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Vera Bianchi’s Lesung: Feministinnen in der Revolution als Radiobeitrag

21. Januar 2010

Die Gruppe Mujeres Libres im Spanischen Bürgerkrieg

Die Gruppe Mujeres Libres (Freie Frauen) wurde im April 1936, also drei Monate vor Beginn des Spanischen Bürgerkriegs, in Madrid von Lucía Sánchez Saornil, Mercedes Comaposada und Ámparo Poch y Gascón gegründet, um sich zwei Zielen zu widmen: der sozialen Revolution und der Verbesserung der Situation der Frauen. In den drei Jahren ihres Bestehens waren mehr als 20.000 Mitglieder in über 150 Ortsgruppen organisiert; sie gaben eine Zeitschrift heraus, leiteten Bildungs- und Ausbildungskurse für Frauen, organisierten Hilfsarbeiten für die Frontkämpfer und eigene Kolonnen von Frontkämpferinnen.

Wie viele spätere Mitglieder der Gruppe waren sie in der anarchistischen Bewegung aktiv gewesen, dann aber durch den dort herrschenden Sexismus enttäuscht worden. Deshalb kamen sie zu der Überzeugung, dass es zumindest temporär notwendig sei, eine eigene Frauenorganisation zu haben. Mit der Gruppe verfolgten sie zwei Ziele: »captación« und »capacitación«. Das erste bedeutet »Anziehen« in dem Sinne, dass sie Frauen für die anarchistische Bewegung begeistern und gewinnen wollten; das zweite war damit unerlässlich verbunden, die »Befähigung« der Frauen. Diese sollten durch Ausbildung und Bildung in die Lage gebracht werden, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Nach den Mujeres Libres befand sich die Frau in einer dreifachen Sklaverei: als Arbeiterin, als Hausfrau und Mutter und als Unwissende.

Die Lesung

Der Infoladen Treibsand (in Linz) lud am 6.März 2004 zu einer Lesung mit anschließender Diskussion mit Vera Bianchi, welche aus ihrem Buch „Feministinnen in der Revolution – die Gruppe Mujeres Libres im spanischen Bürgerkrieg“ las; geschnittene Version der Veranstaltung mit kurzer Einleitung von Sibylle Mayr. Leider fanden keine Diskussionsbeiträge Eingang in die Sendung, wohl aus zeitlichen Gründen der einstündigen Radiosendung.

Die sehr interessante Lesung gibt es hier als Radiosendung zum anhören  als mp3

Hier geht es zur Ankündigung der Sendung

Sabine

3 Kommentare leave one →
  1. mthemba permalink
    21. Januar 2010 13:19

    zur ergänzung zwei weitere medientipps:

    1. der film „libertarias“ (downloadbar u.a. bei you tube) zeigt ziemlich anschaulich u.a. auch die o.a. erwähnte „captación“
    2. bei den deutschsprachigen autorinnen über die „mujeres libres“ stehen oft akademische bzw. akademisch geschulte frauen im vordergrund oder werden gar als die „Gründerinnen“ der Gruppe dargestellt — m.E. liegt das wohl auch an der akademischen ausbildung der jeweiligen autorinnen
    einen kleinen eindruck über die da nicht erwähnten frauen gibt es – um beim radio zu bleiben – bei „radio chiflado“ zu „Pepita Carpena“, metallarbeiterin, freie frau und bis zu ihrem tode mitarbeiterin des libertären archivs Cira

  2. Anonymäuschen permalink
    20. Oktober 2010 15:58

    Mich interessiert der Anarchafeminismus sehr, auch die FAU und Anarchosyndikalismus finde ich spannend, aber wenn ich mir die Mitglieder und deren Plattformen im Internet so angucke, frage ich mich, wer nun lügt: Die FAU in ihrer Prinzipienerklärung oder so Leute wieder der da: http://www.ad-sinistram.blogspot.com/

    Kann ich mich als Frau überhaupt in die FAU wagen und womit muß ich dann rechnen?

  3. Mujeres del 36 permalink
    10. September 2012 18:32

    Documental sobre las mujeres que durante la República y la Guerra Civil lucharon para conseguir cambiar el papel de la mujer española en la sociedad. El testimonio de algunas de ellas de distintas ideologías -procedentes de ámbitos urbanos o de pequeños pueblos-, trabajadoras, campesinas o miembros de familias acomodadas, sirve para reconstruir la peripecia humana de estas mujeres, que hoy son ya octogenarias y, servir de muestra de la realidad que vivieron algunas de ellas en aquellos años. El documental pone especial énfasis en los aspectos referidos a su vida cotidiana, y da a conocer cómo era su actividad diaria, la relación con su medio social, con la familia, la escuela, el trabajo, los padres, los hombres…

    Portal Libertario OACA – http://www.portaloaca.com

    Mujeres del 36

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