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Babylon Berlin – Betriebsrat nervt Chefs

22. Januar 2010

Die Verkündung des Unworts des Jahres – Betriebsratsverseucht – hat offenbar die Geschäftsführer des Babylon Mitte, Hackel und Grossman, dazu beflügelt mit neuen Schikanen gegen den eigenen Betriebsrat vorzugehen.

Wie der Babylon-Foyerfunk berichtet, wurden die Betriebsratsmitglieder am vergangenen Dienstag durch den Theaterleiter darauf hingewiesen, daß die Betriebsratsarbeit nach Meinung der Geschäftsleitung außerhalb der Arbeitszeit stattfinde, und daher in Zukunft nicht mehr als solche bezahlt werde. Die Betriebsratsarbeit im Babylon ist dabei offenbar recht arbeitsintensiv. Es laufen mehrere Verfahren gekündigter Angestellter gegen ihren Arbeitgeber, und auch der Betriebsrat muss immer wieder vor Gericht seine Rechte einklagen. Schon die übliche Betriebsratsschulung war von der Geschäftsleitung mit der Begründung, den Betriebsrat gebe es sowieso nicht mehr lange, nicht gestattet worden. Dem vom Betriebsrat mit der Schulung beauftragten Anwalt wurde kurz darauf die langjährige Zusammenarbeit mit Verdi durch Verdi-Bezirksvize und Babylon-Verhandlungsführer Andreas Köhn aufgekündigt. Angebliche Begründung: der Anwalt habe mit FAU Berlin und deren Mitgliedern im Babylon zusammengearbeitet.

Schon bald nach der erstmaligen Betriebsratswahl im November 2008 hatten sich Beschäftigte des Babylons an die FAU Berlin gewandt, die sich nach Betreiben Grossmans und Hackels nicht mehr als Gewerkschaft oder Basisgewerkschaft bezeichnen darf. Gemeinsam mit der verboten kämpferischen FAU Berlin wurde eine Betriebsgruppe aufgebaut, die seither offenbar gut mit dem Betriebsrat zusammenarbeitet. Schon früh war dieser mit Grossman und Hackel aneinander geraten. In einer heute vor einem Jahr formulierten Pressemitteilung äußerte der Betriebsrat:

„Versetzung in die Kellerräume des Kinos und die Nichtverlängerung eines Arbeitsvertrages kurz nach der Betriebsratswahl treffen direkt die Betriebsräte. An einen Zufall glauben die Betroffenen nicht. Beschäftigte des Kinos sehen hier vielmehr eindeutige Signale, die allen Betriebsangehörigen aufzeigen sollen was ihnen droht, sollten sie versuchen ihre Rechte einzufordern.“

und weiter:
„Miserable Löhne, unbegründete Kündigungen und eine Atmosphäre in der keiner, der seinen Job behalten will, es wagt um Urlaub zu bitten, prägen das Arbeitsklima.“

Offenbar haben einige dieser Anschuldigungen ihre Aktualität nicht verloren. In Sachen Urlaub soll sich aber etwas getan haben. Wie der Betriebsrat den Beschäftigten mitteilt, ist es der Theaterleitung gelungen erstmals die Urlaubsansprüche der Teilzeitbeschäftigten für das Jahr 2009(!) auszurechnen. Anfang 2009 hatten sich Grossman und Hackel noch gegenüber dem BR beschwert, die Forderungen nach bezahltem Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall würden „Schäden“ in Höhe 20.000 Euro verursachen.

Quelle: Indymedia vom 22.01.2010

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