Also,
      ich hab bezüglich der in der Kritik stehenden Texte dieser Band mal nachrecherchiert.
      Der Text, der ihnen den Vorwurf der Verschwörungstheorien eingebracht hat, findet sich hier:
      http://lyrics.wikia.com/Die_Bandbreite:Selbst_Gemacht
      Lässt sich schwerlich anders, denn als ernst gemeint interpretieren. Es nutzt nur dem Kapitalismus, dass Denken auf alberne Verschwörungstheorien zu fixieren. Solche Verschwörungstheorien haben die Funktion die Menschen von einem tatsächlichen Verständnis, der Art und Weise, wie das kapitalistische System wirklich funktioniert abzulenken. Nicht, dass es in der menschlichen Geschichte niemals Verschwörungen gegeben hätte, aber dieser 9/11-Schrott ist durch und durch reaktionär und dient nur der herrschenden Klasse, denn wessen Bewusstsein von solchen Verschwörungstheorien besetzt ist, dem geraten die strukturellen Ursachen der Mißstände der kapitalistischen Gesellschaft nur zu schnell aus dem Blickfeld.
      Hier haben wir einen weiteren Text, in welchem großer Wert darauf gelegt wird Hitler als Schwulen zu portraitieren.
      http://lyrics.wikia.com/Die_Bandbreite:Kein_Sex_Mit_Nazis
      Zwar heißt es dort auch: „Denn keiner von den Schwulen damals wollte Sex mit Nazis“, aber mit dem schulen Diktator wird durchaus ein homophobes Klischee bedient.
      Dann haben wir hier zwei Texte, die ihnen den Vorwurf des Sexismus eingebracht haben dürften:
      http://lyrics.wikia.com/Die_Bandbreite:Man_Kennt_Uns
      http://lyrics.wikia.com/Die_Bandbreite:Miesmuschel
      Wenn das eine Kritik am Sexismus sein soll, dann ist sie als solche nicht eindeutig erkennbar, insbesondere da so ähnliche Texte als ernst gemeinte sexistische Statements bei bestimmten Hip-Hoppern ja gang und gäbe sind. Völlig misslungen und unterscheidet sich in nichts von den sexistischen Texten mancher anderer Hip-Hopper.
      Der Song, der ihnen den Vergewaltigungsphantasienvorwurf eingebracht hat, heißt „Eingelocht“. Ich habe leider nur Teile der Lyrics aus diesem Text im Internet finden können. Da sich anhand von aus dem Zusammenhang gerissenen Textzeilen der gesamte Text nicht beurteilen lässt, kann ich hierzu nichts weiter sagen.
      Mein bisheriger Eindruck: Der Anarchosyndikalismus braucht die Band Bandbreite nicht!

  11. syndikalismus permalink
    20. Februar 2010 08:28

    Anmerkung Syndikalismus.tk: Zu allererst: Der Ton macht die Musik. Das gilt vor allem für dich Keny. Dein Eingangsstatement ist: „Dreht ihr jetzt völlig am Rad“. Hättest du einfach gefragt was das soll, und das belegt, hätten wir sicherlich nicht dermaßen harsch reagiert. Aber genau diese oftmals gespielte Empörung ist für uns ein Markenzeichen antideutschen (und manchmal auch autonomen) Handelns und Manipulierens und kotzt uns an.
    Da wir ganz grundsätzlich keinen Bock auf Querfrontler und Sexisten haben hätten wir das Video auch sofort entfernt, wenn es denn tatsächliche Gründe dafür geben würde. Auf den von dir eingestellten Links findet sich aber überhaupt nichts außer Meinungsäußerungen der BetreiberInnen der Homepage. Nicht eine einzige Aussage ist belegt. Kein Beleg für Sexismus oder für eine Querfront von Seiten der Band Bandbreite. In Ermangelung dessen müssen Statements von Hörern der Band herhalten. Das ist peinlich.

    Grundsätzlich: Das Video haben wir eingestellt da es deutlich ausspricht welche Funktion Medien wie der Spiegel haben. Nämlich Lügen zu verbreiten und zu manipulieren. Das wir nicht mit jeder Aussage im Lied übereinstimmen (u.a. zu Chavez, – jede Regierung wird von uns abgelehnt, auch „Linke“, und dies nicht aus theoretischen Erwägungen sondern aus ganz praktischen) finden wir in dem Zusammenhang aushaltbar. Das wesentliche im Lied finden wir das Aufzeigen dessen, das kapitalistische Unternehmen über finanzierte Werbung Meinung kaufen und verbreiten lassen.

    Über musikalische Vorlieben und Geschmäcker lässt sich unserer Auffassung nach übrigens nicht streiten. Auch bei uns gibt es da rigorose Ablehner bestimmter Stile und nicht auf einzelne Richtungen festgelegte.

    19.02.2010

    • Logiker permalink
      20. Februar 2010 16:38

      „Aber genau diese oftmals gespielte Empörung ist für uns ein Markenzeichen antideutschen (und manchmal auch autonomen) Handelns und Manipulierens und kotzt uns an.“

      das hiesse doch dann dass syndikalismus.tk verdächtig ist auch anti-d zu sein? 🙂
      mag

      • Dennis permalink
        21. Februar 2010 15:10

        Ist wohl die Logik eines Dorftrottels.

  12. Theo Zwanziger permalink
    20. Februar 2010 14:23

    SIKO, G8 und Co…keine Verschwörungen?

    • Markus permalink
      20. Februar 2010 15:26

      Formelle Treffen von Herrschaftseliten sind keine Verschwörungen. Es fehlt der konspirative Charakter. Informelle, geheime Absprachen der Herrschaftseliten in Politik und Wirtschaft gibt es selbstverständlich, das ginge schon eher in die Richtung. Aber, insoweit es um kapitalistische Belange geht, steht immer das Privateigentum an den Produktionsmitteln und der durch den Konkurrenzdruck der Konzerne verursachte Zwang der Unternehmen zu wachsen wie ein Krebsgeschwür als strukturelle Voraussetzung dahinter.
      Die 9/11-Verschwörungstheorien stehen hingegen auf ziemlich schwachen Füßen, worauf schon Noam Chomsky hingewiesen hat. Nur wenn man völlig von der Mentalität der damaligen Herrschenden in den USA abstrahiert, kann man das für realistisch halten. Für erzkonservative, nationalistische, größenwahnsinnige Egomanen, die sich für die Herrscher der Welt halten, ist es unerträglich in der ganzen Welt als schwach dazustehen. Nie im Leben würden die Anschläge dieser Größenordnung in ihrem eigenen Land inszenieren, nicht wegen des Verlusts an Menschenleben, sondern weil das für sie ein unerträglicher Gesichtsverlust wäre. Zudem wäre die Gefahr, dass selbstinszenierte Anschläge von dieser Größenordnung auffliegen viel zu groß und in einem solchen Fall wäre die eigene Partei für immer diskreditiert. Auch die Bush-Regierung wäre nicht so dumm, das zu riskieren.
      Was soll man von angeblich kapitalismuskritischen Leuten halten, die ihre Zeit damit vergeuden Bücher über solche Verschwörungstheorien zu lesen und darüber zu debattieren? Die einzige Wirkung, die das hat, ist, dass die Wichtigkeit des Klassenkampfes nicht mehr gesehen wird. Ich fand es grauenhaft, als damals dieser Boom verschwörungstheoretischer 09/11-Bücher stattfand und Massen von selbsterklärten Linken, meist natürlich bürgerliche Linke, lesen diesen Mist und niemand redet mehr über Kapitalismuskritik und Klassenkampf.
      Kein Wunder, dass konservative Ideologen wie Jan Fleischhauer über eine solche Linke spotten und egal ob Anarchosyndikalismus nun links ist oder nicht, auf keinen Fall sollte so etwas auch noch in AS-Kreisen begünstigt werden.
      Wenn es die 09/11-Verschwörungstheorien nicht gäbe, müssten die Herrschenden sie erfinden.

      • Markus permalink
        20. Februar 2010 17:07

        Wo ich gerade schon mal dabei bin.
        Ich hab mir das Stück gerade nochmal aufmerksam angehört. Ich finde die Textzeilen über Chavez ganz und gar nicht aushaltbar. Der Typ ist DIE Gallionsfigur des aktuellen Staatskapitalismus/Staatssozialismus. Die Neuformierung des Staatskapitalismus als etablierte Herrschaftsform nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vollzieht sich vor allem über Chavez als Identifikationsfigur. Genauso wie Mutter Teresa, der Todesengel von Kalkutta,
        http://www.mutter-teresa.info/ von der Katholischen Kirche zur Helferin der Armen hochstilisiert wurde, um den Ruf des katholischen Konservatismus zu verbessern, versucht die staatskapitalistische Propaganda natürlich aus Chavez einen Helden der „kleinen Leute“ zu machen. So lange er noch genügend Widerstand von bürgerlichen Kräften in seinem Land zu erwarten hat, wäre er schön blöd, nicht zu versuchen die Arbeiterklasse mit ein paar Reförmchen auf seine Seite zu ziehen. Sobald er das nicht mehr nötig hat, wird aus der „Diktatur des Proletariats“ ganz schnell die Diktatur über das Proletariat werden – wie immer! Der Song vermittelt staatskapitalistische Propaganda und ist mit anarchosyndikalistischen Perspektiven daher unvereinbar – (auch wenn sie mit der Kritik am Spiegel als Bildzeitung des Bildungsbürgertums den Nagel auf den Kopf getroffen haben.)

  13. glouton permalink
    21. Februar 2010 01:56

    @Markus: das mit der Verschwörungstheorie, sorry versteh ich überhaupt nicht. Ich weiss jetzt ehrlich gesagt nicht, wovon der besagte Text ablenken soll. Und einer Regierung zu vertrauen – prosit Mahlzeit – sie trauen sich natürlich nicht. Dummerweise ist in Russland ein ähnlicher Fall aufgeflogen, da hat man halt mal ein paar hundert Leute weggesprengt, und beim letzten Mal nicht gut genug aufgepasst – somit ist mir ehrlich gesagt scheiss egal, ob es die US-Regierung bei 9/11 war oder nicht – zutrauen tu ich es JEDER Regierung. Was anderes vorauszusetzen ist leicht naiv – und lenkt eher vom Klassenkampf ab. Somit ist dieses Argument für mich zumindest daneben.
    Der Text zu Hitler – was ist jetzt daran homophob? Hier hab ich auch enorme Verständnisschwierigkeiten.
    Die angeführten Texte bezüglich Sexismus sind grottenschlecht, und ziemlich daneben. Gut.
    Wo jetzt bei der Bandbreite die „Querfront“ ist, habe ich immer noch nicht erfahren. Alles in Allem, ziemlich mager. Der Wunsch ist wohl eher der Vater des Gedankens (ich hoffe das ist jetzt nicht zu sexistisch, sonst enfernt um Gottes Willen diesen Beitrag)

    • Markus permalink
      21. Februar 2010 22:58

      Hallo Glouton,
      besagter Songtext ist wahrscheinlich nicht in der bewussten Absicht geschrieben, von etwas abzulenken, sondern die glauben wahrscheinlich wirklich dran. Aber genau diese Ablenkungsfunktion erfüllen die 11.9 –Verschwörungstheorien ganz allgemein, und nicht nur diese. In dem Buch „The hidden Hand“ von Richard J. Aldrich, ein Buch über Geheimdienste, weist dieser z. B. auf einen Pentagon-Bericht hin, in dem es darum ging, Informationen über den Kennedy-Mord und andere für die mediale Öffentlichkeit interessante Dokumente allgemein zugänglich zu machen „um den ungezügelten Appetit der Öffentlichkeit auf ,Geheimnisse‘ zu dämpfen, indem man sie mit echtem Ablenkungsmaterial versorgt“. Aldrich kommentiert dies folgendermaßen: „Wenn sich die investigativen Journalisten und Zeithistoriker in überflüssigen Diskussion über die Bedeutung des grasbewachsenen Hügels in Dallas erschöpfen würden, fänden sie keine Zeit, in Bereiche vorzudringen, in denen ihre Recherchen nicht willkommen sind.“
      Genau den gleichen Effekt haben die 11.9 –Verschwörungstheorien und viel anderer dem verschwörungstheoretischen Denken entsprungener Mist ebenfalls. Wenn Massen von Menschen dazu gebracht werden können, ihre Zeit mit sowas zu vergeuden, dann stehen die real existierenden Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse weniger im Fokus.
      Naivität gegenüber Regierungen lenkt vom Klassenkampf ab, da hast Du Recht aber verschwörungstheoretische Naivitäten tun das nicht weniger.
      Jeder Regierung sollte zugetraut werden, nicht nur Hunderte oder Tausende, sondern auch neun Zehntel oder mehr der eigenen Bevölkerung zu ermorden, wenn sie sich Vorteile davon verspricht – keine Frage. In meinem obigen Kommentar zu Chavez habe ich ja gerade versucht die Naivitäten mancher Linker gegenüber Regierungen scharf zu kritisieren. Für eine realistische Analyse von Herrschaftsstrukturen und den praktischen Kampf dagegen ist allerdings wenig ungeeigneter, als das Schwelgen im verschwörungstheoretischen Denk-Syndrom. Stets stehen dort geheime böse Mächte im Vordergrund und nicht der tatsächliche ZUSAMMENHANG von Strukturen und Personen. Das befriedigt oberflächliche sensationalistische Bedürfnisse analog dem Lesen eines schlechten Gruselromans, bringt aber nichts, rein gar nichts für die Praxis. Die gleichen Leute, die so fest an die Schuld der USA für die Anschläge glauben, wählen überwiegend SPD und Grüne (ein Teil sind sogar AnhängerInnen rechtsradikaler Gruppierungen). Dass aus dem verschwörungstheoretischen Denken ein Schub für die libertär-klassenkämpferische Bewegung hervorginge, kann nun wahrlich nicht behauptet werden, ganz im Gegenteil, die meisten dieser Verschwörungstheorie-Fans sind in praktischer Hinsicht zu nichts zu gebrauchen.
      Deine tendenzielle Gleichsetzung der Anschläge vom 11 September mit einem nachgewiesenen von der Regierung selbst inszenierten Anschlag in Russland, könnte nur systematisch überprüft werden, wenn Du einen Link mit weiteren Informationen dazu setzen könntest. Aber trotzdem vorab: Einen Anschlag mit Hunderten von Toten zu inszenieren dürfte wesentlich leichter fallen als die gleichzeitigen Anschläge auf das WTC und das Pentagon mit Tausenden von Toten. Mit jedem Mitwisser steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Sache auffliegt. Je mehr Aufwand betrieben werden muss, umso riskanter wird es für die jeweilige Regierung. Die Pressefreiheit ist in Russland wesentlich eingeschränkter als zur der Zeit der Anschläge in den USA. Auch hat der Anschlag in Russland offenbar nicht zentrale Symbole der nationalen Macht, mit denen sich die Regierenden identifizieren, betroffen. Es war wohl auch nicht davon auszugehen, dass das Auge der Weltöffentlichkeit in gleichem Maße auf Russland ruhen würde, wie bei den Anschlägen vom 11 September. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die USA ein etabliertes Zwei-Parteien-System haben, bei dem jedes Auffliegen einer solchen Sache automatisch der anderen Partei den langfristigen Erfolg sichern würde. Hat es denn bei dem Anschlag in Russland entsprechende Konsequenzen gegeben, als er aufgeflogen ist? Offensichtlich nicht. Die Verhältnisse waren demnach wahrscheinlich ganz andere. Wie gesagt, ich bin über den Anschlag in Russland, über den Du sprichst, leider nicht informiert, aber ich bezweifle trotzdem stark, dass die beiden Szenarios tatsächlich so weitgehend vergleichbar sind, dass sich von dem einen begründet auf den anderen schließen ließe.
      Ganz unabhängig von der oft diskutierten Frage, ob die USA nun ein Imperium sind oder nicht, die Regierenden in den USA halten sich auf jeden Fall dafür. Alles, was ein Imperium in den Augen der Weltöffentlichkeit schwach aussehen lässt, ist für ein Imperium von größtem Nachteil. Ein als schwach angesehenes Imperium verliert einen wichtigen Teil seiner Herrschaftsvoraussetzungen. Anschläge von dieser Größenordnung selbst zu inszenieren, die zudem auch noch mit dem WTC und dem Pentagon zwei der zentralsten nationalen Symbole betreffen, wäre aus Perspektive der damaligen neokonservativen, nationalistischen politischen Führungsriege ein Art Selbstmordversuch an den eigenen imperialen Machtvoraussetzungen gewesen. Allein schon, dass es diese beiden zentralen Symbole gewesen sind, die angegriffenen wurden, bedeutet für sie einen schlimmeren Gesichtsverlust als der Verlust an Menschenleben. Es hätte tausend einfachere, weniger riskante, weniger nachteilige Möglichkeiten für die damalige US-Regierung gegeben etwas zu inszenieren, was einen Angriff auf das weltweit geächtete und selbst in den meisten anderen islamischen Ländern unbeliebte Taliban-Regime rechtfertigt. Ein kleinerer Anschlag ohne Einbeziehung zentraler nationaler Symbole hätte es da auch getan und wäre zudem wesentlich weniger riskant gewesen als dieses hochkomplexe Scenario vom 11 September. Schon beim Irak-Krieg stand der Vorwurf des Baus einer Atombombe im Vordergrund und er hätte ansonsten kaum durchgezogen werden können. Glaubst Du wirklich, die Strategen bei CIA und Pentagon würden im Falle der Inszenierung eines Anschlages gleich ein derart kompliziertes Scenario mit 3 gleichzeitigen Anschlägen wählen und das auch noch so, dass zentrale nationale Symbole betroffen sind und die USA in der ganzen Welt als schwach und angreifbar dasteht? Sehr unwahrscheinlich, die Herrschenden mögen verrückt sein, aber sie sind es nicht, was machtstrategisches Denken betrifft.
      Was den Text über Hitler angeht, hier wird ein Bezug zwischen Homosexualität und Hitler hergestellt, der nicht belegbar ist, und der selbst, wenn er belegbar wäre, völlig nutzlos ist. Hitler ist nicht gerade ein Sympathieträger, was hat der Kampf gegen sexuelle Unterdrückung davon, wenn Assoziationen über einen Zusammenhang zwischen Hitler und Homosexualität in Umlauf gebracht werden? Es ist offenkundig, dass das ziemlich daneben ist.
      Hier werden krude Theorien über eine angebliche latente Homosexualität Hitlers, die in der Geschichtswissenschaft allgemein nicht ernst genommen werden, aufgegriffen und als Tatsache hingestellt. Das kann nur die gleichen Wirkungen haben, wie der Mythos Hitler sei Vegetarier gewesen, der die Top Ten der Argumente gegen Vegetarismus anführt. Außerdem werden dadurch die wissenschaftlich bislang durch nichts belegten Diskriminierungen von Schwulen durch einige (aber zum Glück nicht alle) Psychoanalytiker, sie seien narzisstischer als „normale“ Männer indirekt gefördert.
      Trotzdem ist der Text wahrscheinlich nicht bewusst homophob motiviert, er ist nur einfach dumm und zeigt die gleiche Neigung dieser Band zu unbelegten verschrobenen Hypothesen wie ihr verschwörungstheoretischer Text.
      Hinsichtlich des Sexismus sind wir uns ja einig.
      Was den Querfront-Vorwurf“ angeht, ich habe ihn nicht erhoben. Ich habe die Band erst durch Syndikalismus tk kennen gelernt. Sollen die begründen, die das behaupten. Wenn mit dem Querfront-Vorwurf einfach gemeint sein soll, dass weil in rechten Kreisen, die Verschwörungstheorien zum 11 September weit verbreitet sind, deshalb alle anderen, die auch daran glauben, eben Querfrontler seien, dann würde es sich einfach um den üblichen Unsinn typisch antideutscher „Argumentationslogik“ handeln, der auch in ihrem logisch unsinnigen Begriff des „Strukturellen Antisemitismus“ gegeben ist.
      Ich habe bisher keine Gründe gefunden, Bandbreite als Querfrontler einzuordnen, ich halte sie bislang nicht für Querfrontler, sondern für echte bürgerliche Linke – bürgerliche Linke durch und durch. Verschwörungstheorien verbreiten, Staatskapitalisten wie Chavez bejubeln, ihren Antifaschismus bekunden, indem Hitler als schwul bezeichnet wird, Sexismus in einer Weise thematisieren, die ihn nur fördert und sich toll vermarkten lässt und sich dabei natürlich ungeheuer reflektiert und kritisch vorkommen. Sie repräsentieren in geradezu prototypischer Weise die Mehrzahl bürgerlicher Linker, die sich für besonders aufgeklärt hält, obwohl sie nicht dazu in der Lage sind über die bestehenden Herrschaftsverhältnisse hinaus zu denken. So wie der Spiegel die Bildzeitung des Bildungsbürgertums ist, so erfüllen Bandbreite die selbe Anpassungsfunktion an die kapitalistische Gesellschaft für jugendliche Hip Hop-Fans.
      Ich hoffe, meine Position ist jetzt etwas verständlicher geworden.

      Grüße

      Markus

      • FAUista permalink
        22. Februar 2010 01:07

        Ich denke, dass das Mittel der Konfrontation mit der Widersprüchlichkeit und Doppelmoral etwas anderes ist als Homophobie. Denn um ersteres gehts wohl. Und nicht nur dabei: Göring war drogenabhängig, Goebbels ein Krüppel und Hitler schwul. Nach eigendefinition der Nazis hätte genau die Führerschaft selber ins Lager gehört mit einer wirklichen Bandbreite an Winkelfarben!
        Allein diese Widesprüchlichkeit der Nazis künstlerisch aufzuzeigen, denke ich, ist die richtige Stoßrichtung *Kicher*.
        Das gilt heute noch: Wenn ich sehe, dass Nazis Drogendealer sind und inzwischen fleissig konsumieren, dass mir Nazigestalten gegenübestehen, welche in keiner Weise als arisch durchgehen und wenn sich viele Nazis, voran der fette Brehl, positiv auf Michael Kühnen berufen (Warum wohl:-), ja dann lohnt es sich, dieses Mittel der gezielten Bloßstellung einzusetzen. Wohlgemerkt mit Betonung der Widersprüche und Doppelmoral der Nazis und ohne Diskriminierung der von den Nazis mißhandelten.
        Hitlers Homosexualität ist tatsächlich nicht erwiesen, jedoch gibt es ein spannendes Buch, welches mit umfangreichen Indizien Hitlers Leben unter dem Aspekt möglicher Homosexualisät nachzeichnet:
        Lothar Machtan: Hitlers Geheimnis. Das Doppelleben eines Diktators.
        Es ist in der Tat faktenreich und an vielen Stellen zum Schmunzeln im von mir dargestellten Sinne.

  14. Fanz Firle permalink
    21. Februar 2010 13:01

    Bandbreite sind zudem antiziganistisch, behindertenfeindlich, ageistisch, eurozentristisch, speziesistisch, anglophob, xenophobistisch, hermaphroditenfeindlich und machen perverse Witze über extraterristische Intersexuelle!

  15. Rock & Roll permalink
    21. Februar 2010 19:53

    Besser is dat hier

  16. glouton permalink
    22. Februar 2010 00:34

    @Markus: erst einmal Danke für die sachliche und begründete Antwort. So kommen wir auf jeden Fall weiter. Grundsätzlich: ich sehe einen Liedtext einer Band grundsätzlich nicht als etwas an, was groß von Bedeutung ist. Wer sich von einem Liedtext inspirieren lässt, an Verschwörungstheorien zu glauben, Sexist zu werden, oder den Klassenkampf zu verleugnen – der ist als Mensch und Charakter überhaupt zu nichts zu gebrauchen. Daher stehe ich dieser ganzen (in meinen Augen sinnlosen – genau wie der antideutschen – Diskussion) relativ gelassen und neutral gegenüber. Wichtig ist der eigene Standpunkt, und ob man in der Lage ist ihn zu vertreten. Im Sinne einer „revolutionären Gymnastik“ sehe ich auch keine Probleme darin, nicht 100 % übereinstimmende Meinungen stehen zu lassen – ohne sie deshalb gleich zu teilen. Das hat seine Grenzen, und offenkundig sind diese bei uns unterschiedlich gelagert. Egal.
    Bezüglich dem Anschlag in Russland: es handelt sich um den vereitelten Sprengstoffanschlag vom 22. September 1999 in Rjasan. Gleich allen vorherigen Anschlägen war er in einem Arbeiterviertel inszeniert worden, und sollte die größtmögliche Anzahl gewöhnlicher Arbeiter töten. In Bujnaksk, Wolgodonsk und Moskau gab es zuvor erfolgreiche Anschläge derselben Art. Sie dienten dazu Putin zum Präsidenten zu bomben, und den zweiten Krieg im Kaukasus zu entfesseln. In einem Film von A.Nekrassow (gibts auf deutsch) Originaltitel „FSB sprengt Russland“ gibt es die Originalsequenzen russischer Nachrichtensender, in denen der Innenminister am ersten Tag behauptet „Man habe endlich einen Terroranschlag verhindert“ und am Folgetag, wo durch eine Panne des Geheimdienstes die „Terrorspezialisten“ durch lokale Bullen gefasst wurden kam dann die Erklärung „es war eine erfolgreich durchgeführte Übung der Geheimdienste, zur Verhinderung des Terrorismus“. Wenn Du die genauen Abläufe einschätzen willst (sind aufgrund der medialen Möglichkeiten nun mal eindeutig dokumentiert) ist zum einen der Nekrassow-Film zu empfehlen, zum anderen das Kapitel „Fiasko in Rjasan“ in dem Buch „Eiszeit im Kreml“ von Yuri Felshtinsky und Alexander Litwinenko, erschienen bei Hoffmann und Campe 2007. Die Zweckmässigkeit Massenpsychosen auszulösen ist nunmal in bestimmten Lagen für eine Regierung notwendig. Milosevic „probte“ dies indem er zur Sonnefinsternis über Massenmedien verbreiten liess, dass diese bei Betrachtung tödlich sei. Nun, die Strassen in Belgrad waren dann auch leer zum Ereignis. In Russland hat man eine Massenpsychose ausgelöst, die ebenfalls zumindest in einem Fall recht klare Urheber hat. In Amerika gab es auch eine Massenpsychose (und ich kann mich noch sehr genau erinnern, wie selbst hier Leserbriefe, die dem nicht entsprochen haben zensiert wurden) – und es ist wirklich scheissegal wer dies verursacht hat. Und genauso scheissegal (und nicht wie von Dir behauptet, problematisch) ist es, ob bei 9/11 die USA selbst die Finger im Spiel hatten. Das Ergebnis zählt. Und das negieren dieses organisierten Ergebnisses lenkt ab – nicht irgend was sonst. Glauben kann man an sonstwas, bloss beeinflussen lassen sollte man sich nicht für irgendwelche obskuren Regierungsgeschäfte. Für mich ist diese Aussage der „Bandbreite“ daher völlig EGAL. Sie beeinflusst REIN GAR NICHTS. „Hüte Dich den Schaum für die Woge zu halten.“

    • Markus permalink
      22. Februar 2010 02:12

      @glouton
      Na ja, meiner Erfahrung nach gibt es da doch leider viele Menschen, die da nicht so kritisch und unbeeinflussbar sind wie Du.
      Die ablenkende Wirkung verschwörungstheoretischen Denkens habe ich bei vielen Leuten selbst beobachten können. Da heißt es nie: Alle Regierungen sind falsch und müssen abgeschafft werden, sondern immer nur: „Die US-Regierung ist böse“, und dann wählen sie SPD, Grüne, Linkspartei oder schlimmstenfalls NPD. Plumper Anti-Amerikanismus ersetzt da ernsthafte Staats- und Kapitalismuskritik. Aber sie halten sich stets für äußerst kritisch. Daher fand ich es schon sinnvoll mal auf den Unfug des verschwörungstheoretischen Denkens hinzuweisen, auch wenn das kein Thema ist, an dem wir uns festbeißen sollten.
      Und die antideutsche Diskussion, Struktureller Antisemitismus und so: Die hat viele insbesondere jüngere Leute in der autonomen Scene und auch in der libertären Bewegung durchaus beeinflusst. In meinem Syndikat können wir das auch schwer nachvollziehen, aber bei vielen Jüngeren ist der Einfluss schon vorhanden.
      Dass die Grenzen bei uns unterschiedlich gelagert sind, was die Beurteilung von Bandbreite angeht, ist nicht schlimm. Hat ja zu einem interessanten Austausch geführt.
      Danke für die Infos über die inszenierten Anschläge in Russland. Werde ich bei Gelegenheit mal genauer nachrecherchieren. Was die Massenpsychose als Ergebnis der Anschläge vom 11 September angeht, stimme ich Dir zu.
      Dich und mich beeinflussen Bandbreite überhaupt nicht, bei solchen Fans der Band, die zu solchen Einstellungen neigen, werden sie aber schon einen gewissen Einfluss ausüben und sei es auch nur, dass sie zur Festigung schon vorhandener Tendenzen beitragen.
      Ein kleiner Knoten im riesigen Netzwerk der Vermittlungsinstanzen bürgerlicher Ideologie. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

      • Mirko Slomka permalink
        22. Februar 2010 11:27

        Antiamerikanismus ist auch so ein Begriff, über den sich nachdenken läßt. Stellt euch mal vor, in de USA würde ständig von Europa gesprochen, aber lediglich Deutschland gemeint. Hitler ist gemeint, und die Schweden und Isländer werden mitbenannt. Deutschland hätte zwar gerne ganz Europa im Faschismus unterjocht, aber das ist nicht der Fall. Genauso wenig sind Süd- und Mittelamerika zwar stark US-Beeinflußt, aber selbst Kanada ist nicht gleich USA, auch wenn sie jeden Scheiß mitmachen und die Bevölkerung englisch spricht 🙂
        Das ist zwar nicht meine Intention, warum ich den Begriff ablehne, aber doch interessant: Denn wer von „Antiamerikanismus“ spricht, bedient damit selber zum Teil dem von antideutschen so betitelten „Strukturellen Antisemitismus“, da er der Ostküste in den USA als wahres Amerika benennt, welche ihre verschwörerischen Krakenarme nach Lime, Rio de Janeiro und Mexico Stadt austentakelt.

      • Markus permalink
        22. Februar 2010 12:57

        @FAUista
        das Mittel der Konfrontation mit der Doppelmoral kann auch meiner Ansicht nach eine gute Methode in Bezug auf Faschisten sein. Andreas Marneros macht das z.B. in überzeugender Weise in Bezug auf Nazi-Schläger in den beiden Büchern „Hitlers Urenkel“ und „Blinde Gewalt“, auf der Grundlage von gut belegten Fakten – ganz im Gegenteil zu Bandbreite. Der Songtext hätte, um das in überzeugender Weise darzustellen, was Du vorschlägst, ganz anders aufgebaut sein müssen.
        In dem Text wird Hitlers Destruktivität darauf zurückgeführt, dass er nicht genügend homosexuelle Kontakte hatte, geht´s noch trivialer? Mal abgesehen davon, dass, wenn man/frau das ernsthaft durchdenkt, dass ein Argument für Sex mit Nazis wäre und nicht dagegen.
        Und ich glaube nicht, dass sich die meisten Schwulen besonders gut fühlen würden, wenn sie ständig mit dem Spruch konfrontiert würden: Hitler war doch auch schwul.
        Außerdem heißt es in dem Text auch noch:
        „Dabei sind es gerade diese Rechtsextremen
        Die uns die Evolution versau´n mit ihren fiesen Genen“
        Heißt im Klartext: Faschistische Einstellungen sind vor allem genetisch bedingt, wessen Eltern Nazis waren, der wird wahrscheinlich auch einer. Wer den gleichen primitiven Biologismus predigt wie die Nazis, hat es gerade nötig sich als konsequenten Antifaschisten zu präsentieren. Es gibt bessere Argumente dafür keinen Sex mit Nazis zu haben.
        Ich weiß, jetzt kommt natürlich die Kritik, dass sei ja alles satirisch gemeint und dürfe nicht wörtlich genommen werden, zeigt doch alles nur, wie bescheuert der Text ist.
        Das Buch über Hitlers angebliche Homosexualität habe ich nicht gelesen, nur Artikel darüber. Machte auf mich den gleichen Eindruck, wie viele andere Produkte sensationalistischer Hitler-Literatur, die uns immer wieder neue Interpretationsmöglichkeiten der Persönlichkeit von Hitler auf Grundlage vager Spekulationen verkaufen wollen. Das nichts bewiesen ist, sagst Du selber. Ich empfehle da eher:
        Alice Miller – Am Anfang war Erziehung und
        Erich Fromm – Anatomie der menschlichen Destruktivität
        Da ist m.E. ein realistischeres Bild von Hitlers Persönlichkeit zu gewinnen.

        @Mirko Slomka
        gebe Dir mit Deiner Kritik an meiner Wortwahl „Anti-Amerikanismus“ völlig Recht. War mir in dem Augenblick nicht im Bewusstsein. Hätte „US-Anti-Amerikanismus“ sagen müssen, wenn ich den Ausdruck schon verwende. Danke für die Klarstellung.
        Und nein, ein Bezug zum Begriff des „Strukturellen Antisemitismus“ ist in meiner Intention überhaupt nicht gegeben. Meinte das in etwa so, wie auch Noam Chomsky, wenn er argumentiert die USA seien nicht böse, sie haben eben einfach mehr Macht.

    • Markus permalink
      23. Februar 2010 14:29

      Kleiner Nachtrag zu meinem obigen Satz:
      „Und die antideutsche Diskussion, Struktureller Antisemitismus und so: Die hat viele insbesondere jüngere Leute in der autonomen Scene und auch in der libertären Bewegung durchaus beeinflusst. In meinem Syndikat können wir das auch schwer nachvollziehen, aber bei vielen Jüngeren ist der Einfluss schon vorhanden.“
      Nur, dass das nicht missverstanden wird:
      Damit wollte ich auf den unterschiedlichen Erfahrungshintergrund zwischen älteren und jüngeren AktivistInnen in Bezug auf den antideutschen Diskurs hinweisen. Ich habe häufiger gemerkt, dass viele Verständigungsschwierigkeiten in dieser Hinsicht einfach daher rühren, dass viele ältere AktivistInnen schwer nachvollziehen können, was für einen gewaltigen Sozialisationsdruck der antideutsche Diskurs bei vielen jüngeren AktivistInnen bewirkt hat, als er mit voller Wucht in die linke und z.T. auch libertäre Bewegung eingebrochen ist. Viele ältere AktivistInnen hatten da ganz andere Sozialisationserfahrungen und können dann kaum verstehen, wie wichtig es für viele Jüngere ist, sich in Bezug auf den antideutschen Diskurs zu positionieren. Es ist in manchen Diskussionen für viele ältere AktivistInnen dann manchmal ungewohnt mit welcher Vehemenz manche Jüngeren, auch wenn sie absolut keine Antideutschen sind, Wert darauf legen, dass ihre Aussagen und Positionen nicht „strukturell antisemitisch“ sind und Ähnliches. Hätten die Älteren den gleichen Sozialisationshintergrund würden es ihnen natürlich genauso gehen.
      Und was meine kleine Polemik gegen die 09/11-Verschwörungstheorien angeht, es möge sich bitte niemand persönlich beleidigt fühlen. Ich habe selbst gute Freunde, die daran glauben, aber scharf kritisiert werden musste das Ganze mal. Die Gelegenheit konnte ich nicht ungenutzt lassen.

      • Andre Golke permalink
        23. Februar 2010 15:05

        Bei den älteren aus der (autonomen) Szene hatte der Sozialisierungsdruck nur eine andere Ummantelung, das hieß damals noch nicht „antisemitismus“, sondern „Sexismus“ oder der ganze Tierrechtskram. Die Mechanismen sind da ganz dieselben, dieser Anpassungs- und Uniformitätsdruck. Ich nenne das gerne PC-Stalinismus: Aufpassen, was man sagt, die Schere im Kopf, das Anbiedern an die Szenehäupflinge, alles das, was wir eben bei autoritären Strukturen und Bewegungen auch kennen. Damals (und auch zum großen Teil noch heute) mußte man sich zur „Geschlechterfrage“ (wehe, man sagte „Frauenfrage“) so positionieren, wie heute eben zum „Antisemitismus“. Es ist eine Bewegung der studentisch geprägten Mittelschicht, die um sich selber kreist. Es ist eine gesellschaftliche Krankheitserscheinung, die mit Emanzipation und freiem Denken nicht viel zu tun hat.
        Ich kenne das von früher auch, und heute lach ich mich schlapp.
        Hab mal einen alten Text von mir entdeckt, wo ich von „MitgliederInnen“ schrieb!
        Ein Akt von vorauseilendem Gehorsam: nicht denken, sondern nur nicht anecken! Warum? Das Wort Mitglieder ist ein neutrum: DAS Mitglied. Achtet mal drauf, das machen einige noch heute so 🙂
        Ist nur so ein Beispiel, aber ein gutes, um den Konformitätsdruck und den antiemanzipatorischen Charakter zu veranschaulichen. Ja, jüngere Leute haben oft den Druck, aber sie können sich auch davon befreien: Selber machen, statt die Szeneläden besuchen! Laßt sie links liegen, da kommt nur Blödsinn bei raus, selber denken, selber Handeln, ist mein Tipp. Was besseres kommt allemal dabei heraus.
        Wir älteren helfen den jüngeren gerne dabei, und es ist für mich mancherorten eine Freude zu sehen, wie jüngere oftmals diesen Mist erst garnicht fressen 🙂
        Wir müssen ihnen gut zur Seite stehen und Lebensgefühl und Lebenslust mit vrmitteln, zeigen, dass man sich aufrecht gegen diesen Uniformitätsdruck stellen kann. Und das macht Spaß 🙂

      • Markus permalink
        23. Februar 2010 20:51

        @Andre Golke
        stimme Dir in fast allem, was Du sagst zu.
        Was allerdings das Thema „Sexismus“ betrifft, so habe ich den Eindruck, dass es heute oft zu wenig thematisiert wird. Damit meine ich nicht das Bestehen auf bestimmten Schreibweisen, aber so Phänomene, dass die Fuck For Forest-Spinner auf linken und libertären Veranstaltungen Frauen anquatschen, ob sie nicht in ihren Filmen mitspielen wollen oder dass die sexistischen Texte von Bandbreite kein ausreichender Grund für einen Boykott der Band sind. Hier wäre etwas mehr feministisches und anti-patriarchales Bewusstsein durchaus wünschenswert. Auch wenn wir beide keinen PC-Stalinismus wollen.

  17. 22. Februar 2010 04:25

    2 coole Verwirrsprüche für/gegen Verschörungstheoretiker:

    es ist immer noch logischer und gesünder zu fragen,“Wem nützt das?“, als verschreckt wissen zu wollen:“Wer war das?“.
    und es ist oft wichtig, zu wissen, dass „wem nützt das“ nicht unbedingt die Antwort auf „wer war das“ ist. …

    „die Tatsache, daß Du nicht paranoid bist, heisst nicht, dass sie nicht hinter dir her sind…“

    😉 …

    • Dennis permalink
      22. Februar 2010 15:44

      P a r a n 😮 i a bedeutet, alle Fakten zu kennen.

      • Hale permalink
        22. Februar 2010 16:34

        Wo ist das Mikro???

  18. Detlef permalink
    22. Februar 2010 16:40

    BIFFF hat einen Schwerpunkt auf rechtsextreme Gewaltsexgruppen gelegt, die bis ins bürgerlich-linke Lager reichen.
    http://www.bifff-berlin.de/aktuell106.html

    Zur Homosexualität von Nazis gibt es diese interessante Doku in 7 Teilen.

  19. 23. Februar 2010 18:24

    durchaus lesenswert dazu: Mit der Querfront gegen die Antideutschen von Hans Christoph Stoodt … jedeR Linke sollte „Die Bandbreite“ scheisse finden …

  20. glouton permalink
    24. Februar 2010 02:41

    @Entdinglichung: gerade bei solchen Gestalten, wie dem Autor des „durchaus lesenswerten“ Artikels, kriege ich einfach nur Kotzkrämpfe. Eine durch und durch ideologische Argumentation, wo mit Wahrheit, Halbwahrheit und Möchtegernwahrheit munter durcheinander argumentiert wird, um am Ende das gewünschte Ergebnis – die Verdammung – zu erhalten. Es ist weniger ein begründeter Standpunkt, als vielmehr eine Hetze. Wie gesagt: ich bin kein Fan von der „Bandbreite“ – aber son Dreck muss ich mir nicht antun. Der linke Sumpf mag meinetwegen schön vor sich hin gammeln – ich habe kein Interesse daran, an ihm in irgendeiner Form beteiligt zu sein. Und mich interessiert es auch nicht, was die „politisch Korrektness“ verseuchten zu den diversen Sinnlosigkeiten des Lebens meinen. Belanglos.

    • Kickersfan permalink
      24. Februar 2010 09:49

      Absolut zutreffend was du sagst Glouton. Der Stoodt ist eh ein mieses Manipulierer Arschloch. Nicht nur bezüglich der Antideutschen und der Bandbreite. Auch im Bereich Antifa manipuliert er mit Lügen und Verdrehungen und Unterstellungen. So einer gehört aus allen emanzipatorischen Strukturen entfernt. Ein mit allen intriganten Wassern gewaschner DKP-Funktionär ist er auch noch zusätzlich. Auch hier auf tk gibts was älteres zu ihm und seinem Verhalten.

      https://syndikalismus.wordpress.com/2009/07/05/richtigstellungen-der-okolinx-frankfurt-zur-28-marz-demo-in-frankfurt/

    • Markus permalink
      24. Februar 2010 15:31

      Der von „Entdinglichung“ gepostete Text bringt für die Diskussion nichts Neues, das ist wahr. Der Querfront-Vorwurf wirkt arg konstruiert, die Argumentation bezüglich des Homophobie-Vorwurfs ist wenig überzeugend und der Sexismus der Band war uns bereits bekannt. Es ist aber auch überhaupt nicht nötig mit neuen Argumenten aufzuwarten, weil alles, was wir bislang über „Die Bandbreite“ wissen ausreichen sollte sie hier nicht zu promoten.
      Mit Amüsement nehme ich zur Kenntnis, dass wer den Sexismus der Band für ausreichend hält sie in AS-Zusammenhängen links liegen zu lassen, von der „Politischen Korrektness“ verseucht ist.
      Was wäre, wenn in den Texten der Band die Frau nicht als Frau sondern als Arbeiterin in gleichem Maße diffamiert würde. Dann würde hier mit Recht ganz bestimmt kein Link zu einem anderen Video der Band gepostet werden und das Argument mit einem Text der Arbeiterinnen in krasser Weise diffamiert, würde doch nur auf die alltägliche Benachteiligung des weiblichen Teils der Arbeiterklasse hingewiesen würde lächerlich wirken.
      Aber wird die Frau als Frau und nicht als Arbeiterin diffamiert, dann ist es egal.
      Was wäre, wenn die Band gleichermaßen krasse rassistische Texte geschrieben hätte, anstatt sexistische (haben sie nicht, aber was wäre wenn?) und es würde versucht sich damit rauszureden, damit solle doch nur der alltägliche Rassismus thematisiert werden. Wer würde das ernst nehmen?
      Was wäre, wenn sie einen gleichermaßen diskriminierenden Text gegen die Arbeiterklasse verfasst hätten, und es würde versucht das zu rechtfertigen mit dem Argument sie würden doch nur den alltäglichen Klassismus thematisieren. Sie wären zu Recht verhasst in AS-Kreisen.
      Der Anarchosyndikalismus setzt einen Schwerpunkt auf den ökonomischen Kampf und auf die Beseitigung der Klassenherrschaft. Das ist unser Arbeitsschwerpunkt. Mensch kann nicht an allen Fronten gleichzeitig mit derselben Intensität kämpfen. Aber das bedeutet ja wohl nicht, dass nicht zumindest den AnarchistInnen unter uns der Kampf gegen alle anderen Formen von Hierarchie und Herrschaft nicht ebenfalls am Herzen läge.
      Klassenherrschaft, Kapitalismus, Staat, Rassismus, Patriarchat, Homophobie, und vieles mehr – dass alles muss zerstört werden!
      Und wie soll das eigentlich auf am AS interessierte Arbeiterinnen wirken, wenn hier auf der wichtigsten deutschsprachigen anarchosyndikalistischen Informationsseite ein Song von einer Band präsentiert wird, von der eindeutig bewiesen ist, dass sie auch Stücke mit Texten haben, die sich in nichts von anderen frauenfeindlichen Porno Rappern unterscheiden, (außer, dass in diesem Fall vielleicht argumentiert würde, damit würde doch nur auf den alltäglichen Sexismus aufmerksam gemacht, der uns umgibt.) Mensch müsste sich nicht wundern, wenn Frauen da zu dem Schluss kämen, da gehe ich lieber zu einer DGB-Gewerkschaft, die keine solchen Bands promoten.
      Zum Glück hat die FAU den Kampf gegen jede Form von Sexismus als eines ihrer Hauptziele in ihre Prinzipienerklärung geschrieben.
      Und darüber hinaus: Überlegt Euch mal in dem obigen Song über den Spiegel würde anstatt Chavez Lenin verherrlicht. Würde dann wohl ein Link zu diesem Stück gesetzt werden? Wohl kaum. Aber bei Chavez, der aktuellen Symbolfigur des Staatskapitalismus, da macht das nichts.
      Was jemand privat für Musik hört, ist mir egal, da würde ich mir nicht erlauben jemandem reinzureden. Wenn jemand wie „glouton“ betont Songtexte seien ihm egal, ihn beeinflusse so was eh nicht, ist das völlig o.k.
      Aber was für Einzelpersonen gilt, kann so nicht für die AS-Bewegung gelten. Wenn es um eine Band mit krass frauenfeindlichen Texten geht, dann sollte diese von der AS-Bewegung boykottiert werden, in keiner Zeitschrift, auf keiner Internetseite, auf keiner Veranstaltung des AS sollte eine solche Band promotet werden.
      Wer privat auf Bandbreite steht, weil ihm die Musik gefällt, kann sie ja hören, aber doch bitte nicht die AS-Bewegung da mit reinziehen.
      Anarchistische Herrschaftskritik, der es um die Zerstörung aller Formen von Hierarchie und Herrschaft geht ist etwas anderes als die bürgerlich-akademische „Political Correctness“, die den Kampf gegen Herrschaft durch aufgezwungene Sprachregelungen ersetzen will.
      Auf dieser Seite hier gibt es einen Link zu einem guten Video, der unbedingt erhalten bleiben sollte. Das Video von „Anarchosyndikalist“ über die Entwicklung der menschlichen Sprache nämlich, in dem auch der Anarchosyndikalist Chomsky zu Wort kommt. Sehenswert und erhaltenswert. Für das Video von der sexistischen, verschwörungstheoretischen, staatskapitalistischen, links-bürgerlichen HipHop Band „Die Bandbreite“ gilt das nicht!

      Anmerkung Syndikalismus.tk: Deine Ausführungen – wie auch die anderer Diskussionsteilnehmer hier – nehmen wir natürlich zur Kenntniss. Wir haben uns aber noch keine abschliessende Meinung dazu gebildet, wie wir mit der Bandbreite hier auf Syndikalismus.tk umgehen. Als einzige relevante Kritik das Video zu entfernen erscheint uns nur der Sexismus-Vorwurf, zu welchem wir uns eine Meinung bilden, nachdem wir uns von den angesprochenen Liedtexten (Eingelocht, Miesmuschel und Man kennt uns) Kentniss verschafft haben werden. Das die Bandbreite „bürgerliche Linke“ sind bestreiten wir nicht sondern sehen dies genauso. Meinungsäußerungen der Bandbreiten-Gegner finden sich übrigens hier http://vollebandbreite.blogsport.de/images/Kurzkritik_091009_verschwoerungsideologieblockieren_A5.pdf, eine die Bandbreite eher verteidigende Stellungnahme findet sich hier: http://www.barth-engelbart.de/?p=439

      • Margot K. permalink
        24. Februar 2010 20:12

        Eine Bewegung tut gut daran, elastisch zu sein und jedwede Widerspruchsreiterei bleiben zu lassen. Sie verliert ansonsten jede menschliche Natürlichkeit und damit die Anbindung an die Menschen außerhalb der Bewegung. Die Realität ist nunmal so, und eine Bewegung sollte sich nicht absondern.
        Viele Menschen sind reine Kulturbewegte, keine politisch sehr weit denkenden Menschen. Das ist so eine Gefühlssache, und da passt Rigidität nicht.
        Ja, bei der FAU spielten schon mal „44-Leningrad“ – Lenin 🙂
        Ich selber höre „Alkoholiker“ von Sleipnir, eine Faschoband. Und ich kann nicht jeden verteufeln, der die stumpfen „Böhsen Onkelz“ hört. Die Bewegung würde sich schnell isolieren. Nein, ich denke, man muß elastisch damit umgehen. Und das gilt ganz besonders für den künstlerischen Bereich. Wie wollen wir an die Jugend herankommen, wenn wir nicht dieselbe Sprache sprechen?
        Klar gilt das auch dafür, dass Arbeiter durch den Kakao gezogen werden. Es ist wichtig, auch über sich selber lachen zu können, das muß man aushalten, sonst wird das nichts mit der Veränderung.

        Meint (wieder nüchtern) Margot K.

      • Frank permalink
        24. Februar 2010 21:17

        Hier nimmt Bandbreite Stellung zum antideutschen Angriff auf den Club Voltaire, nur als Info, damit auch diese hier mitgekriegt wird.

      • Markus permalink
        24. Februar 2010 23:44

        Danke Margot K.
        Dein Kommentar zeigt, wohin solche Theorien, die Arbeiterinnen und Arbeiter sollten jeden Scheiß fressen, den der Kapitalismus ihnen vorwirft, führen.
        Der Anarchosyndikalismus soll nicht so rigide sein, keine Pornorapper zu promoten, weil diese die Sprache der Jugend sprechen und sich so leichter an die Jugend rankommen lässt. Geil, das ist Realsatire.
        Und dass ich niemandem vorschreibe, was er privat hört, hast Du mal schnell überlesen.
        Übrigens, ich finde selber ein paar Stücke der Böhsen Onkelz gut. Der Anarchosyndikalismus tut trotzdem gut daran sich von ihnen zu distanzieren.
        44 Leningrad kenn ich zu wenig, kann ich nichts zu sagen.
        Aber Deine elastische Haltung gegenüber Lenin wird der Arbeiterklasse bestimmt gut tun.
        Und darüber hinaus: Die Realität ist eben so, da sollte sich die AS-Bewegung nicht absondern. Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Warum da nicht auch Bands mit rassistischen und faschistischen Texten auf Syndikalismus tk fördern. Das wär doch mal ein Fortschritt gegenüber den rigiden Anarchos und Anarchas.
        Und wenn gegen die Arbeiterklasse gehetzt wird. Das nehmen wir mit Humor. Westerwelle und Koch wird’s freuen. Deinen Humor will ich nicht haben.

        Was auch geschieht –
        nie sollt ihr so tief sinken,
        von dem Kakao, durch den man euch zieht,
        auch noch zu trinken.

        Erich Kästner

  21. Das kleine Gespenst permalink
    24. Februar 2010 05:26

    Die dürfen das …

    • 25. Februar 2010 03:15

      hm.
      ich frag mich u.a. warum stehen da keine antideutschen mit dabei, sind die etwa zu der party nicht eingeladen?
      wo sind die islam-hasser von pro nrw etc., auch nicht eingeladen?
      wo ist die iranische armee, wenn ihre glaubensbrüder/schwestern angegriffen werden?
      würden die usa tatenlos zusehen, wenn tag und nacht willkürlich raketen aus mexiko auf sie abgeschossen würden? fragen….

      anti-xy-land allein kann aber keine antwort sein.

      die menschen sind entweder arschlöcher oder nicht, ob die jetzt in israel, deutschland, iran oder sonstwo leben, welchen glauben die haben, welche hautfarbe oder welche sprache sie sprechen hat rein garnix damit zu tun.
      man/vrouw kann auch antirassist sein weil man alle „menschenrassen“ gleich scheisse findet. niemand von uns ist genetisch dazu verdammt sich der arschlöcher-fraktion anzuschliessen, sowas sollten auch antideutsche begreifen können…

      was sonst soll das video beweisen? bin offen für alle erläuterungsversuche.

  22. glouton permalink
    25. Februar 2010 02:57

    @Markus:
    Jetzt zum letzten Mal: Danke für die sachliche, argumentative Form, mit der Du antwortest. Ist leider selten und freut mich daher immer wieder. Nun zum Inhalt, was da so die Margot K. sagt:
    “Eine Bewegung tut gut daran, elastisch zu sein und jedwede Widerspruchsreiterei bleiben zu lassen. Sie verliert ansonsten jede menschliche Natürlichkeit und damit die Anbindung an die Menschen außerhalb der Bewegung. Die Realität ist nunmal so, und eine Bewegung sollte sich nicht absondern.”
    Mit Sicherheit stimme ich dem zu hundertfünfzig Prozent zu. Wobei ich diesen Kommentar nicht wirklich einschätzen kann, da er eine richtige Tendenz hat, die unterschiedlich ausgelegt werden kann. Darin verbirgt sich vielleicht auch das Problem, was Du in dem Kommentar siehst. Wenn Du jemals B.Traven gelesen hast, (und wenn nicht, würde ich es Dir empfehlen nachzuholen) – so wirst Du eine ähnliche Richtung vorfinden – dort ist nichts p.c., dort gibt es Rassismus, Sexismus und alles andere Unmögliche auch. Aber Traven ist EHRLICH bis ins Mark – und gerade seine “sexistischen” Texte haben zumindest mich bewogen, die Sache EHRLICH zu betrachten, und nicht durch die Gutmenschenbrille. Dabei finde ich durchaus einige seiner Texte ziemlich abstossend – aber durch den Inhalt, der REALITÄT ist, und von ihm nicht schöngeredet wird – sind sie supergeil. Was mit der Realität passiert, wie sie sich in Zukunft weiter entwickeln wird, hängt von uns ab, von der Form die wir ihr geben. Und mir geht es dabei nicht um eine astreine Meinung, sondern um eben genau jene “Elastizität, Natürlichkeit und Anbindung an die Menschen”. Nicht sich sein eigenes abgekapseltes p.c.-Freiräumchen zu schaffen, aus dem jeder und jede so schnell es geht zu entfliehen trachtet, sondern um Lebendigkeit, und die Fähigkeit seinen Standpunkt unter absolut widrigen Verhältnissen dennoch zur Geltung und progressiven Entwicklung zu bringen. Ich persönlich wäre in diesem Fall daher auch gegen eine Zensur. Eine lebendige Diskussion, die alle Mängel, Vorzüge und Dinge an denen es zu arbeiten gilt aufzeigt – ist wesentlich wichtiger für das Begreifen und Umgehen mit gesellschaftlichen Gegebenheiten.

    Im Übrigen sehe ich das auch bei rechtsextremen Standpunkten so: es geht nicht darum sie zu verschweigen, es geht darum einen nachvollziehbar BESSEREN Standpunkt zu haben. Bei Diskussionen mit rechten Kreisen zieht die “Linke” m.E. nach zur Zeit hauptsächlich den Kürzeren. Weil sie eben nicht in der Lage ist, in Kreisen, die oberflächlich für rechtes Gedankengut empfänglich sind, eine Entwicklung in eine andere Richtung auszulösen. Darauf kommt es aber an: in der Gegenwart die Situation zu erfassen, und sie in unserem Sinne, in einem anarcho-syndikalistischen Sinne weiter zu entwickeln. Nicht das Preisgeben eigener Standpunkte ist dafür nötig, sonder die Fähigkeit sie verständlich zu machen.

    • Markus permalink
      25. Februar 2010 15:56

      Hallo glouton
      Bei B. Traven stimme ich Dir zu, das nehme ich ähnlich wahr wie Du.
      Und dass wir hier bezüglich Bandbreite eine interessante Diskussion hatten, in der unterschiedlichste Fragen aufgeworfen, thematisiert und diskutiert wurden, das sehe ich auch so.
      Der Unterschied zwischen uns beiden ist einerseits die unterschiedliche Beurteilung des Kontextes und andererseits wieder die Gewichtung.
      B. Travens Romane müssen so sein, wie sie sind, weil es da um die realistische Darstellung von Lebensumfeldern geht, gerade um diese, bzw. die Bedingungen, die sie produzieren, anzuprangern.
      Etwas anderes ist die Porno Rapper Scene, in der mit bewusst übertrieben pornographischen, keinesfalls realistischen und extrem frauenfeindlichen und sexistischen Texten versucht wird die eigene männliche Identität zu bestätigen und damit Kohle zu machen. Und in eben diesen Kontext des Porno Raps sind die zur Diskussion stehenden Texte von Bandbreite einzuordnen. Dass es da um eine ehrliche Darstellung des alltäglichen Sexismus, der uns umgibt ginge, ist nur vorgeschoben. Und es gibt auch durchaus Belege dafür, dass Jugendliche die sexuelle Übergriffe begehen, überdurchschnittlich oft diesen Porno-Rap-Mist konsumieren. Damit will ich nicht auf die alberne Hypothese hinaus, jemand würde zum Vergewaltiger, nur weil er so was hört. Aber jemand, bei dem die Gesamtheit seiner Sozialisation und seiner Lebensumstände zu einer entsprechenden Mentalität geführt hat, dessen Einstellungen werden durch ständigen Konsum von Porno Rap zumindest zusätzlich gefestigt. Die Hemmschwelle sinkt weiter.
      Dass ist einfach nur ein durch das Zusammenwirken von Kapitalismus und Sexismus entstandener medialer Einfluss, der dazu beiträgt Bilder von Sexualität in die öffentlichen Diskurse einzubringen, die extrem frauenfeindlich sind und den tatsächlichen sexuellen Bedürfnissen der meisten Jugendlichen gar nicht entsprechen. Ähnlich wie manche Leute mit geringem Selbstbewusstsein den Nationalismus als Stütze für ihr Selbstwertgefühl verwenden, (auch wenn sie keine Nazis sind), so sind manche Männer mit schwachem Selbstbewusstsein anfällig dafür, sexistische Einstellungen zur Hebung ihres Selbstbewusstseins zu verwenden (auch wenn sie keine Frauenhasser sind). Es kann nicht Sache des AS sein sowas zu unterstützen. Der AS sollte alternative Angebote jenseits von Nationalismus und Sexismus vermitteln um zumindest Angehörigen der Arbeiterklasse zu ermöglichen Selbstbewusstsein, Stolz (hier nicht narzisstisch gemeint), Würde und Stärke zu entwickeln. Da können uns Porno Rap und Fascho-Musik nicht weiterhelfen, die führen höchstens zur Spaltung der Arbeiterklasse und dienen damit den Interessen der herrschenden Klasse.
      Ein weiterer Aspekt ist die Sache der Gewichtung. Hier geht es nicht um den bürgerlich-akademischen PC-Diskurs, der, Max Stirner würde sagen, oft genug einen Spuk, einen Sparren, eben eine irrationale Über-Ich-Funktion in die Köpfe der Menschen zu setzen versucht.
      Der Sozial-Anarchismus und Anarchosyndikalismus haben ein Wertesystem und eine Ethik, welche sich auf der Grundlage der Erfahrungen der Arbeiterklasse selbst sowie unterdrückter und ausgebeuteter Menschen im Allgemeinen entwickelt haben. Dass gilt es zu verteidigen gegenüber dem Amoralismus den bürgerliche und vulgärmarxistische Kräfte in unsere Reihen zu tragen versuchen.
      Es geht mir hier nicht um Sachen wie die einfache Darstellung sexueller Handlungen in Texten und seien diese auch noch so explizit, es geht nicht darum, dass ein Mann pc-mäßig angepöbelt wird, weil er eine Frau angebaggert hat, es geht nicht darum, dass jemand belehrt wird, weil er Arbeiterklasse anstatt ArbeiterInnenklasse gesagt hat oder Bürgersteig anstatt BügerInnensteig (ein Ausdruck, der sich wahrscheinlich niemals gesamtgesellschaftlich durchsetzen wird), es geht auch nicht darum, dass auch in libertären Kreisen manche Männer sich manchmal Pornos angucken (das wäre noch mal ein großes kontroverses Thema für sich), es handelt sich bei den zur Diskussion stehenden Bandbreite-Texten einfach um z.T. EXTREM frauenfeindliche und sexistische Texte, Texte, die nichts anders als massive Abwertung gegenüber und Hass auf Frauen vermitteln.
      Natürlich kann mensch diese Texte und auch die anderen Texte der Band zum Anlass nehmen eine Diskussion darüber aus anarchosyndikalistischer Perspektive zu führen (das machen wir beide z.B. ja auch ziemlich konstruktiv, wie ich finde).
      Aber das ist etwas anderes als einen Link zu einem Video der Band auf einer anarchosyndikalistischen Informationsseite zu schalten und sie damit zu fördern bzw. als förderungswürdig zu präsentieren.
      Und mal ehrlich, wenn hier jetzt tatsächlich auch noch Links zu Bands mit Fascho-Texten geschaltet würden, um diese dann zu diskutieren, dann würden wir unseren eigenen Niedergang in die Wege leiten. Es wäre eine Schande gegenüber so vielen GenossInnen und Genossen, die im Kampf gegen den Faschismus alles gegeben haben. Unsere Gegner würden sich zu Recht kaputtlachen, wie unkritisch und schwach wir geworden sind.
      Diese ganze Haltung: Du musst allem gegenüber tolerant sein, Du darfst nicht werten, Du darfst nicht urteilen usw., die heute so in Mode ist, ist doch selbst Resultat der bürgerlichen PC-Propaganda. (Damit meine ich nicht Dich.)
      Bei Faschismus, Rassismus, Sexismus darf es keine Konzessionen geben.
      Etwas anderes ist die Frage, wie mensch mit Leuten, die für solches Gedankengut anfällig sind, am besten diskutiert, insofern eine Diskussion möglich ist. Sicher, da ist der erhobene Zeigefinger eine schlechte Strategie und Belehrungen von oben herab über libertäre Prinzipien auch. Da gilt es sich ganz konkret auf das jeweilige Individuum einzustellen, zu versuchen herauszufinden, warum er so was braucht und entsprechend mit ihm umzugehen.
      Aber das sind zwei unterschiedliche Ebenen, unsere eigenen Veranstaltungen, Zeitschriften, Bücher und Internetseiten auf denen der AS und seine zentralen Prinzipien auf keinen Fall unterhöhlt werden dürfen und die spezifischen Anforderungen an die Kommunikation mit Leuten, die solche Einstellungen haben, falls eine Diskussion überhaupt möglich ist.
      (Echte Nazi-Schläger wollen nicht diskutieren, denen geht es primär um Gewalt, da sollte niemand so naiv sein zu glauben, eine Diskussion würde was bringen, mensch bringt sich und andere da nur in Gefahr, denn manche explodieren auch schnell und besitzen keinerlei Hemmungen zu verletzen oder zu töten. Manche unterscheiden sich von gewöhnlichen Psychopathen höchstens durch die Hakenkreuz-Tätowierung.)
      Wer aber harmlose Mitläufer kennt und weiß, dass die nicht gefährlich sind oder Jugendliche mit sexistischen Einstellungen, und wer da realistische Einflussmöglichkeiten sieht, da stimme ich Dir völlig zu, dass es darum gehen muss einen besseren Standpunkt nachvollziehbar zu machen. Der Nazi oder Sexist von nebenan kann in anderen Kontexten ein netter Kerl sein und dann bleibt er vielleicht kein Nazi oder Sexist, denn die, die Nazis oder Sexisten bleiben sind meist alles andere als nette Kerle. Aber das ist keine Sache von offiziellen AS-Informationsseiten, sondern der persönlichen Kommunikation.

  23. glouton permalink
    26. Februar 2010 02:21

    @Markus: ich stimme Dir im Großen und Ganzen mehr oder weniger zu. Allerdings ist die Sichtweise zu der „Bandbreite“ bei mir eine etwas andere. Ursache und Wirkung sind m.E. anders gelagert.
    „Und in eben diesen Kontext des Porno Raps sind die zur Diskussion stehenden Texte von Bandbreite einzuordnen. Dass es da um eine ehrliche Darstellung des alltäglichen Sexismus, der uns umgibt ginge, ist nur vorgeschoben.“ Mag sein.
    Es gibt aber das Sprichwort: „Wenn man 10 Jahre zu einem Menschen ‚Hund‘ sagt, wird er im 11. anfangen zu bellen.“ Vielleicht irre ich mich bei der „Bandbreite“, aber die provozierende Art, mit der sie ihre Texte vorträgt, lässt mich eher vermuten, dass es dabei nicht um eine „Propagierung des Sexismus“ o.ä. geht, sondern um ein absolutes „Abgegessen-sein“ von dem „Nicht-dürfen“ – was in linken Kreisen allgemein üblich ist. „Du darfst das aber nicht so sagen, Du darfst aber nicht so laut reden, Du darfst aber nicht so direkt gucken, Du darfst aber nicht im Stehen pinkeln…“ (lässt sich noch beliebig fortsetzen). Dieses Reglement, dass einem bis ins kleinste Detail vorschreibt, was gut und was böse ist – bis zum Scheissen-Reglementieren haben es diese Gestalten geschafft, und fühlen sich dabei auch noch „emanzipatorisch“. Kropotkin benannte dies in seinem Werk „Moderne Wissenschaft und Anarchie“ sehr treffend mit „sie könnten auch gleich in ein Kloster gehen“ (ja, ja, damals gab es das auch schon 🙂 ). Somit sehe ich bei der Bandbreite eher eine Überreaktion auf dieses Spiessertum, was die Sache wieder ins Gleichgewicht bringt. Sicher ist es wörtlich genommen Scheisse (einige der angeprangerten Ursachentexte liegen mir allerdings auch nicht vor, daher bezieht sich dies auf die von mir gehörten). Und man muss es daher auf gar keinen Fall teilen (wobei, um das nochmal auszusprechen – der hier verlinkte Beitrag gehört nun mal überhaupt nicht zu dieser „Problem-Kategorie“).
    Und zu guter Letzt: Mich würde es mal interessieren, ob wir hier demnächst dann auch genauso konsequent fordern werden – nun z.B. die „Graswurzelrevolution“ rabiat zu zensieren und entsprechende Links zu entfernen – dort sind nämlich einige jener Tendenzen, die die Bandbreite ins Gegenteil überreizt – in einem anderen Extrem vertreten. Wenn schon – dann konsequent.

    • Markus permalink
      26. Februar 2010 11:56

      @glouton
      stimme Deiner Kritik am linken PC-Diskurs zu.
      Ich finde eine gelungene musikalische Kritik daran ist das Stück „Betroffen Aufessen“ von
      But Alive.

      Eine Zensur der GWR diesbezüglich können wir nicht fordern, da sie obwohl anarchistische Genossinnen und Genossen kein Teil der AS-Bewegung sind, aber ich hoffe, sie haben Deine Kritik vernommen.

      • Markus permalink
        26. Februar 2010 23:48

        Kleiner Nachtrag:
        Ich merke gerade, folgender Satz aus meinem vorletzten Kommentar war missverständlich formuliert: „Und mal ehrlich, wenn hier jetzt tatsächlich auch noch Links zu Bands mit Fascho-Texten geschaltet würden, um diese dann zu diskutieren, dann würden wir unseren eigenen Niedergang in die Wege leiten.“
        Einerseits könnte dies so missverstanden werden, ich sei der Ansicht die ganze
        AS-Bewegung sei in Gefahr zugrunde zu gehen, wenn so etwas auf Syndikalismus tk geschähe, andererseits könnte der Satz so missverstanden werden, ich sei Mitglied der Syndikalismus tk Redaktion oder so stark mit der Seite identifiziert, dass ich die Bezeichnung „wir“ wähle.
        Worauf ich hinaus wollte war natürlich: Wenn sich eine solche unkritische Mentalität allgemein in der AS-Bewegung durchsetzen würde, dann würde die
        AS-Bewegung jede konstruktive radikale Kraft einbüßen und Nazis und Kapitalisten würden sich darüber kaputtlachen. Ich hatte immer die AS-Bewegung als Ganzes vor Augen als ich den Beitrag schrieb.
        Ich bin FAU-Mitglied, ich kenne niemanden von der Syndikalismus tk Redaktion und schreibe ja auch gerade deshalb die kritischen Beiträge zu diesem Thema hier. (Irgendeine Scheißformulierung schafft es fast immer sich in längere Kommentare einzuschleichen.)

      • Name permalink
        27. Februar 2010 01:31

        🙂 Wird in der FAU schon nach dir gefahndet, dass du dich distanzieren mußt? 🙂

      • Markus permalink
        27. Februar 2010 12:23

        @Name
        Wenn ich eine mißverständliche Formulierung klarstelle ist das weder eine Distanzierung, noch eine Rechtfertigung, sondern eben eine Klarstellung, damit bei niemandem ein Mißverständnis entsteht. Ich bin Fan von Syndikalismus tk, ich freue mich jeden Tag über die neuen Infos über alles AS-Relevante, die sie präsentieren und habe das auch immer zum Ausdruck gebracht. Das ist keine Distanzierung, wenn ich hier jetzt auch mal einen Beitrag kritisiere bzw. zum Anlass für kritische Reflektionen nehme, ich kritisiere ja auch die FAU, wenn ich das für richtig halte. Ob da schon nach mir gefahndet wird, glaube ich nicht, die Fahndung wäre auch sinnlos, ich schreibe niemals anonym und es ist bekannt, wer ich bin.
        Ich habe nur derart häufig erlebt (allgemein, nicht nur in der FAU), dass schlechte Formulierungen derart unsinnige Mißverständnisse und Kommunikationsstörungen nach sich ziehen können, mit denen ich nicht gerechnet hätte, dass ich meist bemüht bin das zu korrigieren, wenn´s mir auffällt. Also, kein Drama draus machen.

  24. 26. Februar 2010 15:32

    Wer die Bandbreite übrigens noch sehr gerne mag ist die Anti-Zensur-Koalition (AZK), auf deren Großveranstaltungen sie auch auftritt. Ein lustiger Verein von hardcore-Evangelikalen (Organische Jesus-Generation die ein „Ganzopfer“ fordern), Verschwörungstheoretikern (Chemtrails! Impf-Terrorismus! Klimalüge!), Scientologen, Rassisten und Holocaustleugnern wie Bernhard Schaub, Antifeministen, Vertretern einer „Germanische Neue Medizin“ und Infokriegern. Nee, ich kann hier auch keine Querfront erkennen. Absolut nicht.

    • 1. März 2010 22:54

      Was bitte ist denn eine Querfront?
      Ist man schon Querfrontler wenn man bei einer Anti-Irak-Krieg-Demo gemeinsam mit einem Katholiken protestiert? Oder geht das erst bei den Neu-Apostolischen los?
      Bin ich als einer der Götz Werner und seiner Grundeinkommensidee zuhört schon ein heimlicher Agent des Kapitalismus?
      Bin ich ein Querfrontler, weil ich den Sozialismus des 21. Jahrhunderts gut finde, aber Chavez mit Ahmadineschad befreundet ist, der wiederum ein Holocaustleugner ist?

      Wie blöd muss man eigentlich sein? „Der Judolehrer von Onkel Peters Bruder sein Oppa hat mal an nem Stammtisch ‚Nazi‘ gesagt – Mit dem mach ich nie wieder was“
      Internet-Maulhelden oder Spalter nenne ich solche Leute … die nur dazu beitragen, dass man im Netz den Harten macht und im echten Leben sich immer noch kein Widerstand gegen den Scheiß hier in diesem Land und weltweit formiert.

      Um das Klarzustellen: Ich verbrüdere mich nicht Nazis, Antideutschen oder anderen Faschisten.
      Aber wenn man den Mainstream ausschließt, wird man nie genug Leute auf die Straße bekommen, um auch nur ansatzweise irgendetwas zu verändern. Dafür kann man dann aber schön in der gewohnten Manier im Internet weiter lamentieren … schön verantwortungslos.

      Weißt du, viele beschreiben mich immer als Verschwörungstheoretiker und sind dabei selbst die größten Verschwörungsspinner der Welt, weil:

      ALLE,
      – die sich nicht von allen Anderen abgrenzen
      – nicht gebetsmühlenartig wiederholen, dass sie die echten Linken sind
      – und nicht geloben, kein linkes Dogma jemals zu verletzen oder in Frage zu stellen
      sind allesamt
      und automatisch
      GETARNTE NAZIS!!!!!

      Jawollll! Eh, da glaub ich doch lieber an fucking Aliens mit drei grünen Köppen als an diesen Scheiß!

      Normalerweise diskutiere ich nicht im Internet, da ich mich hier aber auf einem Blog von Anarchisten (mit einem sehr sympatischen alternativen Gesellschaftsmodell) befinde, und deshalb hoffe, hier Menschen mit Geist zu begegnen, deren Vorurteile gegen uns ich gerne entgegentreten möchte, tue ich es doch.
      Vielen Dank also, dass ihr meine Comments hier zulasst. Open Minded 😉

      Anmerkung Syndikalismus.tk: Finden wir Klasse das du hier deine Ansichten dazu vorstellst. Wir haben überhaupt kein Interesse an einer vorschnellen bzw. generellen „Verurteilung“ und freuen uns wenn die Meinungsbildung von allen Interessierten sachlich und mit nachvollziehbaren Standpunkten geführt wird.

      • Anarchosyndikalist permalink
        2. März 2010 05:04

        Kommt darauf an, ob Du mit dem Katholiken gegen einen Krieg gegen den Irak demonstrierst oder für einen Krieg gegen Irak.
        Du erhoffst Dir das Dir hier „Menschen mit Geist zu begegnen“, dann erwarte das auch und bereite Dich darauf vor.
        Du willst mir erzählen, dass Du nicht nachvollzihen kannst, was man allgemein unter Querfront versteht? Gehts noch?
        Ihr habt einen geilen Song über die Antideutschen gebacken bekommen, wenn Ihr einen ebenso geilen Song über die Antiimps hinkriegt, dann …….
        Klasse gegen Klasse!

        Und nochwas: Wenn Ihr wirklich so damit umgeht, dass da vielleicht irgendein Nazispinner irgendwas verzapft und Ihr dann Euren Senf dazugebt, und jede/r TeilnehmerIn nimmt sich da mit Heim ins Reich/Spießerhome is my castle — passt das? Boing! Guten Morgen.

        Also bevor Du hier herumpolterst, hol mal Luft.

  25. glouton permalink
    26. Februar 2010 20:20

    @Pixel: Hast Du evtl. einen Link dazu? (Im Übrigen – wer mag denn die „Bandbreite“ noch „so“? Wenn man sich Klarheit über etwas verschaffen will, heißt das noch lange nicht, dass man sie „sehr gerne mag“. Nur mal so nebenbei.)

  26. Markus permalink
    27. Februar 2010 02:05

    Nach Ansehen des Interviews und Lesen des Textes über AZK fühle ich mich in meinem bisherigen Verdacht tendenziell bestätigt. Bandbreite wirken auf mich immer noch in erster Linie verschroben und abergläubig. Eben das, was ich weiter oben schon anmerkte: Verschwörungstheorien, krude unbewiesene Hypothesen über eine angebliche Homosexualität Hitlers, diese ganze Mentalität. Das passt doch in punkto Verschrobenheit zu diesem AZK-Programm, das geht doch alles in eine ähnliche Richtung.
    Faktisch haben ihre Auftritte bei AZK allerdings schon eine Querfronttendenz, insofern AZK selbst sich ja nicht von Holocaust-Leugnern und Nazis distanziert.
    Ich habe nicht den Eindruck, dass Bandbreite genügend kritischen Verstand haben, um überhaupt durchzublicken, mit was sie sich bezüglich AZK einlassen. Die scheinen in ihrer eigenen von Verschwörungstheorien geprägten Welt zu leben und zu glauben, AZK repräsentiere die von den bösen geheimen Mächten und der Political Correctness unterdrückten Tendenzen.
    Sie scheinen auch wirklich gar nicht zu verstehen, warum sie mit manchen Texten Kritik ernten.
    Querfrontler? – Ein zutiefst unkritischer Umgang mit den faschistoiden Tendenzen bei AZK ist ihnen nach diesen Infos auf jeden Fall vorzuwerfen.
    Abergläubige Verschwörungstheoretiker? – Auf jeden Fall!
    Sexisten? – Einige ihrer Texte sind derart übel sexistisch, dass ihnen zu wünschen ist, dass sich lange Zeit keine Frau mit ihnen einlässt, bis sie endlich Respekt gelernt haben.
    Und auch der Anarchosyndikalismus sollte sich nicht mit ihnen einlassen!

    • 27. Februar 2010 15:35

      ich sag j ( bzw. schrieb ja) , der Typ blickt nich durch.. – der Woyna von die Bandbreite kam mir immer schon so verschwurbelt rüber – und bei all diesen ideolgismen und auch aktionen rückt er eben von selbst in die kathegorie querfront.
      Ich find übrigens die art von markus gut, sich so zu präzisieren- das hat nichts von rechtfertigung, und ich wünschte, ich könnt mich auch immer so präzise ausdrücken. aber jedes wort aufe goldwaage war noch nie mein ding.

  27. glouton permalink
    27. Februar 2010 05:37

    @Markus: meinst Du, dass Du es nötig hast Dich in diesem Sinne zu rechtfertigen? Vielleicht etwas mehr Selbstbewußtsein?

    • Markus permalink
      27. Februar 2010 13:03

      @glouton
      Ich weiß jetzt nicht genau, was Du meinst. Falls Du Dich auf mein Kommentar beziehst, indem ich den missverständlichen Satz klarstelle, siehe meine Erwiderung an „Name“ weiter oben. Und des Weiteren: Was Konflikte zwischen manchen FAU-Mitgliedern und Syndikalismus tk angeht, so ist meine Position ganz klar: jede Volksfront-von Judäa-Mentalität vermeiden, sachliche gegenseitige Kritik anstatt Pöbeleien, Solidarität statt Konkurrenzgehabe. Und stets genügend Selbstbewusstsein haben sich von niemandem vereinnahmen zu lassen. Darüber hinaus ist mein Syndikat bekannt dafür, dass uns egal ist, wie jemand über uns denkt (innerhalb wie außerhalb der FAU) und wir uns nicht nach unsinnigen rational nicht vertretbaren Forderungen richten. Mach Dir mal keine Sorge, wir gehen keinem Konflikt aus dem Weg, wenn es sein muss, aber das heißt ja wohl nicht, dass missverständliche Formulierungen nicht klargestellt werden dürfen.
      Falls Du stattdessen meinen Kommentar danach gemeint haben solltest: In diesem Kommentar sage ich doch nur über Bandbreite, was ich tendenziell die ganze Zeit gesagt habe. Das war einfach ein Beitrag zur weiteren Analyse der Band, um wie Du selbst sagst, sich etwas Klarheit zu verschaffen. Und da ist mein bisheriger Eindruck nach den neuen Infos: Bandbreite scheinen eher verschrobene Spinner zu sein als gefährliche Querfrontler, auch wenn jetzt klar ist, warum sie sich den Querfront-Vorwurf zugezogen haben.
      Deine Hypothese bezüglich der Motivation zu ihren sexistischen Texten, dass es sich da um eine unangebrachte Überreaktion auf die maßlosen Übertreibungen der linken Political Correctness handelt, könnte zutreffen, das ließe sich letztendlich natürlich nur beurteilen, wenn wir sie persönlich kennen würden. Aber als entscheidend für die Frage, wie sich der AS zu ihnen stellt, sehe ich den Inhalt der Texte an, nicht die eventuelle Motivation dafür. Wenn sie jetzt einen krass rassistischen Text geschrieben hätten, um die PC-Liga zu provozieren, würde ich das nicht anders sehen. Wenn sie keine produktive PC-Kritik zustande bringen, sondern stattdessen reaktionäres Zeug produzieren und sich für obskure Organisationen engagieren, dann müssen wir ich doch nicht – typisch pc-mäßig – Verständnis für sie haben. Wir sind doch nicht ihre Therapeuten.

  28. 27. Februar 2010 17:04

    Zur AZK:

    Ivo Sasek ist Gründer der Anti-Zensur-Konferenz (AZK) und Prediger in einer christlichen
    Gemeinde mit dem Namen OCG (Organischen Christus-Generation) in der Schweiz, die
    mitunter von einigen religiösen Fraktionen als sektiererisch bezeichnet wird.
    Die AZK ist eine Alternativ-Medien-Konferenz auf der Themen behandelt werden, die von
    den Mainstream-Medien vernachlässigt oder gar nicht erst aufgegriffen werden.
    Wir waren dort im Frühjahr 2009 zu Gast, um unsere Musikstücke zum Thema „False-
    Flag-Operations“ zum Besten zu geben.
    Wir sind von Ivo Sasek, seinen Kindern und seiner Gemeinde herzlich aufgenommen
    worden. Alle diese Menschen mit denen wir dort Gespräche führen konnten, machten auf
    uns einen sehr klaren und selbstbestimmten Eindruck, so dass wir zumindest äußerlich
    den Vorwurf, es handele sich um eine Sekte nicht bestätigen können.
    Der Veranstalter Ivo Sasek hat eine Meinung zur Homosexualität, die wir nicht teilen.
    Wir glauben, dass Homosexualität ein gewollter Bestandteil des Schöpfungsplanes ist.
    Auch die katholische Kirche hat eine Meinung zur Homosexualität, die wir ebenfalls nicht
    teilen.
    Obwohl wir selbst keine Christen sind, sind wir trotzdem offizieller Unterstützer der „72-
    Stunden-Aktion“ des BDKJ (Bund der katholischen Jugend) in Duisburg, weil wir deren
    soziale Arbeit sehr schätzen.
    Ebenso halten wir Saseks Kampf gegen die Einführung von RFID-Chips in Schweizer
    Reisepässen für unterstützenswert, da diese eine Gefährdung des Datenschutzes
    darstellen und den Weg in den Überwachungsstaat ebnen.
    Wer sehen also keinen Grund, eine Unterscheidung zwischen Saseks christlicher
    Gemeinde und der katholischen Kirche zu machen.
    Wir suchen in den Menschen, die uns umgeben nach Gemeinsamkeiten, um unsere
    politische Ziele solidarisch zu verwirklichen.
    Mit Ausnahme von Nazis und Holocaust-Leugnern sind wir bereit mit jedem Menschen
    zusammenzuarbeiten, der das Anliegen habt, diese Welt ein Stück weit besser zu
    machen.
    Wir bleiben dabei: Wir sind Künstler und wir dürfen überall spielen. Der Künstler ist der
    Spiegel der Gesellschaft und hat das Recht jedem diesen Spiegel vorzuhalten, egal
    welchen Glaubens und welcher politischen Coleur.

    • Atheist permalink
      28. Februar 2010 19:01

      Keine Sekte? Die KK ist schließlich auch eine, eben eine gefährliche Großsekte, mit Holocaustleugnern. Die Holcaustleugner und Nazis sind voll fett im AZK drin.
      Reichlich merkwürdige Einstellung von Euch.
      Zur KK
      http://www.youtube.com/user/syndikalismusTV#grid/user/B2C103451358EC50

      • 1. März 2010 22:16

        Die AZK ist eine Themenkonferenz. Sasek hat zu keinem Zeitpunkt behauptet, dass irgendjemand, der dort spricht, die Wahrheit sagt. Lediglich, dass es darum geht Gegenstimmen zu hören, weil die in unseren Medien nicht mehr gehört werden. Damit man sich ein besseres Bild formen kann.

        Die AZK ist nicht die OCG. Das sind zwei verschiedene Sachen.
        Und es gibt bei der AZK auch keine Mitglieder sondern nur Referenten. Die kann man sich anhören und sagen: „Scheiße“ oder „Super“ oder „Geht so“
        Und dann gehen alle wieder nach Hause.

        Der Holocaust wurde soweit ich es weiß gar nicht auf der Konferenz thematisiert.
        Also wo ist das Problem auf einer Freidenker-Konferenz aufzutreten – wo man allein für sich und seine Botschaft steht – wenn sogar Michel Friedman in Vanity Fair Horst Mahler interviewen darf?
        Wo waren die Protestaufschreie? Wo war der Vanity Fair Boykott? Verdammt, vor allem: Wo war der Friedman-Boykott, dass dieser Typ einem Holocaust-Leugner ein Podium bietet?

        Freiheit bedeutet auch sich Scheiße anhören zu müssen – und weggehen zu können, wenn man es nicht hören will. Wenn du also kein Schlafschaf bist, das sofort alles glaubt, was es liest, dann solltest du es auch verkraften können, wenn auf einer Freidenker-Veranstaltung 50% Spinner auftreten oder in einem Vanity Fair Interview sogar 100%.

      • Robert permalink
        2. März 2010 05:23

        Vanity Fair-Boykott? Die den Scheiß lesen werden es wohl nicht tun.

        Wär doch mal ein Thema für einen Song „Mit Gott und den Faschisten“.

  29. 27. Februar 2010 17:06

    Bisweilen hat man uns den Vorwurf gemacht, sexistisch zu sein. In unserem Repertoire befinden sich mehr als 50 verschiedene Texte, darunter auch zwei Stücke mit „sexuellem“ Inhalt. Diese Texte sind zwischen fünf und acht Jahre alt, wobei der eine davon niemals live von uns aufgeführt worden ist.
    Um die Hetzkampagne gegen uns weiterzutreiben, hat sich jemand akribisch die Mühe gemacht, nach uralten Leichen im Keller zu forschen, die allerdings in Wirklichkeit keine
    sind.
    Der Song „Miesmuschel“ beispielsweise ist eine Persiflage, eine Kritik an der Sexualisierung unserer Gesellschaft und der Tatsache, dass die Ausübung von Sexualität zum Konsumgut verkommt. Gepaart mit Nichtwissen, mangelnder Aufklärung bei Jugendlichen und fehlender Kommunikation unter den Menschen wird die schönste Sache der Welt damit zum Alptraum.
    An dieser Stelle täten unsere Denunzianten gut daran, sich einmal den Begriff Ironie erklären zu lassen. Falls sich deren Bild über die Freiheit der Kunst dann immer noch nicht ändert, würde ich schnellstens zu einer Protestaktion gegen die Hitler-Parodie von „Switch reloaded“ auf PRO 7 raten. Den Fall hielte ich dann doch für dringlicher als unseren.
    Es ist teilweise schon bizarr, wie man ständig versucht uns unsere Kunst auszulegen: Bei
    ernsten Themen wie Staatsterror und internationalem Raubtierkapitalismus versucht man
    uns als Fantasten abzuspeisen, bei ironischen Songs hingegen, bewertet man jedes
    unserer Worte als Tatsachenbehauptung.
    Wieso hätte uns die Ver.di Duisburg am Weltfrauentag 2008 dann buchen sollen?
    Unseren Denunzianten geht es in Wirklichkeit nicht darum, sexistische Kunst zu verhindern, sondern lediglich darum, uns von unseren unserer politischen Aufklärung abzuhalten.

    • Cha Bum permalink
      27. Februar 2010 18:30

      Ich finde euch prima! Und wer glaubt denn wirklich, dass das CIA von den Anschlägen auf das WTC nichts gewußt haben will??? Die haben zu viel Dreck am Stecken: Nicaragua, Grenada, Chile, Vietnam und all das. Da wußten sie genau, was sie taten.

      Schaut mal den Film: „Der unsichtbare Aufstand“.

      Und die Bandbreite, wenn man alle ihre Stücke hört, verirren sich keinesfalls in der Einbahnstrasse „Verschörung“, wenn man das denn so ausdrücken will. Sie benennen ganz klar die Schuldigen: Kapitalisten. Recht haben sie!

      Und dat is nich nur in Duisburg so 🙂

      • Markus permalink
        1. März 2010 23:55

        Der beste Text zur Kritik an den 9/11 – Verschwörungstheorien, den ich kenne ist „Hinter wem sie wirklich her sind“ von Alexander Cockburn. Wer sich mit dem Thema näher befasst hat, kennt den Text vermutlich schon.
        http://monde-diplomatique.de/pm/2006/12/15/a0017.text.name,askrG7zFC.n,0
        Ich hatte weiter oben indirekt bereits auf den Text Bezug genommen, der mir, was das Thema angeht, ziemlich aus der Seele spricht, hatte aber keinen Link angegeben, weil ich den Autor in anderer Hinsicht für fragwürdig halte. Alexander Cockburn scheint zu der Sorte von Akademikern zu gehören, die von einer autoritären Ideologie gerne in die andere verfallen. Früher Trotzkist schreibt er heute für irgendein konservatives Blatt. Der obige Text ist aus seiner trotzkistischen Phase, aber der Text ist wirklich richtig gut. Ein Muss für alle
        Anti-Verschwörungstheoretiker. (Wo fragwürdige Bands wie Bandbreite unsere libertäre Toleranz nicht stören, da darf mensch auch auf einen Text von einem Trotzkisten hinweisen .)
        Desweiteren wäre ich ja jetzt mal gespannt, liebe MitdiskutantInnen, was ihr von Wojnas Reaktion haltet.
        Also, was mich angeht: Ich kann mich Michas Eindruck nur anschließen. Auf mich wirken Bandbreite weniger wie Leute, denen es bewusst darum geht Bezüge zwischen linken und rechten Einstellungen herzustellen, sondern eher wie Leute, die aufgrund ihres starken Hanges zu verschrobenen wissenschaftlichen Außenseitertheorien die notwendige kritische Distanz zu einer Organisation wie dem AZK vermissen lassen.
        Und was den Sexismus-Vorwurf angeht: Wojnas wenig überraschende Erklärung bezüglich des Textes zu „Miesmuschel“, dieser sei als Persiflage auf den uns umgebenden Sexismus entstanden – wer hätte das gedacht? – lasse mensch mal dahingestellt, seine Distanzierung von sexistischen Einstellungen an sich wirkt auf mich allerdings nicht unbedingt unehrlich.
        Einige Fragen bleiben offen: Was ist mit den anderen beiden bezüglich des Sexismusvorwurfs zur Diskussion stehenden Texten? Waren die auch als Persiflage auf den uns umgebenden Sexismus zu verstehen? Und wurde diese Motivation bezüglich der drei Texte auch öffentlich von Bandbreite stets unmissverständlich so dargestellt? Dann wäre es zumindest schwer verständlich, warum der Vorwurf überhaupt entstand. Darüber hinaus sei der Band angeraten: Wenn es darum geht, irgendetwas KRITISCH zu thematisieren, dann vielleicht auch darauf zu achten, dass dies WENIGSTENS ETWAS auch von außen erkennbar ist. Wenn in der Hip Hop Szene ein Haufen Porno Rapper mit hochgradig bekloppten Texten ihr Unwesen treiben, dannn ist es wenig verwunderlich, wenn Texte, die sich in nichts von denen anderer sexistischer Porno-Rap-Texte unterscheiden im Sinne dieser Kategorie beurteilt werden. Folgendes Beispiel macht dies hoffentlich klar: Nehmen wir an, da wären zwei Hip Hop Bands, die beide jeweils Stücke mit extrem sexistischen Texten im Repertoire hätten. Bei Band Nr.1 gäbe es nun keinerlei Distanzierung vom Sexismus, Band Nr. 2 hingegen betont die Texte seien kritisch gemeint. Von außen betrachtet wären die jeweiligen Stücke aber prinzipiell austauschbar, kein Außenstehender könnte, würden ihm die entsprechenden Texte der beiden Bands vorgelegt, erkennen, welche denn nun die „ernst gemeinten“ und welche die „kritisch motivierten“ sind. In einem solchen Fall geht das kritische Potential der Texte offenkundig flöten, für alle, die die Band wenig kennen. Erst Recht wäre das der Fall, wenn eine Band selten oder nie betont, dass die entsprechenden Texte kritisch motiviert seien, dann wäre es für kaum jemanden mehr erkennbar. Es ist also sicherlich nicht nur der Versuch der „Denunzianten Euch von Eurer politischen Aufklärung abzuhalten“, der in einem solchen Fall zu Missverständnissen führt.
        Und falls diese Texte seinerzeit eben doch nicht kritisch gemeint waren , sondern aus einer damaligen unreifen pubertären Macho-Haltung heraus geschrieben wurden, die die Band heute hoffentlich überwunden hat und bedauert: Dann sollte es wohl möglich sein, das offen anzusprechen, sich entschieden davon zu distanzieren, die Stücke ganz aus dem Programm zu streichen und in neueren Texten deutlich zu machen, dass nicht die Förderung, sondern der Kampf gegen Sexismus das Anliegen der Band ist.
        Schließlich haben wir Libertären keine Law and Order – Mentalität.
        Aber so finde ich Woynas Erklärung sowohl was das AZK als auch was den Sexismus-Vorwurf angeht doch etwas dürftig.
        Darüber hinaus wäre es doch nett von Woyna gewesen, wenn er uns die anderen in der Kritik stehenden Texte, die hier diskutiert wurden, vielleicht auch mal erklärt hätte. Ich meine, auch wenn die Band von vielen Kommentaren hier, (unter Anderem von meinen) nicht eben begeistert sein dürfte, ich finde hier haben sich einige DiskutantInnen jenseits der diskursiven Zwänge der linken Political Correctness ernsthaft bemüht hinter Sinn und Motivation der Texte zu steigen und diese im Hinblick auf die anarchosyndikalistische Perspektive beurteilen zu können. Ich hatte bei meinen Recherchen nicht den Eindruck, dass sich die meisten Kritiker der Band in linken Kreisen da genauso viel Mühe geben wie wir.

        Have Sex, Hate Sexism!

        Anmerkung Syndikalismus.tk: Du schreibst: „ich finde hier haben sich einige DiskutantInnen jenseits der diskursiven Zwänge der linken Political Correctness ernsthaft bemüht hinter Sinn und Motivation der Texte zu steigen und diese im Hinblick auf die anarchosyndikalistische Perspektive beurteilen zu können.“ Das sehen wir auch so und freuen uns das eine solche Auseinandersetzung möglich ist.

      • Cha Bum permalink
        2. März 2010 10:23

        Hab mir mal dat Eingelocht angehört. Zunächst hab ich kaum was verstanden, weil meine Ohren wenig Hip Hop gewöhnt sind 🙂
        Aber der Stecher, weils ja sein muß, auch wenn sie nicht will, kriegt sonst keinen Hoch. Für mich ist da schon eine Ironie auf Vergewaltigen-Wollende erkennbar. Denn welcher Macho-Arsch sagt schon von sich selber, er kriege sonst keinen Hoch? Das ist für den doch eine Demütigung.
        Insofern gibts da schon eine Unterscheidung zu einem sexismusverherrlichendem Stück, die hier gesucht wurde.

  30. glouton permalink
    2. März 2010 03:58

    @Wojna:
    „Normalerweise diskutiere ich nicht im Internet, da ich mich hier aber auf einem Blog von Anarchisten (mit einem sehr sympatischen alternativen Gesellschaftsmodell) befinde, und deshalb hoffe, hier Menschen mit Geist zu begegnen, deren Vorurteile gegen uns ich gerne entgegentreten möchte, tue ich es doch.
    Vielen Dank also, dass ihr meine Comments hier zulasst. Open Minded “
    Ist eher ein Blog von Syndikalisten, aber muss ja kein Widerspruch sein. Auf jeden Fall würde ich solche Sachen auch lieber persönlich klären, und nicht irgendwelche Gedanken, die irgendjemand bei irgendwelchen Aussagen hat, zu einer latenten Ausgrenzung im Internet gestalten – und schlimmer noch, wenn es dann reale Auswirkungen hat. Und man sich dann schon zum Dank genötigt sieht, wenn eine Meinung zugelassen wird. Soweit will ich es zumindest in syndikalistischen Kreisen nie kommen lassen – ein Feind kriegt sein Problem im realen Leben, und eine Meinung wird – so man sie nicht teilt, und sie sachlich begründet wird – ebenso sachlich widerlegt. Erst wenn das möglich ist, werden wir im Recht sein. Daher Danke Dir, dass Du Dich hier zu Wort meldest. Das andere versteht sich von selbst. Für mich mindestens.

  31. Tina permalink
    30. September 2010 01:17

    Liebe Leser, und Diffamierer der Band „DieBandbreite“. Was hier geschrieben steht ist allesamt ein Versuch Wahrheit, und Realität zu unterdrücken, und diese rigoros auszublenden. Auch wird hier versucht, der Bandbreite etwas zu unterstellen was sie partout nicht ist. Würde man allen Texten richtige Aufmerksamkeit schenken, würde man so einiges erkennen, was durchaus der Wahrheit entspricht. Dazu gehört aber eine Menge von Hintergrundwissen über Gesellschaft, Politik, Religion und Wissenschaft. Leider konnte ich das bei keinem Eintrag erkennen. Es ist schade, dass eine so realistische Gruppe in ein verlogenes Licht gerückt wird, dass es schon zum Himmel schreit. Der gesamte „Song“ entspricht 100 Prozent der Wahrheit mit allen Atributen und Sätzen. Würde man sich kritisch mit der gesamten Weltsituation auseinandersetzen würde man dieses sofort erkennen. Leider ist hier Neid, Hass und Zerstörungswillen an erster Stelle. Deutschland schafft sich ab , durch die eigenen Bürger,- und die etablierten haben ein leichtes Spiel ihre Neo-Faschistische Weltanschauung durchzusetzen! Armes Deutschland!!!! Gruß Tina

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