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„Die Revolution machen nicht die Alten“ – Bericht der ASJ Berlin-Veranstaltung beim ASK Hamburg

8. Februar 2010

7. Februar: Vorstellung der ASJ in Hamburg. Kurz vor Beginn der Veranstaltung.

Den folgenden Bericht über die Vorstellungsveranstaltung der „Anarcho-Syndikalistischen Jugend“ (ASJ) am 7. Februar 2010 in Hamburg entnehmen wir der Homepage des Anarcho-Syndikalistischen Kreises/ Vereinigung Aller Berufe Hamburg-Altona.

Anwesend waren in den Räumen des Café Libertad Kollektivs in Hamburg-Altona von den Veranstaltern ASK und ASJ Berlin insgesamt leider nur 13 Zuhörer. Ein junges autonomen Pärchen (vollkommener Automatenstyl, vollschwarz) verließ nach der Hälfte des sehr guten Vortrages des Genossen aus Berlin wort- und grußlos die kleine Veranstaltung. Das lag sicherlich an den sehr deutlichen und ungewöhnlich klaren Positionen, die die ASJ (Berlin) zur Thematik AntiDeutsche vortrug.

Der Überblick über die Entstehung und Entwicklung der ASJ bundesweit war deshalb spannend, weil die beiden jungen Genossen sehr selbstkritisch den bisherigen Werdegang der neuen anarchosyndikalistischen Jugend kommentierten: es fehle noch an der notwendigen Kontinuität und auch die Ansatzpunkte, wie mit anderen Gleichaltrigen eine Basis für den Kampf für ein selbstbestimmtes Leben gefunden werden kann, sind längst nicht klar (das wäre ja auch viel zu einfach). Klar haben die Genossen jedoch, daß sie eine kulturell-gewerkschaftliche Kampforganisation sein wollen und müssen. Denn ohne eigene Kultur bzw. Kampf um eine eigenständige Klassenkultur nutzt ein rein gewerkschaftlicher Kampf nichts – jedenfalls dann, wenn gemeinsam für eine anarcho-kommunistische, freie Gesellschaft gekämpft werden soll.

Ansatzpunkte für die Berliner ASJ sind deshalb selbstorganiserte Konzerte, Filmveranstaltungen und gewerkschaftliche Aktivitäten. Besonders aktiv sind die Berliner hier bei Soli-Aktionen mit befreundeten anarchosyndikalistischen Organisationen und vor allem dem Kampf der Babylon-Beschäftigten (es wurde sehr schnell deutlich, dass die Berliner FAU ohne die aktive praktische Solidarität der ASJ Berlin ziemlich „alt“ aussehen würde).

Gesucht werden noch Interventionsstrategien für die sehr unterschiedlichen Bereiche Kinder, Schüler, Studenten, Auszubildende und erwerblose Jugendliche.

Was aber in der ASJ Berlin klar zu sein scheint, ist, daß das Organisationsmuster der FAU, über Bildungssyndikate Schüler, Lehrer und Studenten in einer gewerkschaftlichen Branche zusammenzuschließen, abgelehnt wird, weil diese Menschen nichts miteinander verbindet, eine gewerkschaftliche Organisierung von Schülern und Studenten (auch juristisch) gar nicht möglich ist, weil die Schule oder die Universität kein ökonomischer Gegner ist, der die Schüler/Studenten ausbeutet.

Ein wichtiger Punkt in der aktuellen Organisierung bzw. Umsetzung eines selbstverwalteten Lebens für Schüler ist wohl die Schüler-Selbstlernhilfe, die Schüler animiert, gemeinsam den eigenen „Nachhilfe“-Unterreicht zu organisieren und über diese Idee auch ein selbstbestimmtes Lernen als möglich und sinnvoll erfahrbar zu machen.

Es war ein sehr netter Sonntagnachmittag mit den beiden Genossen aus Berlin, mögen sie unsere „Alte Säcke“-Veranstaltung als gutes WarmUp für die kommenden Veranstaltungen sehen. Wir hoffen, mehr solche junge Genossen kennen zu lernen, zumal vielleicht auch ihnen deutlich wurde, dass nicht alle Genossen über 30, 40, 50 oder 60 (unser 70 Jähriger Genosse ist gerade in Lateinmaerika unterwegs) bereits lahmarschig die Hintern nicht mehr hochbekommen.

Viel Erfolg bei Euren weiteren Veranstaltungen!

Übernommen von der Homepage des ASK/VAB Hamburg-Altona

90 Kommentare leave one →
  1. 9. Februar 2010 00:09

    nee, wir sind zwar schon gesichtsalt, aber wir ham noch was drauf! schöne veranstaltung wars, danke, asj!

  2. ASJ NRWler permalink
    9. Februar 2010 02:37

    Was hier steht ist allein Meinung der ASJ Berlin und vertritt mit Sicherheit nicht den Konsens der Gesamt ASJ . Fallen noch mehrere solcher Kommentare, wird es aus Reihen der ASJ NRW eine dementsprechende Stellungnahme zu der Meinung der ASJ Berlin geben!

    • M.V. permalink
      9. Februar 2010 09:47

      Kannst du das auch konkretisieren? Was meinst du? Du gibts ja nicht ein einziges Beispiel welche Kommentare du meinst.

    • Katongo permalink
      9. Februar 2010 13:08

      Der Bericht ist nicht von der ASJ Berlin, du Knalltüte. Lerne Lesen 🙂

    • Anarchosyndikalist permalink
      10. Februar 2010 03:46

      Deine „Name“ lässt hoffen, dass es nur ein individueller Koller war und nicht eine Mandatsäußerung des ASJ-NRW.
      Werd doch einfach konkret, auch ich kann nichts verwerfliches entdecken, nach dem nochmaligen lesen.
      Äußere einfach Deine/Eure konstruktive Kritik und es entsteht, wie so oft auf dieser Seite, eine süße/saure/vielleicht auch mal bittere Früchte tragende Diskussion. Schön zu sehen, dass dieser neue Zweig der anarchosyndikalistischen Bewegung immer weiter wächst und gedeiht ………….

  3. M.V. permalink
    9. Februar 2010 09:46

    Ein sehr lebendiger Bericht, danke dafür. Ich finde das Ermutigend was ich hier von den Berliner ASJ-Genossen lese. Wichtig finde ich diese Aussage: „Klar haben die Genossen jedoch, daß sie eine kulturell-gewerkschaftliche Kampforganisation sein wollen und müssen. Denn ohne eigene Kultur bzw. Kampf um eine eigenständige Klassenkultur nutzt ein rein gewerkschaftlicher Kampf nichts – jedenfalls dann, wenn gemeinsam für eine anarcho-kommunistische, freie Gesellschaft gekämpft werden soll.“
    Solidarische Grüße an die Berliner ASJ und super das ihr eine Rundreise macht!

  4. Kalle del Haye permalink
    9. Februar 2010 12:40

    Viel Spaß bei den weiteren Veranstaltungen!

  5. Folkert permalink
    9. Februar 2010 16:38

    @ ASJ NRW: Es handelt sich um eine kleine Besprechung durch mich vom ASK. Steht nirgends, dass es ein Wortprotokoll wäre, sondern meine Zusammenfassung der Dinge, die mich interessierten und die angesprochen wurden. Dem haben weitere Genossen unserer Gruppe zugestimmt, ich hab‘ mir also nichts aus den Fingern gesogen oder „Internas“ ausgeplaudert (um diesem Vorwurf gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen). Die veranstaltung wurde übrigens auch auf Video mitgeschnitten.

    Wäre spannend zu hören, was Dir denn daran nicht gefällt.
    Ansonsten kannste ja nach Leipzig fahren und dem Vortrag Deiner beiden Berliner Jenossen lauschen.

    Haltet die Ohren steif, in Leipzig weht ja vielleicht eine andere Brise als in Hamburg und an der nordwestdeutschen Küste …

    —————————————- Uhrzeit fehlt ————————-
    11.02. Leipzig – Die ASJ stellt sich vor.
    Am Donnerstag, den 11.2. stellen zwei Mitglieder der Anarchosyndikalistischen Jugend ihre Organisation vor. Libertärer Laden, Treffpunkt und Gewerkschaftslokal Libelle, Kolonnadenstr. 19, 04109 Leipzig, Tel./Fax: 0341/22 46 650 Leider haben die Veranstalter die Uhrzeit nicht mitgeteilt.
    ——————————————————————————-

  6. bewi permalink
    10. Februar 2010 00:26

    *grummel* eigentlich wollte ich nicht mehr aber… na ihr wißt schon, man kann halt doch nie seine Klappe halten.
    Aaaaaalso: Das „Organisationsmuster der FAU, über Bildungssyndikate Schüler, Lehrer und Studenten in einer gewerkschaftlichen Branche zusammenzuschließen“ gab es vielleicht anno 1998 mal. Insoweit es heute noch Bildungssyndikate gibt, sollten sie eigentlich Organisationen von Lohnabhängigen (resp. Schein- und Soloselbständigen) in der Bildungsbranche sein. Das ist ja auch einer von mehreren Gründen, warum sich im aktuellen Protestezyklus der SchülerInnen und Studierenden keine Syndikate gegründet haben, sondern eben ASJs.

    Guckt mal, ganz ohne Gemopper 😉

    Anmerkung Syndikalismus.tk: Und vor kurzem hast du hier noch gefordert das wir die Seite vom Netz nehmen.

    • Dr. Feelgood permalink
      10. Februar 2010 15:30

      Machen Sie mal eine ausgiebige Fußnotenpilzkur mit

      Johann Most
      Marxereien, Eseleien und der sanfte Heinrich: Artikel aus der „Freiheit“

      (1 Büchse der Pandora)

    • bewi permalink
      13. Februar 2010 01:33

      dann scroll ma‘ runter und frag dich, warum. macht wenigstens die kommentarfunktion weg. das is‘ nich demokratischer, wenn jeder anonym irgendwas unter die beiträge schreiben kann. mir fällt da eher dieses typische da-da-da-da ein, wenn fackel- und forkentragende Springfielder das Haus der Simpsons stürmen.

      • Anti-Bewi permalink
        13. Februar 2010 12:48

        Ein freies Forum birgt immer einen gewissen Prozentsatz an Arschlöchern, die hier ihren Müll und Hass absondern. So ist das nunmal. Und natürlich kann Kritik ätzend sein und beißen. Die von dir dargestellte Simpson-Szene von den aufgehetzten Einwohnern Spriengfields die auf andere in Lynchabsichten losgehen lese ich aus deinen Beiträgen, aus denen von robot und denen von den Berliner Obercoolen und deren Chefcholeriker heraus. Also. Bleib mal bei den Fakten. Wer Augen hat zu sehen der sieht hier ganz genau was Sache ist.

      • Rollo Arabisch permalink
        13. Februar 2010 13:57

        Offensichtlich gibts hier ein Bedürfnis nach Information und Diskussion, welches die FAU nicht befriedigen kann.
        Und von wegen Springfielder: Das ist in der FAU nicht anders, was da gemauschelt und intrigiert wird, o la la
        Ich finds hier ehrlicher 🙂

      • Markus permalink
        13. Februar 2010 16:09

        @bewi
        Auch ich habe mich schon über so manche unsachliche und undifferenzierte Kritik an der FAU, die hier gepostet wurde, geärgert, ohne deswegen irgendwelche Forderungen nach Löschungen von Seiten und Kommentarfunktionen hinaus zu posaunen. (Ebenso habe ich mich über die unsachliche und ungerechte Polemik von Horst Blume gegen die FAU geärgert.) Dass Zerrbild der FAU, dass in solchen Meinungsäußerungen entworfen wird, oft aufgrund regionalspezifischer Konflikte, die undifferenziert auf die gesamte FAU verallgemeinert werden, entspricht überhaupt nicht meinen Erfahrungen in der FAU, die von wenigen und seltenen Ausnahmen abgesehen, sehr positiv sind.
        Auch ich halte es für falsch wegen Unzufriedenheit mit dem aktuellen Status der FAU aus der FAU auszutreten und würde mir wünschen, dass die kritischen Stimmen, die hier oft laut werden, in sachlicher und differenzierter Form innerhalb der FAU geäußert und gehört würden. Ich bedaure diese ganzen Spaltungen sehr und finde, dass das die Bewegung nur schwächt. Andererseits weiß ich natürlich nicht, wie ich mich fühlen würde, wenn ich vergleichbar starke Konflikte in meinem Syndikat und meiner Region erlebt hätte und sicherlich hat die FAU den AS nicht für sich gepachtet.
        Was jedoch Dein Kommentar angeht, bewi: Wer wie Du hasserfüllte Pamphlete gegen den Anarchismus in die Welt setzt, in denen eine Vielzahl der gängigen Einseitigkeiten, Halbwahrheiten, Missverständnisse, Vereinfachungen, Verdrehungen, Stereotypen, Lügen und Verleumdungen der bürgerlichen und marxistischen anti-anarchistischen Propaganda wie Tatsachen dargestellt werden, wer wie Du seinen Status als marxistischer Intellektueller ausdrücklich missbrauchen will um zu „belehren“ anstatt dazu beizutragen kritisches Bewusstsein zu schaffen, wer wie Du an vulgärmarxistischer ökonomistischer Einseitigkeit nicht mehr zu überbietenden Theoriemüll produziert, in dem die ganze subjektive und objektive Wirklichkeit des realen und konkreten individuellen Menschen mit äußerster Zwanghaftigkeit auf die Perspektive reduziert wird, dass das ökonomische Sein angeblich das Bewusstsein bestimme und verstimme, wer wie Du die universalistische Moral, die dem Anarchismus und Anarchosyndikalismus zugrunde liegt, beseitigen will zugunsten einer soziozentrischen Klassenmoral, in der jedes Verbrechen erlaubt ist, wenn es nur zum Vorteil der eigenen Klassenposition begangen wird, wer wie Du keine Gelegenheit ungenutzt lässt über bedeutende anarchistische Denker herzuziehen (insbesondere Bakunin hat es Dir ja offenbar angetan), die allesamt den Bedürfnissen und Problemen ausgebeuteter und unterdrückter Menschen viel näher standen als Du, wer wie Du die Grundlagen des anarchosyndikalistischen Denkens zerstören will und eine besonders rigide und primitive Variante des marxistischen Operaismus an ihre Stelle setzen will, wer wie Du Arbeiterinnen und Arbeitern das Recht und das Bedürfnis abspricht sich mit wissenschaftlichen, kulturellen und theoretischen Fragen und Themen zu beschäftigen, weil sie sich ja von Leuten wie Dir „belehren“ lassen sollen, wer wie Du Anarchismus, Syndikalismus, Marxismus und Poststrukturalismus zur reinen Ideologieproduktion mißbraucht, ohne die intellektuelle Verantwortung des Bemühens um Objektivität auch nur im geringsten ernst zu nehmen – und das alles stets in bewusst arrogantem Stil nach dem Motto: „Holla, hier komme ich, der Marxist bewi, jetzt zeige ich Euch armen theorielosen, unwissenschaftlichen anarchistischen Würstchen mal all Eure Fehler, die ich mit meiner unwiderlegbaren historisch-materialistischen Sichtweise glasklar erkannt habe und „belehre“ Euch mal darüber, wie die Welt funktioniert,“ wer stets so auftritt, bewi, der muss sich nicht wundern, dass die Versuche andere zu „belehren“ in libertären Kreisen nicht immer auf positive Resonanz stoßen. (Es versteht sich hoffentlich von selbst, dass ich mich bei meiner Kritik nur und ausschließlich auf veröffentlichte und jederman/frau zugängliche Texte von bewi bezogen habe.)

      • Sabine permalink
        13. Februar 2010 16:38

        Hallo Bewi,

        erst bist Du ganz stolz hier Deinen 1. „Ganz ohne Gemopper“-Kommentar hinbekommen zu haben, und dann forderst Du gleich wieder ein generelles Kommentarverbot! Nur weil Du auf humorvolle Weise einen netten Lesetipp bekommen hast (ich kenne das Buch noch nicht, aber vielleicht bald).
        Du hast wirklich ein sehr komisches Verständnis von Meinungsfreiheit.
        Ich bin sehr froh, dass die Genoss_innen dieser Seite trotz Deiner/Eurer damaligen Hetze gegen diese, und der bekannten anderen weinigen da-da-da-da-Schreihälse (nur Männer!) aus der FAU, unbeirrt weiter gemacht haben und werden. Eure geistige Lynchjustizmentalität ist unter aller Sau und eigentlich unzumutbar für die absolute Mehrheit in der FAU.
        Wenn Ihr da-da-da-da-Mober weiterhin ein Problem mit dieser Seite haben solltet, könnt Ihr doch einfach ein Zensurprogramm machen, das dann alle FAUler_innen kostenlos bekommen und die Seite auf Ihren Rechner nicht mehr aufrufen können, ganz „freiwillig“ versteht sich.

      • bewi permalink
        13. Februar 2010 21:44

        @anti und rollo: Okay, dann erklärt’s mir. Ich sehe ganz offenbar nicht, was hier Sache ist. Und weil ich nach wie vor der Meinung bin, dass das nicht in die Online-Öffentlichkeit gehört, bitte per Mail und nicht hier.

      • Rollo Arabisch permalink
        14. Februar 2010 11:38

        In der FAU läuft gerade eine hysterische interne Suche nach den „Missetätern“, welche mit diesem Blog in Verbindung stehen sollen. Unter diesen Umständen ist es besser, wenn nicht nur die FAU ihre Dinge intern hält 🙂
        Aber wenn du die letzten Jahre in der FAU aufmerksam und kritisch betrachtest, dürfte es ins Auge springen, was da faul ist.

      • 14. Februar 2010 13:53

        @ Markus

        die marxlastige Ausrichtung da läßt sich darüber streiten. Gut finde ich, bwei spricht das offen an. Er tut nicht heimlich. In „neue Streiks“ im Vorwort steht er dazu und erläutert es für alle zu lesen. Er nennt es organische Intellektuelle will nicht lehren macht nur vorschlag für Arbeiter. Gutes Buch.

      • Markus permalink
        14. Februar 2010 15:39

        @lesen
        Ich kenne die meisten seiner zentralen Texte, diesen habe ich allerdings tatsächlich noch nicht gelesen. Werde ich nachholen. Danke.
        Es ist weniger der Bezug auf Marx an sich, der mich stört. Ich bin ebenfalls sowohl von anarchistischen wie marxistischen TheoretikerInnen beeinflusst. Ich habe hohe Wertschätzung für Marx als Wirtschaftswissenschaftler, lehne ihn als Sozial– und Geschichtsphilosophen hingegen radikal ab. Ich bin auch stark von der Wertkritik von Robert Kurz beeinflusst und auch von Antonio Gramsci, der den Begriff des „organischen Intellektuellen“ geprägt hat. Nur der engstirnigste Dogmatiker könnte auf die Ideee kommen, Anarchisten könnten nichts von anderen sozialen Bewegungen, anderen philosophischen und wissenschaftlichen Strömungen lernen. Den marxistischen „Historischen Materialismus“ und das „Basis-Überbau-Modell“ lehne ich neben ihrer wissenschaftlichen Unhaltbarkeit wesentlich deswegen ab, weil sie stets dazu führen, das Bewusstsein auf eine einzige Sichtweise zu beschränken und damit mehrperspektivisches, um Objektivität bemühtes und kritisches Denken unmöglich machen. Auch bewis Postulate, darüber, dass das Sein das Bewusstsein bestimme und verstimme und dass dies das einzig Wichtige sei, können nur exakt diesen Effekt haben: Beschränkung freien kritischen Denkens und rationaler Diskussion, Verdummung und Sektenbildung. (Und das bewi mit seinen Texten „belehren“ will, das sagt er ja selber ausdrücklich und bekundet es sekundär auch noch durch den oft rechthaberischen Schreibstil.)
        Es ist ein grundlegender Unterschied zwischen Marxismus und Anarchismus, dass der Anarchismus stets auf die aktive Förderung kritischen Denkens und universalistischer Moral größten Wert gelegt hat. Dies zu verwerfen, würde bedeuten den Anarchismus zu zerstören.
        Es ist nicht der Bezug auf Marx an sich, den ich hier kritisiere, es ist der Umstand, dass hier versucht wird einige des besten Aspekte des Anarchismus durch einige der schlechtesten Aspekte des Marxismus zu ersetzen, sowie bewis expliziter Anti-Anarchismus, ein Anti-Anarchismus, dem keine noch so alberne bürgerliche und marxistische Verleumdung zu dumm ist, um sie nicht munter auszuposaunen, stets arrogant und besserwisserisch. Noch vor 10 oder vor 15 Jahren hätten einige der Phrasen, die bewi loslässt, zu Recht zu einem Sturm der Entrüstung in libertären Kreisen geführt. Heute begegnen mir hin und wieder sogar erklärte Anarchisten, die ernsthaft glauben, Bakunin habe das Privateigentum an den Produktionsmitteln befürwortet, Proudhon sei ein Neoliberaler gewesen, die anarchistische Staatskritik beschränke sich darauf den Polizeiknüppel anzuprangern, die frühen Anarchisten seien allesamt Nationalisten gewesen usw., usw., den ganzen Müll, den bewi loslässt.
        Es ist in hohem Maße schädlich solche Leute einfach gewähren zu lassen. Die erste Verpflichtung eines Intellektuellen, auch eines „organischen Intellektuellen“ ist das Bemühen um Objektivität. Alles andere ist ideologische Verdummung. Ich erkenne wenig Bemühen um Objektivität in bewis Texten. Eine Ausnahme bilden einige (aber nicht alle) seiner mehr poststrukturalistisch geprägten Texte. Da gibt es ein paar gute. Sobald er dann die vulgärmarxistische und anti-anarchistische Brille aufsetzt, geht´s wieder abwärts.
        Ein zeitgemäßer Anarchosyndikalismus sollte auf jeden Fall die besten Errungenschaften des Marxismus und des Poststrukturalismus (und nicht nur dieser) integrieren. Aber dabei hat der Anarchosyndikalismus im Zentrum zu stehen und nicht ein verleumderischer, anti-anarchistischer Vulgärmarxismus.
        Gramscis Konzept des „organischen Intellektuellen“ war in anarchistischen Kreisen übrigens von Anfang an vorhanden, lange bevor Gramsci diesen Begriff geprägt hat. Ich schließe mit einem Zitat von dem Anarchosyndikalisten Noam Chomsky:

        „Ein Intellektueller zu sein ist eine Berufung für jedermann: es bedeutet, den eigenen Verstand zu gebrauchen, um Angelegenheiten voranzubringen, die für die Menschheit wichtig sind. Einige Leute sind privilegiert, mächtig und gewöhnlich konformistisch genug, um ihren Weg in die Öffentlichkeit zu nehmen. Das macht sie keineswegs intellektueller als einen Taxifahrer, der zufällig über die gleichen Dinge nachdenkt und das möglicherweise klüger und weniger oberflächlich als sie. Denn das ist eine Frage der Macht. “

        Noam Chomsky

      • bewi permalink
        14. Februar 2010 17:32

        @sabine: ich bezog mich nicht darauf, dass mir jemand einen Most-Text zum lesen empfohlen hat, den werde ich in der Tat lesen. Es ist aber mindestens hanebüchen – es geht ja gerade offenbar noch weiter – in einem für alle öffentlichen Forum über vermeintliche oder echte psychische Krankheiten, sexuelle Übergriffe, Polizeispitzelvorwürfe, und ich weiß nicht was noch alles zu spekulieren oder solche Informationen, wenn sie denn stimmen sollten, zu publizieren.

        @markus: Ich sagte ja schon, dass ich eigentlich nicht bereit bin, hier zu diskutieren, sondern via Mail. Meinetwegen kann sich da ja jedeR, der dazu bereit ist, ’ne anonyme gmx-Adresse oder sonstwas zulegen und mich zuspammen. Aber gut, in diesem Fall ist das was anderes. Ich bin gerne bereit, eine Debatte darüber, wieviel Marx ein Anarchismus braucht oder verträgt, öffentlich zu führen, denn da geht es ja nicht um persönliche Anfeindungen, sondern um verschiedene inhaltliche Positionen. Auf dem Niveau können wir das auch gerne hier diskutieren – momentan habe ich wenig Zeit, aber ich werde mir in ca. einer Woche deine Kritik noch mal ausführlich zur Brust nehmen und reagieren.
        Nur soviel: Ich habe nie irgendwo geschrieben, dass ich mich als Intellektueller verstehe – auch nicht als ‚organischen‘ – und irgendwen ‚belehren‘ will. Der Text, den du ansprichst, ist ja vielmehr eine detaillierte Kritik an denen, die genau das versuchen. Die Arbeiterklasse weiß schon ganz gut alleine, wer sie ist, dazu braucht sie weder einen bewi noch einen Marx. Insofern ist der Text eine Kritik an der Lenin’schen Auffassung von ‚Klassenbewußtsein‘, sprich: eine Kritik zuforderst an einem Marxismus, aber auch an einem Anarchismus, der diese Interpretation des Bewußtseins aufgenommen hat. Ich maße mir nicht an, der Arbeiterklasse irgendetwas erklären zu können, aber ich maße mir durchaus an, den Linken, die glauben, das zu können, zu erklären, dass sie damit einer Diktatur über das Proletariat das Feld bereiten.
        Zweitens: Egal, ob ich jemals Marx gelesen habe oder nicht: Meine Kritik an Bakunin entstammt meiner Bakunin-Lektüre und nicht dem, was irgendjemand anders über ihn gesagt hat. Dabei bleibe ich. Wenn man die Kritik an den Heiligen des Anarchismus nicht mehr äußern darf, dann ist der Anarchismus in Dogmen erstarrt, und dann ist er in der Tat nichts mehr für mich. Also: Wenn das Anarchismus ist, dann bin ich kein Anarchist.
        Das einzige, was mich wirklich schockiert ist: „wer wie Du Arbeiterinnen und Arbeitern das Recht und das Bedürfnis abspricht sich mit wissenschaftlichen, kulturellen und theoretischen Fragen und Themen zu beschäftigen, weil sie sich ja von Leuten wie Dir ‚belehren‘ lassen sollen“. Egal, ob man nun gut oder schlecht findet, was ich so sage und schreibe – das ist das absolute Gegenteil meines Denkens. Frage mich gerade auch, wo du das rausliest…

        Eine inhaltliche Basis des Syndikalismus ist: „Die Arbeiterklasse kann sich nur selber befreien“. Neben den anderen beiden Maximen – dem der direkten Aktion und „Die Arbeiterklasse und die besitzende Klasse haben nichts gemeinsam“ – ist das die Grundlage meines Denkens. Dazu gehört insbesondere: Die Arbeiterklasse braucht keine Intellektuellen, die das für sie macht – ganz im Gegenteil kann das schädlich sein. Deine Kritik diesbezüglich an mir, kann ich mir nur so erklären, dass ich mich irgendwo zweideutig ausgedrückt habe.

        Ein letztes: Ich wiederhole noch mal: was ihr hier mit mir macht, ist mir vollkommen egal. Im Zweifelsfall kann ich mich wehren oder ich lese dieses Forum eben einfach nicht. Problematisch finde ich aber, dass hier in teils wahnwitziger Weise FAU-Interna, teils höchst persönlicher Natur, veröffentlicht werden. Wenn ihr über mich schreibt, dann verwendet ihr Dinge von mir, die schon öffentlich sind – das ist in Ordnung. Was aber die oben erwähnten psychischen Krankheiten usw. angeht, ist das ein krasser Eingriff in Persönlichkeitsrechte (auch wenn ihr keine Namen nennt – was meint ihr denn, wie die Leute sich fühlen, wenn sie das lesen) und in der Tat: Es schadet der FAU. Soweit ihr FAU-Mitglieder seid, habt ihr Zugriff zu den internen Strukturen, um eure Kritik loszulassen. Nur so läßt sie sich auch diskutieren und sich die Organisation evtl. auch verändern. Informelle Hierarchien werdet ihr nicht los, indem ihr sie von außen anprangert. Ich weiß, was jetzt kommt: Das Argument derjenigen, die mal FAU waren und es nicht mehr sind. Auch da gilt: Was hier läuft, trägt nur zur Eskalation bei und führt vielleicht auch dazu, dass einige, die bisher neutral waren, diese Neutralität aufgeben.

        So, wie ihr die Sache momentan aufzieht, kann die FAU das aber nur als Angriff von außen betrachten. Und entsprechend wird sie sich verhalten.

      • union-member permalink
        14. Februar 2010 18:03

        Die Bewi schreibt:

        „So, wie ihr die Sache momentan aufzieht, kann die FAU das aber nur als Angriff von außen betrachten. Und entsprechend wird sie sich verhalten.“

        Erstens: In der FAU läuft seit wochen eine Hetzkampagne gegen die Seite hier. Bislang war ich neutral. Denn ich seh für-und-widers. Aber jetzt reichts mir mit der selbstgefälligigkeit und dem Machtgemackere. Die „FAU wird sich also entsprechend verhalten“. Wer bestimmt das? bewi? Ich bin auch FAU-Mitglied, auch wenn noch nicht lange. Willst du die Leute hinter Syndikalusmus.tk erschiessen und an die Wand stellen? Oder wie muss ich mir das vorstellen? Aus der Soli-Unterstützre-Liste haben die Berliner sie ja schon gestrichen. Was kommt als nächstes? Ich frag mich ernsthaft ob die FAU so in der Art mein Verein ist. (Und denkt nicht das ich ein liberaler Weichspüler bin). Aber die Feinde der FAU sitzen wo anders -> Hackel, großmann – Aber auch in infromellen Struckturen. Da gehört die bewi anscheinend dazu. Und nur am Rande: Wenn das ein mann mit der subtilen Drohung gesagt hätte, käme wahrcheinlich auch gleich wieder der Vorwurf der (verbalen) Macker-Militanz.
        Was du hier machst bewi, ist Hetze!

        Anmerkung Syndikalismus.tk: Danke für deine Solidarität. Bewi ist allerdings männlich.

      • Markus permalink
        14. Februar 2010 18:33

        Was bewis Kritik an der Veröffentlichung von FAU-Interna weiter unten angeht, stimme ich ihm völlig zu. Insbesondere was diese ganze Sache über psychische Erkrankungen angeht, das gehört absolut nicht hier hin. In diesem Punkt sind wir zur Abwechslung mal völlig einer Meinung. Darüber hinaus, ein anderes Mal mehr.

      • bewi permalink
        14. Februar 2010 19:22

        entschuldigung, ich wollte sagen: ich betrachte das als Angriff von außen auf die FAU. Und hoffentlich reagiert die FAU. Das kann ich natürlich weder bestimmen noch vorhersagen.
        Und ob männlich, ob weiblich: wie’s gerade hinkommt…

      • Liebsche permalink
        14. Februar 2010 20:59

        Bäi uns im Räinland haißt dat einfach: Dat Bewi – issn Neutrum, genau wie dat Chantal oder dat Debborah

      • Sam Hawkins wenn ich micht nicht irre permalink
        14. Februar 2010 23:16

        pappalapap, Krankheit hin oder her war vielleicht nur ne kleine Depression, weil ihr Freund hatte Hodenkrebs, mit Schmerzen und ist nie zum Artz damit. Da mußt das ganze operiert werden. Ist nicht schön, wer hängt das ganze schon an die große Glocke, nichwahr. Das lag an seiner Familie, sein Vater hatte Prostatakrebs schon mit 30. Aber das geht vorbei, muß man nicht heulen wegen oder psychische Krankheiten bei den Angehörigen vermuten. Immer Sachte mit die jungen Gäuler!

      • Markus permalink
        16. Februar 2010 02:35

        @bewi
        Nein, um persönliche Anfeindung geht es nicht. Ich kenne Dich nicht persönlich. Wir kommen zwar aus der gleichen Region, aber ich weiß nicht, ob wir uns jemals über den Weg gelaufen sind. Wenn ja, kann ich mich jedenfalls nicht daran erinnern. Einen persönlichen Konflikt haben wir nie gehabt. Ich kenne nur Deine Texte und nur darauf bezieht sich meine Kritik.
        Selbstverständlich habe ich nicht primär auf eine Diskussion mit Dir abgezielt, sondern darauf dem schädlichen Einfluss Deiner vulgärmarxistischen und anti-anarchistischen Propaganda etwas entgegenzusetzen und die Hegemonie, die Du mit Deiner Ideologie über den AS anstrebst, scharf zurückzuweisen. Dein Recht Dich gegenüber scharfer Kritik zu äußern, bleibt Dir unbenommen. Ich gehe einer Diskussion bestimmt nicht aus dem Weg, auch wenn ich nicht primär darauf abgezielt habe.
        Ob Du Dich selbst als Intellektuellen oder „organischen Intellektuellen“ betrachtest, ist völlig irrelevant. Insofern Du Theoriearbeit betreibst, leistest Du intellektuelle Arbeit. Dagegen ist nichts einzuwenden, im Gegenteil, die Theoriearbeit in anarchosyndikalistischen Kreisen findet viel zu wenig statt. Der ideologische Inhalt Deiner Textproduktion ist leider absolut nicht das, was Anarchismus und Anarchosyndikalismus brauchen.
        Oh doch, Du hast ausdrücklich betont, dass Du „belehren“ willst anstatt zur Förderung von kritischem Bewusstsein beizutragen. In Deinem Text „Das Sein verstimmt das Bewusstsein“ heißt es ausdrücklich im zweiten Absatz: „Insbesondere unter studierenden und Intellektuellen dominiert daher ein Verständnis von Bewusstsein, nach dem dieses durch Lesen und Lernen zu erwerben sei. Die Folge sind Seminare, Bücher, Abendveranstaltungen oder Beiträge wie dieser (WOBEI DIESER, UM ES VORWEG ZU SAGEN, NICHT BEWUSSTSEIN SCHAFFEN WILL, SONDERN IN DER TAT BELEHREN).“ Dein häufig oberlehrerhafter Schreibstil tut ein Übriges zu belegen, dass das keine leere Drohung ist.
        Und der Text strotzt nur so von klassistischen und klassen-essentialistischen Stereotypen und unangebrachten Abstraktionen. Arbeiterinnen und Arbeiter kommen in diesem Text nur vor als Abstraktionen, deren Individualität völlig auf ihre Identität als Klassenwesen reduziert ist, die sich mit Fußball und „Deutschland sucht den Superstar“ die Zeit vertreiben und ihre Familienmitglieder gerne von dem Nazi von nebenan betreuen lassen. Dass Fußball und „Deutschland sucht den Superstar“ auch in der Mittelschicht sehr beliebt sind, dass der klassische Faschismus vor allem von bürgerlichen Schichten getragen worden war und dass auch heute noch der bürgerliche Rechtsradikalismus, dass gesellschaftlich gefährlichere Phänomen darstellt, darauf sei hier nur am Rande hingewiesen.
        Dass die Banalität, dass Menschen mit bescheuerten Einstellungen in anderen Kontexten nette Menschen sein können, dann so hervorgehoben wurde, war die einzige Passage des Textes, bei der ich grinsen musste, anstatt den Kopf zu schütteln. Ja, bei Euch Marxisten muss mensch so was offenbar wirklich extra erklären.
        Dass auch Arbeiterinnen und Arbeiter ein Bedürfnis nach intellektueller Kreativität und kultureller Partizipation haben können, dafür fehlt in Deinem Text jede Sensibilität. Auch, der Umstand, dass insofern Mitglieder der Unterschicht IM DURCHSCHNITT tatsächlich weniger Bedürfnisse nach intellektueller und kultureller Partizipation haben, als Mitglieder der Mittel- und Oberschicht, dies ein direktes Resultat der mit der Klassenherrschaft einhergehenden Repressions-, Ausbeutungs- und Sozialisationsbedingungen ist, wird nicht einmal als Problem angesehen. Wie sehr haben sich z.B. freiheitliche Sozialisten wie Paulo Freire, Antonio Gramsci und Rudolf Rocker und viele andere mit solchen Fragen auseinandergesetzt und versucht eine freiheitlich-sozialistische Bildungspraxis zu entwickeln, die frei von Belehrung, Manipulation und Zwang auf Grundlage der Bedürfnisse der Mitglieder der Arbeiterklasse selbst, den intellektuellen und kulturellen Ausgrenzungsmechanismen der bürgerlichen Gesellschaft entgegenwirkt. Nichts davon in Deinem Text. Alles was Dein Text rüberbringt ist: Arbeiterinnen und Arbeiter sollen sich blind den Einflüssen der Klassenlage auf ihr Bewusstsein unterwerfen (und die bürgerliche Klasse ebenso), anstatt diesen Einfluss entschieden zurückzuweisen und darüber hinaus sollen Arbeiterinnen und Arbeiter keine Seminare, Bücher und Abendveranstaltungen besuchen (höchstens, wenn es dem Klassenkampf dient), sondern sich darauf beschränken mit Intellektuellen oder untereinander über ihre betrieblichen Probleme zu quatschen, damit sie dadurch zur Revolution bewegt werden. Du selbst darfst als marxistischer Intellektueller hingegen ausführlich Theoriearbeit betreiben, ArbeiterInnen und Arbeiter dürfen Deine Theorien dann in die Praxis umsetzen.
        Ein theoretischer Text, der in der Grundessenz die absolute Unterwerfung des Bewusstseins von Arbeiterinnen und Arbeitern unter den Einfluss ihre Klassenlage predigt, ja der keinen anderen Aspekt des Bewusstseins realer Individuen ansonsten überhaupt für wichtig hält, kann keine andere Botschaft verbreiten als: „Ich als intellektueller Marxist reflektiere über den Einfluss der Klassenlage auf das Bewusstsein und die Arbeiterinnen und Arbeiter sollen sich darauf beschränken Fußball und „Deutschland sucht den Superstar“ zu gucken und schön operaistisch über ihre betrieblichen Probleme quatschen, um dann irgendwann meine persönlichen marxistischen Revolutionsträume zu erfüllen.“ So kommst Du rüber.
        Ich sprach noch gestern mit einem Genossen, der Schichtarbeiter in einer Fabrik ist und der auch einen Deinen Texte gelesen hatte. Er hat auch nur den Kopf geschüttelt.
        Typisch Marxist. Bei Euch gibt es ja keine realen Individuen, sondern nur Klassenwesen.
        Auffallend ist jedenfalls mit welchem Fanatismus Du versuchst die komplexe subjektive und objektive Wirklichkeit realer und konkreter Individuen in Dein grobschlächtiges vulgärmarxistisches ökonomistisches Raster hineinzuzwängen.
        Rudolf Rocker hat darin bekanntlich einen der Hauptfehler des Marxismus gesehen. Recht hat er! Es gäbe noch vieles mehr an diesem grauenhaften Text zu kritisieren, aber mir fehlt jetzt die Zeit dafür.
        Deine Bakunin-Kritik ist genauso absurd, wie der größte Teil Deiner restlichen „Anarchismus-Kritik“. Dass Bakunin keinesfalls das Privateigentum an den Produktionsmitteln befürwortet hat, hättest Du schon aus dem Programm von Bakunins „Allianz der sozialistischen Demokratie“ ersehen können, mit dem diese in die Internationale eingetreten ist. Dort heißt es in Punkt 2: „Sie (die Allianz) will vor allem die politische, ökonomische und soziale Gleichmachung der Klassen und der Individuen beider Geschlechter, und um an dieses Ziel zu gelangen, fordert sie zuerst die Abschaffung des Erbrechts, damit in Zukunft die Nutznießung der Produktion jedes Einzelnen entspricht, und
        dem vom letzten Arbeiterkongress zu Brüssel gefassten Beschlüsse gemäß, der Grund und Boden, die Arbeitswerkzeuge und alles andere Kapital, ALS KOLLEKTIVEIGENTUM DER GESAMTEN GESELLSCHAFT, nur dem Nutzen der Arbeiter, d.h. der ackerbauenden und industriellen Föderation dienen.“
        Eine leicht andere Übersetzung findet sich z.B. hier: http://www.mlwerke.de/me/me18/me18_455.htm
        Ein anderes Bakunin-Zitat: „(…) Die Arbeiter müssen das nicht individuelle, aber kollektive Eigentum des Kapitals erobern, denn wenn sie das vorhandene Kapital unter sich teilen würden, würden sie es zunächst vermindern, würden in ungeheurem Grade seine Produktionskraft verringern und mit Beihilfe des Erbrechts würden sie eine neue Bourgeoisie, eine neue Ausbeutung durch das Kapital wieder herstellen.“ (Michael Bakunin, Gesammelte Werke Band 2, S. 74)
        Ein weiteres: „Wir sind der Ansicht, dass Kapital und Boden, mit einem Wort alle Arbeitswerkzeuge und Rohstoffe nicht mehr durch das Erbrecht übertragen werden dürfen und für immer das gemeinsame Eigentum aller Produktivgenossenschaften werden.“
        (Michael Bakunin, Ausgewählte Schriften Band 5, S. 175 f.)
        In dem letzten Text auf dieser Seite kannst Du die beiden letzten Zitate auch noch mal durchlesen: http://www.bibliothekderfreien.de/bakunin/almanach/
        Zu dem Vorwurf Bakunin habe mit dem Begriff der „unsichtbaren Diktatur“ tatsächlich eine Diktatur über die Arbeiterinnen und Arbeiter gemeint, gibt es zum Glück einen guten Text, (leider nur in Englisch), was mir hier Zeit erspart.
        http://flag.blackened.net/revolt/anarchism/writers/anarcho/anarchism/bakunindictator.html
        Bakunin war auch keinesfalls ein Egomane, wie Du behauptest. Ganz im Gegensatz zu Marx wird Bakunin von der überwältigenden Mehrheit seiner Zeitgenossen, die ihn kannten, als in hohem Maße seinen Mitmenschen positiv zugewandt beschrieben. Das wüsstest Du, wenn Du auch nur mal eine einzige Bakunin-Biographie gelesen hättest. Bakunins Briefe an seine Freunde sind stets herzlich und an seinen Mitmenschen aufrichtig interessiert. Marx brachte es noch nicht mal fertig seinem Freund Friedrich Engels gegenüber ein paar freundliche Worte zu schreiben, als dessen Frau verstarb. Niemand außer Engels, der sich ihm persönlich sehr weitgehend unterwarf, hielt es lange mit dem Kotzbrocken Marx aus, während Bakunin eine Vielzahl von Freunden in der ganzen Welt hatte. Beide, Marx wie Bakunin, waren zwar ziemliche Rechthaber, aber ein Egomane war Bakunin nicht, Marx sehr wohl. Lies mal Arnold Künzlis geniale Marx-Psychographie, wenn Du Marx Persönlichkeit etwas tiefer verstehen willst. (Dass Marx privat ein Kotzbrocken war, bedeutet natürlich in keiner Weise, dass seine Werke nicht bedeutend sind.)
        Du behauptest außerdem, der unheilvolle Einfluss des Denkens von Stirner auf Bakunin sei unbestreitbar. Erstens war Max Stirner, von seinem Egoismus-Blödsinn abgesehen, ein großartiger Psychologe, Anti-Pädagoge, Existenzphilosoph und Proto-Poststrukturalist und zweitens gibt es keinen nennenswerten Einfluss von Stirner auf das Denken Bakunins. Menschenbild, Gesellschaftsideal, Ethik, Strategien der Verwirklichung einer freiheitlichen Gesellschaft usw. sind bei beiden vollständig verschieden, ja sogar völlig gegensätzlich. Zwischen Stirners „Mir geht nichts über Mich“ und Bakunins „Ich will nicht ich sein, ich will Wir sein“ einen engen Zusammenhang zurechzubiegen, dazu benötigt mensch schon einige Unkenntnis der Schriften von beiden. Der angebliche unheilvolle Einfluss des Denkens von Stirner auf Bakunin ist ein klassisches Motiv der anti-anarchistischen marxistischen Propaganda. Jeder, der dies textimmanent nachweisen wollte, würde sich lächerlich machen.
        Allzu tiefschürfend kann Deine Bakunin-Lektüre offenbar nicht gewesen sein, hoffen wir dass wenigstens Deine Marx-Lektüre tiefergehender war.
        Du jammerst, ich würde Dir das Recht absprechen die Heiligen des Anarchismus zu kritisieren und wenn dies Anarchismus sei, dann seist Du kein Anarchist.
        Dein bescheuertes anti-anarchistisches Pamphlet „Give the Anarchist a theory. Renaissance des libertären Kommunismus“ (schon der Titel ist eine Frechheit) hat mit einer seriösen, sachlichen und ernstgemeinten Kritik am Anarchismus soviel zu tun wie die Polemik von Horst Blume gegen die FAU mit einer seriösen, sachlichen und ernstgemeinten Kritik an der FAU. Das sind diskursive Machtspielchen.
        Mir fehlt jetzt die Zeit hier auf allen Unsinn, den Du in diesem Text über den Anarchismus behauptest, einzugehen, kann ich aber jederzeit nachholen. Kaum einer Deiner „Kritikpunkte“ hält der Realität stand. Wahrscheinlich war auch die Lektüre aller anderen von Dir gelesenen anarchistischen Texte genauso „tiefschürfend“ wie Deine Bakunin-Lektüre.
        Dein Text ist nicht allzu weit entfernt von der anti-anarchistischen Propaganda von Anarchismus-Hassern wie Hal Draper, Wolfgang Harich und Hans G. Helms. Anarchisten würden sich in den eigenen Fuß schießen destruktive und destruktiv motivierte Polemiken dieser Art auch noch den Status ernsthafter Kritik zuzugestehen.
        Und außerdem: Wer hätte behauptet, Du seiest Anarchist? Ich bestimmt nicht. Um in anarchosyndikalistischen Zusammenhängen aktiv zu sein, ist es selbstverständlich auch nicht nötig Anarchist zu sein. Es reicht die anarchosyndikalistische Arbeitsgrundlage zu akzeptieren. Ich bin der Ansicht, dass auch Marxisten in anarchosyndikalistischen Zusammenhängen ihren Platz haben können. Aber dass sie „Basis-Überbau-Modell“, „Historischen und Dialektischen Materialismus“ „Diktatur des Proletariats“ usw. zu Hause lassen und sich anti-anarchistischer Polemik enthalten, das erwarte ich schon. Du bist in libertären Kreisen etabliert, geachtet und anerkannt und bedankst Dich dafür mit anti-anarchistischer Polemik und obskurer vulgärmarxistischer „Das Sein bestimmt das Bewusstseins“-Sektiererei.
        Und dann wunderst Du Dich, wenn endlich doch mal jemand darauf reagiert.
        Du forderst in fast jedem Deiner Texte, dass die Anarchisten ihre Vorurteile gegenüber Marx aufgeben sollen und ihn lesen und einbeziehen sollten. Du hast recht damit, das klassische anarchistische Vorurteil „Anarchistische Theoretiker gut – Marx böse“ zu kritisieren, aber Du drehst es einfach nur um, bei Dir heißt es genauso banal „Marx gut – Proudhon, Stirner und Bakunin böse“. Es ist auffallend, dass es genau diejenigen libertären Denker sind, die Marx am meisten gehasst hat, die auch bei Dir am schlechtesten wegkommen. Würdest Du Dich etwas um Objektivität bemühen, dann könntest Du erkennen, dass Marx, Proudhon, Bakunin und Stirner alle ihre guten und schlechten Seiten haben und dass wir bei allen schauen müssen, was gut, zeitgemäß und brauchbar ist und was wir mit guten Gründen verwerfen sollten. Sie alle verdienen Achtung und Anerkennung genauso wie Kritik, ganz genau wie jeder anderer bedeutende Theoretiker und Wissenschaftler. Aber Dein heiliger Marx hat ja was anderes gesagt.
        Du bist genau das, was Du bei anderen kritisierst.

      • Prekäres Arbeiterkind permalink
        16. Februar 2010 12:18

        Hallo Marcus,

        ein großartiger Beitrag von dem ich fast jeden Satz unterschreiben kann. Absolut zutreffend beschrieben. Den einzigen wesentlichen Unterschied sehe ich in der Akzeptanz von Marxisten in anarcho-syndikalistischen Organisationen. Ich mein es gibt genug marxistische Gruppen, da können dich sich doch eine Aussuchen oder, wenn sie an betrieblichen Auseinandersetzungen „teilhaben“ wollen zur IWW gehen. Ich finde es gefährlich wenn Marxisten bei uns Einfluss erlangt haben. Denn alle historische Erfahrung zeigt, das sie sich nicht damit begnügen sich einzureihen und die anarcho-syndikalistische Selbstorganisation in der Vordergrund stellen, sondern bestimmen wollen wo es langgeht. (Siehe nur die marxistische Entrismus-Strategie. Auch FAU-Gruppen haben schon ihre Erfahrungen mit den „versuchten“ Unterwanderungen von Kommunisten gemacht).
        Was mich als Fussballfan natürlich noch zusätzlich stört ist die Abwertung von Fussball generell durch sog. “Intellektuelle“. Als ob alle doof sind, die zu einem Spiel gehen oder zu einem Verein halten. Das einzig gute daran ist, das man diesen super intellektuellen dann nicht bei nem Spiel über den Weg läuft, weil sie zum Glück weg bleiben. Wahrscheinlich verstehen sie noch nicht mal die Spielregeln.
        Nochmal: Ein super Beitrag Marcus. (Und du hast recht. Vor ein paar Jahren hätte die Luft bei solchen Positionen wie die vom Bewi gebrannt).

      • Interessierter permalink
        16. Februar 2010 12:52

        wow, Markus, guter Text! Hast du Lust, das weiter auszubauen? Dann wird das vielleicht eine Broschüre, die einlädt zum Weiterlesen. Fänd ich toll!

      • bewi permalink
        16. Februar 2010 22:34

        @markus
        ich erwähnte schon, momentan bin ich ziemlich im stress. ich werde daher später ausführlich darauf eingehen. in kürze aber soviel: ich finde vieles an deiner kritik durchaus berechtigt. und ich bin nicht sauer o.ä., wenn mir das gesagt wird (die kritik an dem, was in diesem forum läuft, betrifft überhaupt nicht dich! weder wundere noch ärgere ich mich über die kritik). in einigen punkten habe ich mich geirrt, in einigen habe ich mich offenbar ziemlich unklar ausgedrückt und in einigen sind wir einfach verschiedener meinung. das wird sich im laufe der debatte sicherlich klären.

        nur einen punkt muss ich erneut betonen: ich mache einer klasse (bzw. den ihr zugehörigen) nicht bestimmte kulturelle zuschreibungen und be- oder verurteile diese dann. „Das Sein verstimmt das Bewußtsein“ sollte in diesem Punkt aussagen, dass diejenigen, die das machen, nicht besser sind als die, über die sie etwas sagen wollen. Es ist nicht gemeint: „ArbeiterInnen gucken ja nur Fußball oder ‚Deutschland sucht den Superstar'“, sondern selbst wenn sie dies tun, ist das kein Indiz für ihre Klassenzugehörigkeit und wenn sie dies tun, sind sie dadurch nicht schlechter oder besser, als wenn ihr Marx oder Bakunin lest und Tocotronic oder Gustav Mahler hört. Insofern wollte der Text (und nicht ich im allgemeinen) ‚belehren‘, aber nicht Zugehörige einer bestimmten Klasse, sondern selbst- oder fremdernannte Intellektuelle, die sich für was besseres halten und sich als eigenen ‚Stand‘ verstehen . Na, der Schuß ist wohl deutlich nach hinten losgegangen… der ganze Text sollte Intellektuellen unter die Nase reiben, dass sie nicht so arrogant sein sollen zu glauben, sie hätten ein besseres Bewußtsein als jemand, der nicht so drauf ist wie sie.

        Ich bin zwar durchaus deiner Meinung, was die Bedingungen zur Mitgliedschaft in der FAU betrifft, aber wenn ich so drauf wäre, wie du mich interpretierst, würde ich mich selber ganz schnell da rauswerfen.

        Soviel für’s erste….

      • Interessierter permalink
        17. Februar 2010 11:07

        Hört sich gut an, ich freue mich drauf.

  7. 10. Februar 2010 03:33

    Der neue Anschlag ist da, viel Spaß beim Lesen!
    In Darmstadt gibts jetzt auch ne ASJ, auf gute Zusammenarbeit!
    Grüße aus dem Süden

  8. ert permalink
    10. Februar 2010 12:57

    Frage: ist der/die „ASK/VAB Hamburg-Altona“ Teil der FAU???!!!!

    • Folkert permalink
      10. Februar 2010 13:38

      @ ert: Nicht mehr!
      Solltest Du eigentlich schon mitbekommen haben.

      • ert permalink
        10. Februar 2010 20:29

        Naja, ist irgendwie nicht so ganz klar durchschaubar von außen (Österreich)!

    • günther permalink
      10. Februar 2010 19:15

      @ert. wieso? müssten sie dann rausgeschmissen werden? und wenn ja. warum?

      • ert permalink
        11. Februar 2010 11:49

        Was? Wieso? Ne, ich wollte nur wissen, was es sich mit der “ASK/VAB Hamburg-Altona” auf sich hat, das ist alles. Es muss ja einen Grund geben, dass die nicht oder nicht mehr in der FAU sind und der interessiert mich halt.
        Im übrigen kann ich schwer fordern, dass irgendwer irgendwen aus der FAU „rausschmeißt“…

    • 10. Februar 2010 23:15

      @ ert – nicht mehr, laut Folkert, oder auch- noch nicht wieder- näheres folgt in diesem Universum…

  9. Einer permalink
    11. Februar 2010 12:07

    @ ert: Das Interesse ist verständlich. Denn warum gibt es in Hamburg zwei Gruppen die sich als anarcho-syndikalistisch bezeichnen? Nun. Weil die eine, die in der FAU Mitglied ist, vielleicht gar nicht anarcho-syndikalistisch ist? Sondern Anti-Deutsch? Und noch so ein paar Schooten mehr bringt, a la „es handele sich um einen Generationenkonflikt“ der zum Austritt/Rauswurf der ASK/VAB geführt habe etc. Das wurde auf den Seiten hier in verschiedenen Artikeln und Kommentaren deutlich. Die anderen FAU-Gruppen in der Region verhalten sich nicht dazu, verstecken ihre Unsolidarität hinter einer „lokalen Autonomie“. Andere GenossInnen hätten (und haben bei vergleichbaren Situationen)schon längst aufgegeben. Nicht so bei diesen Genossen des ASK/VAB. Unter ihnen finden sich auch echte FAU-Urgesteine die im Interesse der Sache weitermachen. Darum geht es! Und deswegen haben diese GenossInnen meine uneingeschränkte Solidarität und die FAU hat ein Mitglied weniger. Grüße.

    • ert permalink
      11. Februar 2010 16:24

      So ähnlich hab ich es mir gedacht. Kann ich auch verstehen. Ich hab das mit den „antideutschen Umtrieben“ in der FAU Hamburg mitbekommen, dass das ASK/VAB deshalb aus der FAU ausgetreten ist, liegt auch nahe, ich konnte es aber nur vermuten. Danke für die Info.

    • robot permalink
      11. Februar 2010 17:48

      Das ist doch Unsinn. So verkürzt und einseitig wiedergegeben wie man es von dieser Seite erwarten muss und darauf bauen kann. Veröffentlichung von FAU-internen Stellungnahmen, Unsolidarisches Verhalten mit den Berliner Kinioarbeitern, FAU-spaltende Kommentare hier in den Kommentaren – das ist Syndikalismus.tk. „Einer“ hat ja nicht einmal die Chupze hier seinen Namen anzugeben.

      Anmerkung Syndikalismus.tk:
      Sonst gehts gut? Du weisst doch Bescheid. Wenn´s dir hier zu aufregend ist gehst du auf http://www.fau.org. Da gibts „Einheitslinie“.

      • Folkert permalink
        11. Februar 2010 18:06

        @ Robot: „Unsolidarisches Verhalten mit den Berliner Kinoarbeitern, FAU-spaltende Kommentare hier in den Kommentaren“???
        Du merkst wirklich nichts mehr in Deiner selbstgerechten Haltung,
        alle haben Unrecht, nur die FAU macht keine Fehler, wie immer.

        Mehr erspare ich Dir jetzt, sonst nennst Du das wieder „Denunziation“ oder „Verrat“. Verraten habt ihr uns, nicht wir die FAU. Basta!

        Ihr habt ja bereits so viel Mumm in den Knochen, dass es auch auf der FAU-Page keinen verantwortlichen Redakteur angebt, warum sollte das hier geschehen?

        Und wenn ein Kommentar „spalten“ könnte, na, dann war dieser Kommentar wohl richtig bzw. wer ist denn sooo selbstbewußt, das er sich von einem Kommentar gleich zerlegen läßt?

        Innergewerkschaftliche Demokratie stelle ich mir dann etwas anders vor.

      • 11. Februar 2010 19:53

        robot – der name scheint programm!
        jedenfalls linienmechanisch statt libertär – und ohne die chutzpe, zu sagen, wer er/sie ist, was er „einem“ vorwirft.
        also:
        weder „fau-internes“ weil offentlich zugängliches und diskussionswürdiges
        wurde berichtet,
        noch unsolidarisches, weil man mit dem warnen vor und aufzeigen von fehlern solidarisch seinen genossen etwas rät oder sie vor weiteren fehlern schützen möchte,

        und spalten tun die, die sogar in strukturen wie unseren anarchosyndikalistischen, welche ja ein herrschaftsfreier samen für ein neues miteinander, eine neue welt, sein und werden sollen,
        die alten kritikfeindlichen, ja stalinophilen strukturen aufrecht erhalten durch gemauschel, heimlichtuerei und schönreden von fehlern plus wegmobben/verteufeln der warner und kritiker – was dafür sorgt, dass sich aufrechte angewidert wegdrehen, dass mensch die informellen klüngelstrukturen als eben nicht libertär, pseudo-basisdemokratisch erkennt und beim verändern dessen auf verdrehungen und aussitzen stösst.

        Das geht alles auch anders und offen, – dafür kämpfen wir – genossInnen in und auch ausserhalb der fau-strukturen, weil -ein neuer klüngel schafft keine neue welt, nur neue herrschafft!

        das föderative und imperative mandats-prinzip ist nur dann libertär, wenn auch offenheit vorhanden ist, und diskussion, streitkultur alles ansprechbar macht.
        das wäre der einzige schutz vor informellen strukturen, die im hintergrund „untereinander klarkommen“, wenn mensch keine instrumente hat oder benutzt, diese aufzudecken.

        deswegen geben wir die hoffnung nicht auf, weil wir darum kämpfen, wirklich neues miteinander aufzubauen, magnetisch für menschen zu sein, die auf augenhöhe miteinander kämpfen, tanzen und auch streit nicht fürchten, da er fruchtbar sein wird.
        Genossen sind keine Anhänger.

      • 11. Februar 2010 20:00

        Hier wird sich doch echt alles so zurechtgebogen, dass es euch (syndikalismus.tk) in den Kram passt. Der Austritt (nicht Rauswurf) der Leute, die dann das ASK gegründet haben, hatte ganz andere Ursachen. Dass da jetzt im Sinne eines persönlichen Rachefeldzuges gegen die Hamburger Ortsgruppe alles auf die Antideutschen in der FAU HH geschoben wird… naja. Das lässt sich später natürlich leicht konstruieren, besonders nach den bekloppten Bildern, die die Hamburger OG vor kurzem mit ihrer Teilnahme an einer Israelfahnen-domierten Demo produziert hat.
        Die Gründe lagen woanders (breite ich hier nicht aus). Aber euch geht es hauptsächlich um eine Instrumentalisierung der FAU für eure Zwecke.

      • Richterin Barbara Haschisch permalink
        11. Februar 2010 23:13

        Im Namen der Arbeiterklasse ergeht folgendes Urteil:

        Syndikalismus.tk ist freizusprechen!
        Denn die Frage ist eher: Wie kommen FAU-Interna hier überhaupt her? Woher sollen die Redakteure wissen, was FAU-Interna sind, wenn sie was zugeschickt bekommen? Eine Absicht ist den Redakteuren nicht nachzuweisen.
        Es ist Aufgabe der FAU, dafür zu sorgen, dass Interna auch Interna bleiben. Wenn die FAU dazu nicht in der Lage ist, sollte sie die Schuld nicht der Redaktion hier anlasten.
        Macht euren Laden sauber, könnte ich sagen. Nur mal ehrlich: Bei mehreren hundert Mitgliedern sickert immer was durch, und da sollte die FAU sich generell Gedanken drum machen, statt hier nach einem Sündenbock für ihre eigene Fehlerhaftigkeit zu suchen. Wer Interna veröffentlichen will, der tut das einfach, hier oder anderswo, und die FAU täte gut daran, neue Konzepte zu entwerfen zum Umgang mit internen Daten.

        Die Sitzung ist hiermit geschlossen. Robot trägt den Segen des Verfahrens.

    • 11. Februar 2010 22:15

      salud!

      kann das mal jemand von der ask/vab oder syndikalismus.tk richtigstellen?
      das fände ich sehr angenhem.
      falls niemand von euch die zeit dazu findet, werde ich das ende februar (nach karneval *zwinker*) versuchen nach zu holen. bis dahin bleibt mir nur dem genossen/der genossin aus österreich (ert) zu raten den hier gemachten eindruck für bare münze zu nehmen. leider liegt der konflikt tiefer.

      @einer:
      austreten aus der fau ist immer die falsche entscheidung. im zweifel „überlässt“ man damit den verein, den man ja eigentlich für richtig und wichtig erachtet, im zweifelsfall „den anderen“.

      LG
      Rudi (der von hamburg ähnlich weit weg lebt wie von berlin und deshalb auch hier nur kommentare aus der ferne und nicht aus erster hand geben kann)

      • Folkert permalink
        12. Februar 2010 01:16

        Ich weiß nicht, was sich jetzt wieder einige FAUis@s aus den Knochen saugen und hier etwas erklärt haben möchten, was hier nirgends explizit geschrieben wurde. So wahr, wie das antiteutsche Gezecke in Hamburg älter ist als unsere individuellen Austritte ab Ende 2007/2008 (und die erst danach erfolgte Konstitution als ASK/VAB Hamburg-Altona), so gab es dafür wahrlich mehr als einen weiteren Grund.

        Wer mehr erfahren will, soll in FAU Extranet nachlesen, da gab es seinerzeit einiges an Material – zu dem wir natürlich keinerlei Zugang mehr haben. Die Manipulationen (durch die Hamburger Ortsgruppe und permanenten Verhetzungen ihrer ehemaligen Genossen) und das Desinteresse innerhalb der Gesamtorganisation bringen uns nicht mehr weiter. Nachdem zwei von uns auf dem Sommercamp in Elmstein 2009 ihr Sichtweise dankenswerterweise nochmals vortragen konnten – und viele Anwesende teilweise geschockt waren, über das, was dort erzählt und dokumentiert wurde – passierte rein gar nichts, es gibt nicht einmal ein Protokoll und sofort wurde wieder zur Tagesordnung übergegangen bzw. uns wir wurden der Lüge und der Fälschung von Dokumenrten bezichtigt. Diese ‚Diskussion‘ kann nur gegen und ohne die lokale FAU Hamburg erfolgen, alles andere wäre für mich Verrat an allen Überzeugungen, die ich mir Dank vieler Genoss/innen in sehr vielen Jahre in der FAU erarbeitet habe.

        Ich hab keinen Bock mehr auf diese Heuchelei und Besorgnis um „Eure“ heilige Organisation, die *ZWINKER*, immer dann plötzlich gaaanz weit weg ist, wenn sie mal eine/r oder einige gebraucht hätten. Im Babylon-Konflikt wird nun andererseits nicht das verlogene Prinzip „lokale Autonomie“ hervorgekehrt. Klar, die Fehler machen die coolen Berliner (es gab keine Diskussion innerhalb der FAU über die Vorgehensweise durch die Berliner), aber nicht nur die FAU sondern alle AS müssen diese Fehler ausbaden (auch wenn die Aberkennung des Gewerkschaftsstatus auch ohne Arbeitskampf jederzeit erfolgen kann durch „findige Geschäftsführer“, die brauchen ja nur die geltenden Gesetze zu lesen!).

        Für einige ist -wie es scheint- immer Karneval, auch wenn sie nicht aus Köln kommen. Macht ruhig so weiter und kläfft den Mond an. Oder spielt weiter die 3 Affen – nichts sehen, hören und sagen.

        Für mich ist das jetzt hier endgültig beendet. Wer mehr wissen will, kann uns vom ASK ja direkt anschreiben oder anrufen. Aber das tut ja auch keine/r, er/sie müßte dann ja eine Position beziehen. Und das wird dann wirklich weh tun.

      • Anarchosyndikalist permalink
        12. Februar 2010 03:39

        ehh Rudi

        das sitzt so tiiiieeef wie noch mal was …… in der Diskussion mit dem sympathischenDGB-Fuzzi erwähnst Du die Durchlauferhitzerzahl 30.000 ……. dies mag ja hinkommen über 30 Jahre …….. aber warum kackert die FAU so dermaßen ab, mit ihren Dauerabos von 300 ….. da liegt der Hund, äääh die Katze begraben ……. FUCK ALL „informellen strukturen“

        Gemeinsam sind WIR unausstehlich !!!!!!!!!!

        BASTA (sic!)

      • ein anderer permalink
        12. Februar 2010 10:13

        Hey Rudi,

        aus deinen Zeilen kann man sehr gut rauslesen wie es innerhalb der FAU mit Meinungsverschiedenheiten bestellt ist. Denn deiner verschämten Aussage, die belanglos im Raum steht und nur nach einer „Richtigstellung“ verlangt (was immer daran auch richtig zu stellen sein mag)kommt gleich wieder eine Distanzierung (Lebe weit weg von HH, kann also nix konkretes dazu sagen). Wenn das deine Meinung ist dann es lass einfach gleich. Man muss auch gewillt sein Position zu beziehen, wenn man Unrecht mitbekommt. Wenn du nur dafür, das du auf dieser ketzerischen Seite einen nichtssagenden Kommentar schreibst gleich eine Distanzierung hinterherschickst – meine Fresse. Was bin ich froh nicht in der FAU Mitglied zu sein. Denn nach allem was ich so mitbekomme bist du ja einer der auf andere zugeht und auch durchaus ein Symptahieträger für die FAU. Wie gut das andere sich positionieren können und einen Standpunkt haben. Ohne Konflikte gibts nunmal keine Lösungen gegen Ungerechtigkeiten. Diese Konflikte muss man eingehen und nicht im bla bla wir haben uns alle lieb kaltgestellt werden.Sieht böse aus für die FAU. Grüße aus dem Schwabenland.

      • 12. Februar 2010 11:33

        Huhu Folkert
        Gut, Ideell ist es zu begrüßen, wenn man den GenossInnen in anderen Orten beisteht, wenn die Gruppen zersetzt werden. Praktisch stelle ich mir das beispielsweise als Düsseldorfer schwer vor, mich in Essen und Dortmund um Antideutsche zu kümmern, mich mit den GenossInnen in Bonn mit Antispe auseinanderzusetzen, die Leute in Duisburg gegen Gegenstandpunkt-Provokateure zu schützen und den Trotzkisten in Köln entgegenzutreten. Mögen die GenossInnen dort aus der FAU austreten, weil ich ihnen nicht helfe gegen die Zersetzer.
        Andersherum ist es auch nicht besser: Denn wenn das der Zustand ist, dass ich mich ständig um die Belange der GenossInnen in anderen Orten kümmern muß, dann bin ich es, der aus der FAU austritt. Was hat denn das noch für einen Sinn?
        Und ich übertreibe nicht, kenne die FAU auch seit vielen Jahren. Oder sollte nur in Ausnahmefällen interveniert werden? Wer legt dann die Ausnahmen fest, was sind die Kriterien? Es muß ja doch jeder Einzelfall auf den Treffen diskutiert werden. Wie können solche Fälle konstruktiv und zeitsparend gelöst werden, ohne dass andere Mitglieder, die auf Dauer zurecht genervt sind, selber austreten? Diese Fragen sollten beantwortet werden.

      • günther permalink
        12. Februar 2010 12:55

        @ rudi! du warst mindestens einmal in hamburg im letzten jahr. du hast von diversen genossen die telefonnr. du hättest jederzeit vorbeikommen können und mit uns reden.wir hatten auf die tage in elmstein durchaus hoffnung auf eine lösung der konflikte. das fazit: wir wurden verarscht. ich glaube der fau erstmal nichts mehr. hinter jeden versuch einer beschwichtigung steckt eine neue lüge bzw. verarschung. die fau hat vom dgb im umgang mit ihren mitgliedern gut gelernt. mit sauren enttäuschten grüssen

  10. 12. Februar 2010 11:24

    Besonder F. – (wieder mal jemand anonymes) zeigt hier deutlich wie mit der Methode des Diebes, der „Haltet den Dieb“ (mann hab ich diese Metapher satt wie die Methode!) ruft, die Verdrehungen der „offiziellen Geschichtsschreibung der letzten 3 1/2 Jahre Hamburg“ uns Anderen als Verdrehung zugeschrieben wird – ich hab ja lange mein Mundwerk nach aussen gehalten, gerade weil die FAU eigentlich mein „Verein“ ist, – und andere nicht darüber herfallen sollen, sobald was nach Kritik riecht, die andere Politicos ausschlachten könnten- habe aber dabei verdammte Shice gemerkt, dass Offenheit die beste Waffe ist, die man haben kann!
    Und wir brauchen die Strukturdebatte überdie antidemokratische Gefahr informeller Strukturen, über Gewerkschaftsfehler aus Geschichtsunverständnis und über unsägliche Allianzen mit „Völkischen“!
    -wenn nämlich die Wahrheit der eigenen Zusammenhänge für dieKollegen nicht attraktiv genug ist, um mit zu machen, um mitzukämpfen, wie könnte das dann die Verschleierung der Macken und Klüngel und noch Schlimmerem sein?

    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass diejenigen, die mit erst Fehlern und und dann Lügen angefangen haben, so viel weiter lügen mussten, dass sie ihre Lügen heute für bare Münze halten, und diese hartnäckig weiterkolportieren bis zur völligen Verstrickung.

    Und ich kann Folkert verstehen, dass er einfach so was nicht mehr erträgt, fertich hat.
    Rudi und den anderen Aufrechten, die sicher wie wir alle genügend Subversives, sozialrevolutionäres und ArbeiterBildendes zu tun haben, verzeih ich, sich mit Berliner oder Hamburger Besonderheiten nicht auszukennen- aber all diesen Aufrechten sei, auch trotz Sommercamp in Elmstein 2009 noch mal gesagt:

    Informiert euch, fragt uns, mischt euch inhaltlich ein, auch wenns weh tut, und seht zu, daß es ernst gemeint bleibt mit der libertären Idee der Gewerkschaftsdemokratie-

    und den Pöblern gegen Offenheit, Nichteinmischern, Aussitzern noch mal zum mitschreiben:
    Das hier geht um Gewerkschaft, offene Arbeit, nicht um klandestine Auto(maten)nomenklüngel mit heimlichen Aktionen- da ist Offenheit in der Diskussion, und, hach ja, STREITKultur ne produktive Sache!

    Wer muss davor Angst haben?

  11. 12. Februar 2010 14:17

    salud!

    ich hab ja eigentlich etwas anders zu tun, melde mich aber trotzdem noch einmal zu wort (dann aber wirklich erst wieder nach dem 22.02.)

    mein inweis darauf das ich einige hundert kilometer weit weg bin von hh sollte kein ausweichen von irgendeiner position sein! einzig und alleine ein hinweis darauf, das ich eben nicht direkt an der „quelle“ sitze. das macht es manchmal einfacher – da man eben nicht in die internen spaltungen mit einbezogen ist.
    manchmal macht es das aber auch schwieriger. wenn man nämlich nur schriftliches material vorliegen hat, dann fehlt nämlich all das was kommunikation ausmacht (körpersprache, stimmbild, usw)

    und ja – ich war seit den austritten der genossen in hh schon mindestens zweimal in hh und unterhalte mich darüber hinaus auch immer wieder mit kollegInnen aus meiner region (welche diverse kontakte nach hh haben) über diese ganze angelegenheit!

    was ich in diesem thread schade fand, war, das der eindruck erweckt wurde, die ganze problematik in hh würde an den anti-deutschen hängen.
    das ist ja nun mal so nicht richtig (und ich kann gut verstehen das folkert, günther und andere keine lust mehr haben immer wieder stellung zu nehmen bzw. ihre position darzustellen).

    akuter auslöser der „abwanderung“ aus der fau hh waren allerdings nicht die anti-deutschen in hh sondern mehrere schwerwiegende vorwürfe (sexueller übergriff / polizeispitzel – wenn ich mich jetzt richtig erinnere) gegen zwei genossen. diesen vorwürfen wurde „damals“ innerhalb der fau hh nicht wirklich entgegengetreten, was die betreffenden kollegen und ihren „zirkel“ schwer entäuschte.

    ich selbst habe davon erst erfahren als das kind schon in den sprichwörtlichen brunnen gefallen war, d.h. als die genossen und zahlreiche andere schon ausgetreten waren.
    so wie sich mir das ganze darstellte, wurde auch in der region nord lange nichts unternommen die konflikte in hh anzugehen und den kollegInnen zu helfen. wobei mir auch, trotz aller dokumentationen, persönlicher gespräche mit beiteiligten und informationen durch dritte nicht wirklich klar ist wann denn die region überhaupt informiert wurde – so wie es aussieht, nämlich auch erst nachdem(!) schon mindestens ein mitglied ausgetreten war.
    hinzu kommt dann noch ein konflikt innerhalb von café libertad – das bis zum konflikt so eine art closed shop war (soweit ich es wusste, was falsch sein kann, arbeiteten dort ausschließlich fau’istas).
    das kam also zu den anderen beiden konflikten noch hinzu und verschärfte die spaltung in hh.

    nicht zu vergessen, das es offensichtlich schon länger eine menge unterschwelliger und auch offener konflikte zwischen einzelnen mitgliedern gegeben hat (was ja eigentlich völlig normal ist). in der gegeben situation halfen sie aber nicht um einer lösung näher zu kommen.

    ich bedauere die entscheidungen der kollegen, die nach und nach aus der fau hh ausgetreten sind – es wäre besser gewesen wenn sie drin geblieben wären.
    was den anarcho-syndikalismus angeht, mache ich mir wegen der ausgetreten keine sorgen, sie sind militante und so wie ich sie einschätze werden sie auch militante bleiben!!

    gleichzeitig kenne ich aber auch leute aus der fau hh (heute) die ich ebenfalls für militante halte!! leider ist die welt nicht immer so schön schwarz und weiß wie ich es mir wünschen würde. ich bin aber auch überzeugt, das es kurzfristig zu keiner lösung der verschiedenen probleme in hamburg kommen wird – was ich sehr bedauere.

    ein effekt der „spaltung“ ist, das beide anarcho-syndikalistischen gruppen immer wieder zeit auffwenden (müssen?) um den konflikt dritten zu schildern bzw. sich gegenseitig ihr misstrauen kundzutun. diese zeit und energie könnte besser anders eingesetzt werden. mich erinnert das an ein comic das ich vor jahren mal in der britischen freedom gesehen habe: ein kleiner anarcho, der auf einen anderen kleinen anarcho einschlägt und auf die frage warum er das tut nur kurz auf den riesigen boss zeigt .-)

    noch zwei kleine nachworte:

    1) die fau düsseldorf hat sich in der vergangenheit durchaus auch in die angelegenheiten weit entfernter syndikate eingemisch – wenn wir a) frühzeitig davon erfahren haben und b) die kollegInnen bereit waren unsere einmischung zu akzeptieren. so waren zwei delegierte von uns mal in bremen, als es dort zu einer spaltung kam (damals blieben die richtigen in der fau). bei anderer gelegenheit waren wir mal in bonn (was nicht wirklich weit weg ist und sogar zu unserer region gehört *zwinker*) die spaltung war da schon durch (und im vorfeld haben wir da klar position bezogen!) und es ging nur noch darum die trennung zu verwalten….

    2) was die fau und den durchlauferhitzer angeht:
    so ist das eine these von horst stowasser gewesen (die er sicherlich noch heute vertreten würde). in den letzten jahren ist es eher so, das ehemalige zurückkommen, also wieder eintreten. andere sich wieder im umfeld aktivieren.
    das phänomen, das sich reine anarchistInnen der fau anschließen tritt seit jahren mehr und mehr in den hintergrund. das liegt nicht dan der existenz einer deutschrpachigen anarchistischen föderation (die sich forum deutschprachiger anarchistInnen nennt), sondern an dem klaren anarcho-syndikalistischen profil der fau!
    außerdem wächst unsere „massenorganisation“ *lach* ja stetig an .-)
    wenn man sich mal die zeitungslandschaft aunschaut, dann sieht man, das alle zeitungen einen auflagen-rückgang haben. das liegt vor allem an den sogenannten „neuen medien“, also dem web und web2.0 und dem was danach noch kommen wird.
    aber ich will der frage nicht ausweichen warum die fau immer noch ein so kleiner verein ist. die ursache ist sicherlich, neben vielem anderen auch, das es in deutschland einfach (noch?) nicht die masse an menschen gibt die sich auf anarcho-syndikalistische art ind weise organisieren wollen, dabei einer richtungsgewerkschaft beitreten möchten (denn wir organisieren uns ja nicht zum selbstzweck auf eine bestimmte art und weise, sondern verfolgen bestimmte ziele!) und darüber hinaus auch noch bereit sind eine völlig neue kultur (der gegenseitigen hilfe, des föderalismus, der individuellen und kollektive eigeninitiative usw) anzunehmen. und jeder einzlne punkt ist für viele schon grund genug nicht in die fau zu gehen!
    was auch nicht verschwiegen werden soll ist der faktor mensch! natürlich sind wir innerhalb und außerhalb der fau alles anarcho-syndikalistInnen. aber das macht uns erst mal noch nicht zu angenehmeren menschen. wir können deshalb trotzdem arschlöcher sein! als anarcho-syndikalist hänge ich ja erst mal nur bestimmten ideen (!) an. natürlich versuche ich mich auch so zu verhalten, und manche von uns haben die ideen auf der suche nach dem namen für das was sie sowieso den ganzen tag tun gefunden, aber das dürften die wenigsten sein. nicht zu vergessen, das die person, die in meinen augen ein echtes arschloch ist, in den augen eines/einer anderen sehr sympatisch sein kann.
    davon ausgehend das wir alle in diesem system und dieser kultur groß geworden sind, haben wir, gemessen an unserer utopie, alle einen „schaden“. darum haben wir ja unter anderem die struktur die wir uns gegeben haben. in der hoffnung das wir damit bestimmtes verhalten erschweren, unmöglich machen, den schaden begrenzen können und ggf. im sinne gegenseiter hilfe eingreifen können. (im bezug auf hh scheint das alles nicht funktioniert zu haben)
    auch das mag ein grund dafür sein, das in der fau nicht die vielen organisiert sind, die wir uns wünschen. und kleine organisationen haben den nachteil das man sich schwerer aus dem weg gehen kann…

    so – jetzt habe ich aber genug zeit im kommetare schreiben gelassen .-) und muss zurück in die nicht virtuelle welt

    LG
    Rudi – der die medien forum/mail/extranet usw. nur für suboptimal zur diskussion hält!

    • 12. Februar 2010 17:54

      Danke, Rudi, auch führ die Ausführlichkeit-

      weitermachen müssen wir ja eh, – und auch wenn solche Konflikte aufhalten, die müssen wir ansprechen und aus denen müssen wir lernen, um nicht immer wieder unattraktiv für Kollegen zu sein, so wie Du es beschreibst -anstrengend eben!
      – Wenn und wo dieser Anspruch( richtungsgewerkschaft, auf anarcho-syndikalistische weise,kultur der gegenseitigen hilfe, des föderalismus) aber aufgrund des Mangels an Arschlöchern zur Realität untereinander , erlebbar wird, ist Anarchosyndikalismus für Kollegen auch einfach nachzuvollziehen und durchaus anziehend-
      Zustimmung dazu, dass es nicht um den jeweiligen „Schaden“ geht, klar hat erst recht in diesem Schweinesystem irgendwie jedereine(r) ne Macke weg oder gehört emotional zu den „gehfähigen Verwundeten“- die Betonung liegt nicht auf Arschlöcher abschaffen, sondern darauf, durch die Offenheit aller dafür sorgen, daß Arschlöchigkeitder Arschlochbleiber uns nicht beherrscht! das geht nicht mit Schweigen – und das wars, was ich meinte mit:“Genossen“ sind keine „Anhänger“, und die gelobte „militanz“ liegt untereinander im ehrlichen Umgang auf Augenhöhe miteinander, Streitkultur aushalten incl.- ohne „Politik“ zu machen, sonst glaubt uns auch kein Kollege, der diesen Titel verdient, dass wir sie abschaffen wollen, und-bleibt angewidert weg.

      Apropos Austritt- weisst Du, wie lange die Genossen, denen vorgeworfen wird, ausgetreten zu sein, die Mißstände vorher immer wieder angesprochen haben und wie die „informelle Dynamik“ der OG da immer wieder (taktisch) damit umgegangen ist? –
      Keiner von den Ausgetretenen wollte damit auch aus dem Anarchosyndikalismus, aus der FAU, wenn du so willst, austreten.

      Und dass diese unpersönlichen Medien suboptimal für Diskussion und Klärung sind, da geb ich Dir auch recht-
      komm Doch mal vorbei!

  12. Punky permalink
    12. Februar 2010 17:47

    wow, der kommentar von rudi macht erst mal sprachlos, betroffen. vor allem, weil hier für mich zum ersten mal wirklich gründe genannt werden, die die spaltung der fau in hamburg benennen. Warum gehen beide Formationen nicht mit den wahren Ursachen ihrer Konflikte an die Öffentlichkeit? Das würde Klarheit schaffen. Dennder Vorwurd sexueller Übergriff / Polizeispitzel ist ja ein äußerster/gravierender. Also wer war Polizeispitzel, wie sah der sexuelle Übergriff aus? Wie sahen die Konflikte bei Cafe Libertad aus? Und warum kam es zur Spaltung? Wer ist für was verantwortlich?
    Ich habe so den Eindruck, dass sich jede Formation aus der Verantwortung zieht, über Umwege der anderen versucht eins auszuwischen, statt konkret die Konflikte anzusprechen. Und jetzt ist natürlich die Verunsicherung da/groß, denn wo sitzt der Polizeispitzel, bzw. der, der für solchen gehalten wird, und der sexuelle Übeltäter? Oder wurde dieser benannt? Oder ist es derselbe, der im Umfeld der B5 vermutet wird? Blöd, dass es niemanden zu geben scheint, der das mal klarstellen könnte. Zeit würde es.

    • BlackDurito permalink
      12. Februar 2010 21:59

      @ Punky:
      Zu Deiner Beruhigung und zum Runterkochen – es gab weder einen „sexuellen Übergriff“ und keiner von UNS war oder ist „Polizeispitzel“ bzw. „Geheimdienstagent“. In der Ortsgruppe Hamburg wurde im Zuge der Anti-HartzIV-Aktionen und Montags-Demonstrationen ein Kieler Polizist enttarnt (allerdings durch eine ehemalige Mitschülerin und nicht durch uns selbst).
      Alle anderen Anschuldigungen waren haltlos und der Krankheit einer nun Ex-Genossin geschuldet.

      Mehr muß dazu HIER nicht gesagt werden, letztlich geht es einigen Damen- und Herrschaft um so etwas wie DefinitionsMACHT innerhalb „ihrer“ Gruppe.

      Genauso, wie die B5-Hirntoten meinen, „Linke“ auf 5 Kilometer gegen den Wind „riechen“ zu können und israel-huldigende Tomaten (außen rot, innen matschig!) paranoid als „Faschisten“ zusammenschlagen (wie wohl erneut passiert). Auch hier trifft es auf beiden Seiten dennoch keine Unschuldslämmer.

      Wenn Du was zum Konflikt im Cafe Libertad-Kollektiv lesen willst, besuch doch einfach mal deren Webpage unter http://www.cafe-libertad.de und lese deren Erklärung dazu im /blog/.

      • FAU-Mitglied permalink
        12. Februar 2010 23:08

        Hallo Durito

        ne, genau diese komische Geschichte mit der psychischen Krankheit der Genossin war exakt das Problem. Ich denke, damit hat die Sache angefangen. Das müßte auf den Tisch. Von wegen Interna….in der FAU wird sowas nicht thematisiert, auf den Regionaltreffen wurde nur von „Generationenkonflikten“ angedeutet!

    • FAU HH Mitglied permalink
      13. Februar 2010 20:49

      Was ich hier schreibe, schreibe ich als Person, nicht als Vertreter der FAU HH.

      Es gab keinen Sexuellen Übergriff (das wurde auch nicht behauptet) und auch keinen Polizeispitzel vorwurf.

      Es gab einen Vorwurf von einem Mädchen gegen einen Mann (der hier auch schreibt), dass es sich gedisst fühlte. Daraufhin wurde jemand aus dem Zentrum ausgeschlossen, bis die Sache geklärt wird. Allerdings kam es nie zu der Klärung, da sich der Mann über diesen Vorwurf sehr aufregte. Daher würde der Ausschluss auch erstmal nicht zurück genommen. (Vor 1 1/2 Jahren wurde er zurück genommen, nachdem das Mädchen nicht mehr da war und ein Gespräch stattfand.)
      Das gleiche Mädchen hat Jahre später einen anderen Mann beleidigt, indem sie meinte er benehme sich wie der verlängerte Arm des Gesetztes, oder so. Ich weiß nicht mehr den genauen Wortlaut, aber laut ihrer Aussage hat sie ihn nicht Polizeispitzel genannt, sondern nur beleidigt. Der Mann forderte daraufhin ihren Ausschluss, allerdings wurde dem nicht nachgekommen. Wir wollten nicht den gleichen Fehler wie damals machen und wollten erstmal mit ihr Reden. Der Mann ist daraufhin ausgetreten. Die FAU hat aber weiterhin von ihr verlangt sich bei ihm zu entschuldigen. Im Zuge dessen wurde ihre Erkrankung Akut und sie trat aus der FAU aus. Erst da war klar, dass sie eine Psychische Erkrankung hatte. Alles was hier behauptet wird, dass sie bereits damals krank war ist reine Spekulation und selbst wenn es so war konnte es damals keiner Ahnen.

      Zu den weiteren Sachen mit Cafe Libertad kann ich nicht viel sagen, weil ich da nicht dabei war.
      Allerdings versucht das CLK Gerichtlich gegen ehemalige Genossen vorzugehen, was ich eigentlich nicht vor Anarchosyndikalisten erwarte.

      Zu den Antideutschen Vorwürfen:
      Die FAU HH ist nicht Antideutsch. Sie hat das Bündnis unterstützt, dass die wiederaufführung des Films sichern wollte. In diesem Bündnis waren auch Antideutsche. Das änderte aber nichts an unserer einschätzung das wir die Filmvorführung unterstützen wollten. Wir sind schließlich auch nicht für Nazis nur, weil auch Antideutsche gegen Nazis sind.
      Ich persönlich war auch bei der Demo, denn ich hielt es für wichtig das Bündnis zu unterstützen, gerade um zu zeigen, dass es nicht nur Antideutsche sind, die sich für die Filmvorführung einsetzen.
      Auf jedenfall bin ich deshalb noch lange kein Antideutscher. Zwar denke ich das der Staat Israel eine besondere Bedeutung für die Juden hat, ich laufe aber nicht mit Nationalstaatsflagen rum, rufe Todeswünsche für Palästinenser oder Lobpreise Bomber Harris.

      • icke permalink
        14. Februar 2010 11:22

        Ich bin nicht aus Hamburg. Als mir ein Hamburger erzählte, dass die eine Frau in der FAU-Hamburg wohl offensichtlich psychisch erkrankt ist, dachte ich, dass das vielleicht so eine Wahrnehmung sei, die im Konflikt etwas aufgebauscht würde. Ich filter das, was mir von den verschiedenen Seiten erzählt wird. Dann sind die einen Genossen schließlich ausgetreten. Die verbleibenden Genossen der FAU-Hamburg wollten unmittelbar darauf die FAU-Geschäftskommission übernehmen. Zu diesem Zeitpunkt war es schon etwa ein Jahr her, dass mir der Genosse, der nicht mehr dabei war, von der psychischen Erkrankung der Frau erzählte. Und die FAU-Hamburg wollte diese Frau tatsächlich noch in einen Sekretärsposten der GEKO heben! Will da niemand gemerkt haben bei wöchentlichen Treffen, dass die Frau dazu psychisch nicht in der Lage ist?
        Das kam mir zwar etwas vor wie: „Jetzt wo die anderen raus sind, erst recht!“ Damit man innere Konflikte nach außen den Genossen aus anderen Städten kaschieren kann. Urplötzlich hatte man in Hamburg viele neue Mitglieder und ein Syndikat wurde aus dem Boden gestampft. Dazu kamen urplötzliche andere Aktivitäten. Mir kam das komisch vor. Ich vermute, dass die FAU-Hamburg die GEKO mit aller Kraft stellen wollte, um von ihrem inneren Desaster abzulenken. Und weil sie für die kräftezehrende Aufgabe der GEKO eigentlich zu schwach besetzt war, nominierte, sie, um für alle GenossInnen erstmal glaubhaft zu sein, auch die Frau, von der sie wußten, dass von ihr eine Gefahr für die zu leistende Aufgabe ausging.
        Das Prinzip des Kaschierens durch Über- und Scheinaktivität ist in der FAU weit verbreitet und betrifft nicht nur Hamburg. Das ist Politikmache und hat mit dem eigentlichen Sinn der FAU nichts zu tun. Liebe FAU-GenossInnen: Beobachtet dieses Phänomen mal über die Jahre in den Mailverteilern und in der „Debatte“. Am deutlichsten (aber nicht nur da) wird es in den fau-materialien-news, wo Leute plötzlich verstärkt unbedeutende Meldungen posten, nur um Aktivität vorzutäuschen. Ich spare mir hier die Nennung des accounts 🙂
        Aber so läuft das in der FAU.

  13. wasn nun? permalink
    12. Februar 2010 19:12

    was ist denn jetzt mit dir ASJ NRWler? konkretisiere doch nun endlich mal oder haste hoffentlich gemerkt wie überflüssig dein kommentar war?

    PS: syndikalismus.tk ist super!

  14. FAU HH Mitglied permalink
    14. Februar 2010 12:18

    @ICKE:

    Die Zeitlichen Abläufe stimmen so doch gar nicht.
    Die FAU Hamburg wollte das Mädchen nicht Nominieren, solange sie sich nicht Entschuldigt hatte. Wie gesagt wurde da erst ihre Erkrankung für uns deutlich und wir haben sogar unsere Kandidatur als Geko zurückgezogen. Erst auf dem Kongress sind wir dann doch angetreten weil ein Genosse – der mitten in seiner Amtszeit ausgetreten ist und jetzt beim ASK ist – gesagt hat, er würde das Amt übernehmen, welches sie eigentlich nehmen wollte.
    Ich weiß ja nicht von welchem Genossen du sprichst, aber wenn du F. meinst, der seine Mail „aus versehen“ über den Gesamtverteiler geschickt hat: Das war zu der Zeit, wo wir auch ihre Entschuldigung forderten und kein halbes Jahr vor dem Kongress. Seine Mail war als Reaktion auf ihren Angriff sicher eher beleidigend gemeint, als eine ernsthafte psychoanalytische Diagnose eines möchtegern Psychologen.

    Im übrigen hat die FAU HH in den Monaten vor dem Kongress auch mehr Mitglieder bekommen und sie bekommt auch immer noch mehr Mitglieder.

    • icke permalink
      14. Februar 2010 13:14

      Als in der Debatte diejenigen aus Hamburg benannt wurden, welche die GEKO als MandatsträgerInnen ausführen wollten, zu diesem Zeitpunkt, als die GEKO noch in einer anderen Stadt war, war es schon ein Jahr her, dass ich als auswärtiger erfuhr, dass die für die GEKO vorgeschlagene Frau psychisch erkrankt ist. Das war zu Beginn der GEKO-Tätigkeit und hatte nichts damit zu tun, dass später jemand, der jetzt beim ASK sein soll, während der Amtszeit zurückgetreten ist. Nein, das war ganz am Anfang. Deswegen war ich doch so verblüfft, und hab mich gefragt. Was machen die Hamburger GenossInnen da eigentlich?
      Offen thematisiert wurde es nicht von der FAU-Hamburg. Dabei wäre es von Interesse der gesamten FAU gewesen, wer die GEKO-Posten bekleidet.

      Ausgerechnet hier wirds das erste Mal thematisiert – da stimmt doch was in der FAU nicht, zumindest mangelt es an Transparenz.

      • FAU HH Mitglied permalink
        14. Februar 2010 14:00

        @icke:
        tja, dann wusstest du das offenbar als außen stehender früher als wir. Sie sollte das Amt übernehmen, wir hatten sie auch schon vorgeschlagen, aber dann kam die andere Sache, wir haben ihre Entschuldigung gefordert und sie hat es ignoriert. Wir haben die Forderung immer öfters wiederholt und ihr gesagt, dass wir sie nicht weiter als Geko vorschlagen werden, wenn sie dem nicht nachkommt, worauf sich bei ihr eine Art Verfolgungswahn zeigte. Auf dem Kongress stand die Frau nicht zur Debatte.
        Mir gegenüber hatte sie sich nie so verhalten, dass ich dachte sie hätte eine Krankheit.
        Wenn du dich gefragt hast, was die Hamburger Genossen da machen, warum hast du dann nicht mal eine Mail mit deinen Bedenken an die Fau HH geschickt? Ist nicht die Vorankündigung gerade dafür da?

        @günther:
        Was verstehst du denn unter sozialdemokratisierung und wo trifft das auf die fauhh zu?
        Achja, entschuldige. Nicht gerichtlich, aber eine anwaltliche Unterlassungserklärung…

    • günther permalink
      14. Februar 2010 13:18

      @fau mitglied hh. immer ALLES lesen. clk gerichtlich gegen ex genossen . quatsch. lasst euch mal den ganzen papierkram zeigen. oder vorlesen. und dann ne grosse klappe! ich bin damals wegen der sozialdemokratisierung der fau og hh ausgetreten. alles, was man, bzw. frau sich darunter vorstellen kann, traf auf die og zu. über die antideutschen ist eigentlich alles gesagt.wen ihr nichts mehr merkt, siehe fauspd.

      • günther permalink
        14. Februar 2010 14:50

        @ fau hh mitglied. alles was an tricksereien, kungeleien, widerwärtigem totschweigen etc. in der fau gab, war zeitgleich auch in der spd zu erleben. gut gelernt.

    • icke permalink
      14. Februar 2010 15:35

      Hm, stell dir das mal vor, du bekommst eine Mail, wo dir ein Genosse von ganz woanders sagt: „Bei euch ist ein Mitglied psychisch krank. Und die habt ihr soeben für die GEKO vorgeschlagen. Das wisst ihr zwar nicht, aber ich habs schon gehört.“

      Du kannst dir denken, dass ich erst abwarten wolle, ob das auch stimmt, bevor ich Gerüchte streue. Das kann nämlich übel nach hinten losgehen. Ihr kennt sie, ich kenne sie nicht. Ihre Krankheit hat sich bestätigt. Ich denke, das kann euch nicht verborgen geblieben sein. Von einer Diskussion in Hamburg hatte ich nichts mitbekommen diesbezüglich, hätt Thema auf einem Regionaltreffen sein können.

      • 15. Februar 2010 01:24

        Also das mit der Krankheit der Ex-Genossin haben die Diskussionsverhinderer hier renigeschrieben – aber gut, dass die Zusammenhänge hier nach und nach ans Tageslicht kommen, lange genug Rücksicht genommen auf die Reputation der Gesamt-Fau wurde ja, – und eine FAU, die alles offen diskutieren kann, hat als Basisorganisation mit mandatiertem Verhalten auch Anziehungskraft fernab jeglichen ekligen Politikerverhaltens,und dann auch eine starke Power und Daseinsberechtigung unter Kollegen – den meisten ist das Politikastertum sämtlicher Parteien und Sekten, inkl. Schönreden und Taktieren und Gemauschel sowieso ein Dorn im Auge, dann brauch mensch ja die Welt nicht verändern, wenn hinterher wieder Politiker profilsüchtig im Hintergrund die Strippen ziehen!!

        Wenn „Politiker abschaffen, Bosse enteignen“ kein Gerede bleiben soll, muss Offenheit und Wahrheit in die ganze Kiste! Dagegen kann eigentlich kein(e) aufrechte(r) Companer@ sein!

        Abgesehen davon, dass, seitdem FauHH-Leute hier auch schreiben, die die persönlichen Dinge hier erstmalig genannt haben, ohne „Rücksicht auf die kranke ehemalige Genossin“ – alles was vorher genannt wurde, war allgemeiner gehalten und sollte zur endlichen Klärung ermuntern – dennoch bin ich froh darüber, dass endlich tacheles geredet wird, das nimmt den Druck von der Seele!

      • Markus permalink
        15. Februar 2010 15:52

        @Micha
        Ich habe mich stets für freie Diskussionen eingesetzt. Als FAU-Mitglied bin ich der FAU gegenüber loyal und bemüht Schaden von ihr abzuwenden, aber ich bin auch Fan von Syndikalismus tk und habe durch die Seite viel Interessantes dazugelernt. Selbstverständlich dürfen sowohl die FAU als auch Syndikalismus tk kritisiert werden, ich würde mir nur wünschen, dass dies oft sachlicher und mit mehr Respekt füreinander geschähe. An einer Volksfront-von-Judäa-Mentalität werde ich mich auf keinen Fall beteiligen.
        Das interne Informationen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, an die Öffentlichkeit gezerrt werden, kann sich hingegen keine organisierte Gruppierung leisten, weder die FAU, noch Syndikalismus tk, noch irgendeine andere libertäre und syndikalistische Gruppierung. Jede Organisation würde zusammenbrechen, wenn das zur Regel würde und jede ernsthafte Arbeit unmöglich. Es gilt also immer zu versuchen ein Gleichgewicht zu wahren, zwischen dem, was für die AS-Bewegung insgesamt relevant ist und dem, was wirklich nur intern die Betroffenen etwas angeht.
        Die Diskussion hier über den Hamburger Konflikt stiftet nur mehr Verwirrung, trägt aber faktisch nichts zur Klärung bei. Ich hab mich schon vor Monaten durch die Stellungnahmen der Hamburger Konfliktparteien durchgekämpft. Glaub mir, kein Außenstehender, der die Hauptprotagonisten der Konflikte nicht gut kennt, kann da wirklich durchblicken. Das ist wie ein gordischer Knoten und am Ende ist mensch nur noch verwirrter als vorher. Erst recht ist das bei dieser Diskussion hier der Fall. Niemand sollte sich hier der Illusion hingeben nach Durchlesen der Kommentare würde er diesen Konflikt besser verstehen, vielmehr wurden nur eine Vielzahl von subjektiven Standpunkten und Gerüchten in die Welt gesetzt, bei denen kein Außenstehender beurteilen kann, was er jetzt glauben soll.
        Selbstverständlich ist es Unfug bezüglich der Diskussion hier von einem Angriff auf die FAU zu sprechen, auf den diese hoffentlich reagieren wird, wie unschwer zu erkennen ist, sind hier ja FAU-Mitglieder selbst an der Diskussion beteiligt. Aber nutzlos finde ich diese Diskussion schon.
        Die öffentliche Thematisierung eventueller psychischer Erkrankungen von Ex-GenossInnen empfinde ich hingegen wirklich als abschreckend. Von Mitgliedern der libertären Bewegung erwarte ich bei so einer Sache mehr Sensibilität und Diskretion. In meinem Syndikat wäre es eine absolute Selbstverständlichkeit so was nicht öffentlich zu thematisieren. Ich hoffe und glaube, in vielen anderen Syndikaten auch.

  15. Achse Moers-Frankfurt/M permalink
    14. Februar 2010 14:23

    Wir bestimmen was in der FAU ok ist und was nicht. Wir mauscheln, wir lügen, wir lenken und die träge Masse machts halt mit, weil wir ja sooooo seriös sind und immer die passende, psycholigisch wichtige und richtige Tonlage treffen. Mal sanft, mal polternd. Ein paar Vasallen haben wir auch, die alles nachbeten was wir sagen und es weiter an die „Front“ bringen. So dass wir uns zurücknehmen können – die anderen bereiten das Feld. Und warum das ganze?? Nun, weil wir wissen was der richtige Anarcho-Syndikalismus ist.

  16. FAU HH Mitglied permalink
    14. Februar 2010 15:25

    @günther:
    Ich weiß immer noch nicht, was du meinst. Was wurde z.B totgeschwiegen?

    • Klabautermann permalink
      14. Februar 2010 17:09

      @ FAU HH Mitglied

      Vielleicht dies?

      »Ich möchte nicht falsch verstanden werden: ich bin ein Freund des Klassenkampfes, weil er eine Notwendigkeit ist, und in dieser Gesellschaft geht es bis zur Revolution (oder bis sich die ganze scheiße in eine andere richtung hin auflösst) eben nicht unwesentlich um mehr Geld, weniger Arbeiten und dass der Staat (HartzIV, Abschiebungen, Lager) und sein Volk (…) nicht zu arg wüten können.«

      Die Antideutschen sind also dazu da, den Pöbel zu kontrollieren, damit er als „Volk“ nicht zu sehr wüted – gegen die liberalen Kapitalisten?

      Das schreibt einer deiner antiteutonischen Genossen auf seinem blog:
      http://phex.blogsport.de/2010/02/07/kritik-und-politik/#comments
      http://www.phex.blogsport.de

    • günther permalink
      14. Februar 2010 20:16

      @ fau mitglied. trainier dein gedächtnis.

  17. 14. Februar 2010 21:43

    @ Klabautermann: ja genau. In deutschland ist die Situation derzeit so, dass das „Volk“ sich nach Freiheit sehnt und jederzeit zur Revolutionären Tat schreitet. Viel spaß weiterhin in deiner Traumwelt.

    • 15. Februar 2010 01:06

      kann man so als kontrollierende „Dampfregulatur“ empfinden, was Du so schreibst – und von „Volk“ hast du angefangen -siehe Zitat- Klassengenossen kommt so was nich mal eben in den Sinn…
      Daher geb ich Klabautermann Recht!

  18. FAU HH Mitglied permalink
    14. Februar 2010 23:30

    @günther:
    Wirklich gute Argumentation…
    Ich finde es übrigens echt schade, wie du hier pöbelst. Eigentlich habe ich nichts gegen dich gehabt und auch deinen Austritt schade gefunden. Ich fand auch F. und M. nicht unsympatisch, auch wenn beide ihre Macken haben. Aber wie hier gegen die FAU HH gepöbelt wird – und damit fühle ich mich schließlich auch angesprochen – ändert sich immer mehr meine Meinung.

    @Klabautermann:
    So whats the point?

    @icke:
    Klar, wenn du das so schreiben würdest … Man könnte es aber auch anders formulieren.
    Wie gesagt hatten wir aber keine Ahnung von der Krankheit. Äußerungen der inzwischen ausgetretenen Genossen kamen eher wie Beleidigungen, denn als ernst gemeinte Hinweise vor, vor allem da der ein oder andere auch zu Jähzornigkeit neigt.

    • 15. Februar 2010 17:34

      @ fau hh mitglied – ehrlich währt am längsten, und jähzornig ist was anderes als zu recht empört! (von mir hat jedenfals noch niemand in inhaltlichen streits körperlichen schaden genommen 🙂 ) – da sich im nachhinein meine vermutungen als wahr herausgestellt haben, gälte es für mitglieder der og zu überlegen ob solidarität kritik- und entschuldigungsfähigkeit beinhaltet, d.h. auch die falschinformierer (und auch die antideutschen!) zur verantwortung zu ziehen sind, oder ob, wie in dkp und ähnlichen buden solidarität so was wie ein corpsgeist mit sich gegenseitg deckenden, nur links angemalt sein darf- wenn es in der fau hh aufrechte leute gibt, was ja niemand in abrede stellen möchte, warum schreien die nicht auf bei solchen über jahre sich hinziehenden lügengeschichten?? oder war das miteinander ohne groß was zu reissen (hafengeburtstag?… maidemo?…) zu kuschelig, um den eigenen genossen unbequeme fragen zu stellen?

  19. 15. Februar 2010 13:20

    die Leute begreifen sich als Volk, handeln als Volk, also sind sie faktisch Volk. Und somit das gegenteil von jedem irgendwie emanzipatorischen Projekt.

    bin raus. viel spass noch.

    • 15. Februar 2010 13:50

      Und die Leute mit deutschem Pass, die in den Lagern saßen und umgebracht wurden von den Nazis?

    • 15. Februar 2010 16:17

      Die tapfere US-Armee im Kampf gegen den Holocaust.
      Mehr davon, mehr davon!!!

  20. 15. Februar 2010 17:03

    @markus siehe oben:
    danke, bei deinem letzten posting stimm ich dir zu- wir haben das mit der krankheit der genossin hier auch nicht ins feld geworfen-
    ansonsten auch, und dass aussenstehende sich hier im thread nen chronologischen überblick verschaffen könnten, ist wohl echt auch nicht so. – danke also für deinen beitrag!
    dass dieses thema in einem bericht über ne asj- veranstaltung beim ask auftaucht, bei dem die veranstaltenden sich kommentarweise erst mal über diese veranstaltung äussern, und mitnichten über besagten konflikt, fiel mir auch gerade noch mal auf! – irgendwer pöbelt dann was und es entwickelt sich ne eigendynamik von dingen, die aufkochen bis zu küchenüberschwemmung, weil sie bei hitze zu lange unterm deckel gehalten wurden.
    es ist eben nichts zu fein gesponnen, es kommt doch ans licht der sonnen…

    zu phex und seinen gutes volk-böses volk spielern – ach das erübrigt sich…
    hat aber in einer klassenorganisation wirklich nix zu suchen.

  21. 15. Februar 2010 17:20

    Bitteschön, reicht das erstmal für Heute?

  22. glouton permalink
    15. Februar 2010 18:27

    @Markus: sehe ich genauso.

  23. Punky permalink
    15. Februar 2010 19:53

    mann-oh-mann….. das ist wirklich sehr dumm gelaufen, aber doch gut, dass die dinge jetzt so langsam an s tageslicht kommen… wenn ich mir dann so die beschreibungen durchlese, stelle ich mir schon die frage, warum beide seiten(also fau hh; ask) so verhalten mit diesem konflikt, der ja die arbeit mehr als lähmt, umgegangen sind. Das hätte doch offensiv thematisiert werden müssen. sattdessen ist die anarchosyndikalistische szene in hh verstrickt in unschöne inner circle kämpfe, die wirklich niemanden nützen……

  24. glouton permalink
    15. Februar 2010 22:53

    @Punky: Du mit Deiner Szene… Manomanomanoman… Dass das jetzt ans Tageslicht kommt, au weia. Ich wusste bislang nicht, dass es eine „anarcho-syndikalistische Szene“ gibt – ich dachte es wäre eine Bewegung 😦 So kann man sich irren…

    • micha permalink
      16. Februar 2010 01:58

      @ glouton: hihi, genau!

      @ punky: was glaubste, was wir nich alles im Sinne der Wahrheit versucht haben…

  25. FAU HH Mitglied permalink
    15. Februar 2010 23:47

    @Punky:
    Warum das alles nicht so offen diskutiert wird und warum ich mich auch nur ungern an der Diskussion beteilige ist, dass es hier immerhin um Menschen geht.
    Damals würde Konflikt nicht veröffentlicht, um den beschuldigten Mann nicht zu belasten, immerhin hatte es kein richtiges Gespräch mit ihm gegeben.
    Später ging es um eine Frau, die krank wurde. Ich finde das nicht schön öffentlich zu diskutieren und die Art und Weise wie das von den ausgetretenen Thematisiert wurde finde ich noch unschöner. Es ist überhaupt nicht klar, ob Sie schon damals krank war oder ob vielleicht der Umgang mit ihr sie krank gemacht hat. Das kann man auch im Nachhinein nicht herausfinden und daher finde ich es besser es bei der Sache zu belassen.
    Ich hätte auch gedacht es hätte sich mit ihrem Austritt getan. Dem Ausgeschlossenen wurde wieder der Zugang gewährt und es kam sogar die Anfrage von F. über G. ob er wieder beim Plenum erscheinen dürfe, wo keiner etwas gegen hatte.
    Ich dachte echt, jetzt ist es vorbei, aber dann kam die Sache beim CLK und es wurde nur noch schlimmer…

    Ich glaube nicht mehr an daran, dass ASK und FAU HH zusammen kommen, aber es wäre wünschenswert, wenn wir wenigstens friedlich nebeneinander existieren können.

  26. ??? permalink
    16. Februar 2010 05:18

    Was ist bitte CLK? Danke für die Aufklärung.

    • günther permalink
      16. Februar 2010 12:31

      @ ??? das ist das cafe libertad collektiv. vertrieb von kaffee, klamotten, anarcho-reliquien, alk und literatur.

  27. Punky permalink
    16. Februar 2010 14:02

    @fau hh,
    ja, aber dann kam die sache mit clk. aber das spielt doch dann wahrscheinlich auch eine rolle, die auch nie wirklich richtig transparent diskutiert worden ist. da bleiben doch fragen offen, oder?
    ich finde auch, dass es natürlich grenzen der transparenz geben muss, geschäfts“secrets“, krankheitseinzelheiten gehören auch m.E. nicht in die öffentlichkeit. die werden hier natürlich und gerade deshalb öffentlich diskutiert/erwähnt, weil (wohl) in der vergangenheit versucht wirde, nichts bzw. so-gut-wie-fasst-gar-nichts zu kommunizieren. und das ist dann wohl der berühmt-berüchtigte haken…..

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