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Aktionstage aber kein Streik der FAU Berlin

16. Januar 2010

Wo bleibt die betriebliche Offensive beim Babylon in Berlin?

„Was ist schon eine Demonstration gegen einen Streik?“ (Holger Marcks)

Für den 29. und 30. Januar ruft die FAU zu  bundesweiten und internationalen Aktionstagen zur Unterstützung ihres Kampfes um den Gewerkschaftsstatus auf. Einmal mehr findet sich die Information dazu nicht auf der Homepage der FAU, sondern der/die Interessierte wird auf der englischsprachigen Seite Libcom fündig. (Dort findet sich der Hinweis seit dem 10. Januar).

Weshalb seit diesem Zeitpunkt, an dem die Aktionstage offensichtlich feststanden, nicht auch offensiv in deutschsprachigen Gefilden mobilisiert wird, bleibt ein Rätsel. Doch diese Form der Informationspolitik Seitens der FAU Berlin scheint uns das geringste Problem zu sein.

Viel schwerer wiegt, das sich die FAU allem Anschein nach nur noch auf dem Terrain politischer Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit, sowie der juristischen Auseinandersetzung um den Boykottaufruf des Babylon-Kinos und das Verbot sich als Gewerkschaft bezeichnen zu dürfen befindet.

Ökonomische Macht, Basis gewerkschaftlicher Stärke, wird nicht in die Auseinandersetzung eingebracht.

Woran liegt dies nun? Seit Monaten behauptet die FAU Berlin, die stärkste Gewerkschaft im Babylon-Kino zu sein. Warum wird das Babylon nicht lahm gelegt? Eine Frage, die sich viele radikale ArbeiterInnen stellen. Liegt es event. an der Unentschlossenheit der Belegschaft? Oder bremst die Berliner FAU?

Ist es nicht die Aufgabe einer angeblich militanten Gewerkschaft wie der FAU die Kolleginnen und Kollegen zum ökonomischen Kampf anzuregen, ihnen die Vorteile der direkten Aktion aufzuzeigen und die entsprechende Unterstützung, sprich Solidarität zu organisieren? Über Monate wurde es wiederholt: Die FAU ist die stärkste Gewerkschaft im Babylon. Weshalb wird dann der Betrieb nicht solange bestreikt, bis die Geschäftsführung so weich geklopft ist, das sie einen Tarifvertrag mit der FAU unterschreibt? Mit Sicherheit wäre die Unterstützung eines solchen selbst geführten Arbeitskampfes um einiges größer und auch kreativer, als die seit Wochen betriebene Orientierung auf politische und juristische Auseinandersetzungen. Über welche, auch das sie hier eingeführt, auch nur eingeschränkt von der FAU Berlin informiert wird.

Zudem muss sich auch kritisch hinterfragt werden, welche „Öffentlichkeit“ die FAU seit dem faktischen Gewerkschaftsverbot mit ihren Presse-Kampagnen denn erreicht hat? Es waren nur die linken bzw. linksradikalen Medien die das Gewerkschaftsverbot  – mehr oder weniger ausführlich – thematisiert haben. Während die juristischen Auseinandersetzungen um die Christliche Gewerkschaft Zeitarbeit in allen Medien zu verfolgen war, herrscht zum Gewerkschaftsverbot der Berliner FAU weitgehend schweigen. Dies kommt nicht von ungefähr. Sondern liegt an der formulierten Systemgegnerschaft, der formulierten revolutionären Perspektive der FAU. Und was erwartet nun eine revolutionäre Gewerkschaft vom kapitalistischen Staat? Ihre Anerkennung? Ihre Akzeptanz? „Gleiches Recht für Alle?“

Warum sollte der Staat – in liebevoller Eintracht mit dem DGB-Apparat eine gewerkschaftliche Alternative anerkennen? Aus den Kreisen der Gewerkschaftslinken ist uns übrigens auch noch nichts FAU unterstützendes zu Ohren gekommen! Um anerkannt zu sein, muss man die Stärke haben sich auch gegen größten Widerstand durchsetzen zu können, indem man Fakten schafft.

Die andere Alternative ist das Abschwören von revolutionären Zielen und den Mitteln der direkten Aktion, die Verwässerung des Profils, Konzentration auf anwaltliche Auseinandersetzungen. Irgendwann wird man dann wohl auch als linkes Feigenblatt vom System akzeptiert werden.

Das Einschwenken der FAU auf eine rein juristische Auseinandersetzung wird eine Sackgasse sein. Selbst wenn am Ende – des unter Umständen langjährigen Weges bis hin zum Europäischen Gerichtshofes – ein Erfolg erzielt wird; was ist dieser Wert? In der konkreten Auseinandersetzung hat die FAU dann dennoch versagt. Mit dem Segensspruch eine Gewerkschaft zu sein, öffnet sie sich damit höchstens für linksalternative Kritiker an den festgefahrenen Strukturen der DGB-Gewerkschaften. Eine Zunahme passiver Mitgliedschaft kann dann die Folge sein. Doch passive Gewerkschaften brauchen wir nicht.

Zu diesem Komplex hieß es übrigens in der letzten Ausgabe der Direkten Aktion, Zeitung der FAU, wie folgt: „Allerdings kann es kämpferischen Gewerkschaften nicht in erster Linie darum gehen die Zunft der AnwältInnen in Lohn und Brot zu halten. Demnach sind juristische Überlegungen nur eine Facette der zu treffenden Vorbereitungen. Denn vorrangig ist der Schutz der Interessen der Mitglieder und sonstigen KollegInnen.“ Andre Eisenstein, in der Direkte Aktion Nr. 196.

Lesen die GenossInnen ihre eigenen Veröffentlichungen nicht?

Wir können uns des Eindrucks nicht erwehren dass einige Genossen in Berlin die Situation von Anfang an ziemlich falsch eingeschätzt haben. Eventuell rechneten sie nur mit geringem Widerstand der Geschäftsführung und selbst als ver.di auf den Plan trat, reagierten sie moderat und eher in anbiedernder Weise, als klar zu machen, das hier die FAU die Nase vorn hat. Es gibt einige Beispiele aus den letzten Jahren, die aufzeigen mit welchen Methoden und Mitteln ver.di gegen die FAU vorgeht. Immer mit dem Ziel eine entstandene Bewegung zu kontrollieren und dann ins Leere laufen zu lassen. Nun hat ver.di die FAU im Babylon ausgebootet und von einigen GenossInnen hört man, dass sie denken, der Zug ist damit abgefahren.

Ein Arbeitskampf verlangt den vollen Einsatz jeder Person, wenn er gewonnen werden will. Wer zögert verliert garantiert. Noch ist eine Chance zu Gewinnen da, wenn die FAU Berlin die wirtschaftliche Kraft ausspielt. Sie muss jetzt genutzt werden.

40 Kommentare leave one →
  1. Ole permalink
    16. Januar 2010 14:10

    Wer nicht kämpft, hat schon verloren! Beweg mal deinen Arsch, FAU berlin! Komm endlich aus den Puschen und organisiert mal was handfestes! Natürlich weiß ich, dass das alles garnicht so einfach ist, aber könnt auf die Unterstütung vieler Menschen zurückgreifen, wenn ich endlich mal was richtiges startet!

  2. Schneemann permalink
    16. Januar 2010 14:53

    Da gibts von einigen bestimmt nur wieder die alte Leier, dies sei unsolidarische Kritik!
    Das kann zwar behauptet werden, nicht aber, ohne die hier aufgeführten Kritikpunkte zu wiederlegen.

    Also: Erst widerlegen, dann rumtröten 🙂

    Nach über einem halben Jahr der heißen Phase im Babylon kann nicht mehr gesagt werden, es sei jetzt der falsche Zeitpunkt, dass können sie meiner Oma erzählen. Wer nicht streikt, hat schon verloren.

  3. Folkert permalink
    16. Januar 2010 15:02

    Guter Kommentar!

    Gestern erreichte uns folgende email:

    Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

    Im Prozess der Neuen Babylon Mitte GmbH gegen die FAU Berlin wurde die einstweilige Verfügung erneut bestätigt. Der FAU Berlin bleibt es weiterhin verboten, sich Gewerkschaft oder Basisgewerkschaft zu nennen.
    Aus diesem Anlass veranstaltet die FAU Berlin am 30.01. eine Podiumsdiskussion zum Thema „Neue Formen von Arbeit und kollektiver Organisierung“, zu der wir Sie und Euch herzlich in den Roten Salon der Voklsbühne einladen möchten.

    Es diskutieren u.a. Prof. Bodo Zeuner, Dr. Renate Huertgen, Jochen Gester, Willi Hajek und ein Vertreter der FAU-Betriebsgruppe des Kino Babylon. Beginn: 12h

    Die Podiumsdiskussion soll der Frage nachgehen, wie man sich als ArbeitnehmerIn selbst organisieren kann. Insbesondere wird es dabei um die Lage und Perspektive der Gewerkschaften im 21.Jahrhundert sowie um die aktuelle rechtliche und politische Situation gehen.

    Was bedeutet die Atypisierung von Beschäftigung für Gewerkschaften und deren Organisationsformen? Welche Alternativen gibt es zur Massengewerkschaft? Wie können wir dem allgegenwärtigen Ausspielen von Arbeitnehmer- gegen Arbeitgeberinteressen entgegentreten?

    Pressekontakt: Lars Röhm | faub5@fau.org | 01577-8491072

    Weitere Informationen unter: http://www.fau.org/verbot

    Was soll man damit anfangen? Internationaler Aktionstag – und die FAU Berlin macht eine Podiumsdiskussion?

    Da fällt mir nichts mehr zu ein als dies hier:

    „Eine Gewerkschaft, die der Chef nicht mag“ (prekaba-Seite)
    … ist allerdings noch längst keine anarchosyndikalistische, sondern eine rein syndiaklistische Arbeitnehmer/innenorganisation, mehr nicht, auch nicht weniger. Und ein kindliches Attribut wie „mögen“ ist keine Garantie für eine klassenkämpferische Ausrichtung. Hier geht der Holzweg los, wenn auch sehr verspätet nach über dreißig Jahren, und er endet im schwedischen Nichts. Die SAC hält einem Elchtest längst nicht mehr Stand.

    Oder wie es Karl Roche treffend in der Diskussion um „Kampforganisation oder Sekte“ 1925 formulierte:
    »Jawohl, wir werden solange eine „Sekte“ bleiben müssen, als es uns nicht gelingt, breiten Arbeitermassen die anarchosyndikalistische Ideenwelt zu vermitteln. Aber sind wir denn als „Sekte“ weniger wert oder machtloser,wie als „gewerkschaftliche Organisation“? Oder erreichen die Gewerkschaften mehr für die Arbeiter wie wir als Sekte erreichen können?«

    Kampforganisation oder Sekte

    • Geheimnissüchtige permalink
      16. Januar 2010 22:31

      Darf man fragen, wer diese Geheimnisträger_innen – Prof. Bodo Zeuner, Dr. Renate Huertgen, Jochen Gester, Willi Hajek – sind ? Oder ist das vielleicht doch noch ein großes geheimnisvolles Geheimnis der Geheimen ArbeiterInnenloge FAU?
      Und wer sind die geheimniswahrenden „sehr geehrten Damen und Herren“ die mit dieser geheimnisumwitterten Podiumsdiskussion angesprochen werden sollen?

    • FAUle Suppe permalink
      17. Januar 2010 20:39

      …tja, da sind wir immer noch bei der uralten frage: wie kommt man von einer anarchistisch-syndikalistischen Ideenorganisation zu einer anarcho-syndikalistischen Kampforganisation? und zwar unter den heutigen und hiesigen ideologischen, ökonomischen und rechtlichen bedingungen? eine belegschaft, die sich traut, ohne einen DGB oder ähnliches im rücken einen arbeitskampf zu führen, fällt nicht vom himmel, schon mal gar nicht in deutschland. und schon gar nicht eine, die diesen arbeitskampf gemäß der reinen anarchosyndikalistischen lehre samt aller risiken zu führen bereit ist.

      die situation im kino babylon, wo ein relativ großer anteil der belegschaft in der FAU organisiert oder mit dem arbeitskampf solidarisch ist, ist schon eine ausnahme in dieser BRD. ein solcher arbeitskampf ist für die FAU wie auch für die meisten in der Belegschaft eneuland. ihn einzugehen erforderte mut und das taktische fehler gemacht werden können, ist selbstverständlich einzukalkulieren. man kann nun beklagen, dass nicht ein streik erklärt wurde, aber man den beteiligten wohl kaum vorwerfen, dass sie jetzt vorrangig auf öffentlichkeit und die juristische verteidigung setzen, anstatt zu riskieren, dass sie z.b. mit einem „wilden“ streik wesentlich größere persönliche risiken eingegen (siehe Rudolf mühland unten).

      bleibt dabei das anarcho- des anspruchs der FAU auf der strecke und nur der syndikalismus übrig, wie folkert befürchtet? möglich, aber nicht automatisch. es ist aber weder leicht, als anarchistisch-syndikalistische ideenorganisation mit allenfalls sporadischer und marginaler einbindung in arbeitskämpfe, als die die FAU in phasen ihrer existenz erschien, die breiten arbeiterInnenmassen zu mobilisieren, wie man sich es sich wünschen möchte, noch als eine kleine organisation, die in den kleinen arbeitskämpfen vor ort im rahmen des praktisch mit den dort vorhandenen, einigermaßen kämpferischen leute machbaren agiert, das große Ganze des anarchosyndikalistischen Gewerkschafts- und Gesellschaftsentwurfs zu vermitteln.

      aber ich glaube, wenn man nicht „sekte“ bleiben will, geht diese vermittlungsleistung eher mit diesen kämpfen, so wenig sie auch idealtypisch anarchosyndikalistische kämpfe sein mögen, als ohne. man kann anderer meinung sein, lese ich aber im buch „30 jahre fau“, glaube ich, dass die FAU dem eigenen anspruch jetzt näher kommt als vor 10,15,20 Jahren. bei sicherlich perspektivisch vorhandenen gefahren des „verlorengehens“ des anarcho-syndikalistischen profils in den alltagskämpfen. pest oder cholera oder notwendige gratwanderung?

      die anarchosyndikalistische ist stets auch eine kulturorganisation. es sind kulturelle techniken nötig, zwischen diesen polen zwischen „systemsprengenden“ gesellschaftlichem anspruch und verstrickung in alltagskämpfe, die das herumschlagen mit justiz und anderer scheiße mit sich bringen, das spezifisch anarchosyndikalistische herauszukehren. das geht auch mit podiumsdiskussionen. vielleicht sogar mit dieser, die auf jeden fall eine ist, deren hier genannte teilnehmerInnenschar zunächst mal überrascht, weil es nicht gerade personen sind, die ich als profilierte anarchosyndikalistInnen verdächtigen würde. es liegt an der geschicklichkeit der FAU- und Babylonleute, dass mehr rüberkommt als ein braves lamento über gefährdete gewerkschaftsrechte.

      wenn man nun sagt, wie der kommentar, dass die fau berlin nun ihre wirtschaftliche macht ausspielen müsse, ist das natürlich theoretisch völlig richtig. aber was nutzts, wenns damit endet, dass wieder ein gericht das untersagt und/oder letztlich schlicht alle beteiligten früher oder später ihren job verlieren und die ganze scheiße bezahlen müssen. ist es das den leuten wert? wenn nicht, kann ich es ihnen auch nicht verübeln. vielleicht haben sie den gegner unterschätzt, vielleicht wurden auch diverse andere fehler gemacht. glaube ich sogar. nun, die FAU ist nicht mehr und nicht weniger als die am wenigsten defizitäre anarchosyndikalistische organisation in deutschland.

      die situation birgt verschiedene chancen:
      – einige verlieren vielleicht ihre illusionen, was man in diesem staat mit konventionellen gewerkschaftlichen mitteln noch erreichen kann.
      – die bekanntheit der FAU steigt mit der zahl der durchschrittenen gerichtsinstanzen
      – und ganz unwahrscheinlich ist auch nicht, dass man früher oder später teilweise „recht“ bekommt

      aber auch risiken:
      – neben den juristischen folgen
      – die gefahr, dass wenn man sich am babylon die hörner abgestoßen hat wieder zurückfällt in eine noch größere strategische perspektivlosigkeit.

    • ert permalink
      20. Januar 2010 12:19

      Zu Karl Roche: Als er meinte, dass die FAUD eine „Sekte“ bleiben könne/müsse, hatte die FAUD immerhin mehrere 10.000 Mitglieder! Sie konnte also trotzdem relativ große Streiks durchführen, hatte fast überall eine lokale Infrastruktur und war den ArbeiterInnen ein Begriff. Und er bezog die „Sekte“ wohl darauf, dass die FAUD im Vergleich(!) zur einstigen Größe nun, 1925, eine solche wäre.
      Da muss man erstmal hinkommen. Denn die Größenordnung, die wir heute als „Sekte“ verstehen, kann den „breiten Arbeitermassen“ gar nix näher bringen.
      Neben den überlebenswichtigen lokalen Kämpfen (mehr wird sich in nähester Zukunft nicht tun, aber hoffentlich wenigstens das), welche nicht nach einem bestimmten Schema geführt werden können und dürfen (Basisdemokratie, Kreativität etc.), müssen wir SyndikalistInnen (ob mit oder ohne „A“) uns die Frage stellen, wie es möglich ist, dass sowohl der Kapitalismus versagt, als auch der Antikapitalismus. D.h.: Wir hätten eigentlich die Chance, uns als echte Alternative an zu bieten, wenn wir uns etwas am Riehmen reisen…

  4. 16. Januar 2010 16:32

    Für mich stellen sich – wenn ich diesen Text lese – auch einige Fragen? Warum stellt ihr diese (rhetorischen) Fragen – zum wiederholten Male – zuerst öffentlich? Warum nehmt ihr nicht das Telefon in die Hand und ruft die FAU Berlin, einfach mal an, um eure Fragen zu stellen? Oder warum habt ihr innerhalb der letzten Monaten nicht mal einfach eine Mail an eben diese geschrieben um Antworten auf eure Fragen zu erhalten? Für die von euch die noch in der FAU sind, hätte überdies noch die Möglichkeit zur Debatte gestanden die FAU-internen Kommunikationskanäle zu nutzen.
    Welches Interesse habt ihr – individuell und kollektiv – an einer öffentlichen Diskussion auf dieser Seite? Welches Interesse sollte die FAU daran haben?

    Zwei lustiges Zitat kann ich auch noch zur Sammlung hinzufügen:

    „Wie feindlich ich auch immer dem, was man in Frankreich Disziplin nennt,
    gegenüberstehe, so erkenne ich doch an, daß eine gewisse, nicht
    automatische, sondern freiwillige und überdachte Disziplin immer da
    notwendig ist und stets notwendig sein wird, wo Menschen, die sich
    freiwillig zusammengefunden haben, eine gemeinschaftliche Arbeit
    unternehmen oder eine gemeinschaftliche Aktion ins Werk setzen wollen.
    Eine solche Disziplin ist die freiwillige, auf einen gemeinschaftlichen
    Zweck hinarbeitende und mit voller Überlegung ausgeführte Vereinbarung
    aller individuellen Anstrengungen.“
    Michail Bakunin

    „Fragen schreiten wir voran.“ Slogan der Zapatistas)

    • FAU Solidarisch permalink
      16. Januar 2010 18:15

      Hallo Robert

      Du fragst, warum hier eine öffentliche Diskussion gesucht wird:

      Das Interesse, eine öffentliche Diskussion zu führen, rührt daher, dass die FAU-Berlin den Arbeitskampf öffentlich führt und öffentliche Unterstützung dafür erhält.
      Das Interesse daran, Diskussionen über einen von dir vorgeschlagenen FAU-Internen Kreis hinaus zu führen, sollte damit klar nachvollziehbar sein.

      So, und nun geh auf die Argumente ein…..

      Grüße Ein Unterstützer

    • 16. Januar 2010 22:36

      TÖÖÖRÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖ
      Die nächste Lachnummer, danke Robbi.

    • 17. Januar 2010 17:56

      Hallo, Robert

      dies hier meine ich zum Beispiel. Und ich möchte schon gerne das diskutieren, was ich unterstütze, ist doch klar oder?

      So, und nun bist du dran, auf die hier angeführten Argumente einzugehen, oder kneifst du?

      Grüße

  5. Punky permalink
    16. Januar 2010 17:13

    das ist ja ganz schön schräg… auf der berliner fau seite steht zu obiger veranstaltung im roten salon noch nicht mal „was“…… – was soll das ganze? nun möchte ich nicht defätistisch argumentieren, aber was soll eine gewerkschaft, die es nicht schafft, nach einjährigem kampf etwas durchzusetzen. soweit ich mich erinnere, fingen die ersten aktionen ja zur zeit der letzten berlinale an. warum wird nicht das bündnis mit anderen organisationen und personen gesucht? schon schräg…. schade……

  6. Folkert permalink
    16. Januar 2010 18:05

    Meine Fresse R.O.,
    ich habe auf keine email an die FAU Berlin oder ans prekaba (Babylon-Betriebsgruppe) eine Antwort erhalten. So nicht, Kamerad!

    • 17. Januar 2010 22:47

      Das kann ich bestätigen- es kamen leider nur die offiziellen Verlautbarungen als e-mail.
      Diese Nachrichten zu bekommen, schätze ich zwar, aber auf die kritischen Fragen einzugehen, hätte die Diskussion ermöglicht und evtl. auch zu besseren Ergebnissen im Kampf geführt.

      Auf jeden Fall müssen wir jatzt am dringendsten die Karre der Gewerkschaftsfreiheit zusammen aus dem Dreck ziehen!

      Wer aber, wie Robert Ortmann und einige, hier schon wieder exklusivität der Diskussion in internen Kreisen fordert, muss sich die Frage gefallen lassen, welche Form von Syndikalismus er will – offene Diskussionen sind für eine Arbeiterbewegung ohne „Führer“ unverzichtbare Korrekturinstrumente gegen Herrschaft.

  7. 16. Januar 2010 18:35

    ¿Dónde está información sobre una huelga de FAU en Berlin?
    Solidaridad! Miguel

  8. 16. Januar 2010 19:49

    Salud!

    Aus dem ca.: 600 km von Berlin entfernten Düsseldorf möchte ich mich an dieser Stelle auch mal zu Wort melden.
    Die größte Gewerkschaft in einem Betrieb zu sein muss nicht automatisch bedeuten stark genug zu sein auch streiken zu können.
    Was nutzt es in einer Kneipe das Bodenreinigungspersonal zu 100% organisiert zu haben (ggf. 1 Person) wenn weder KöchInnen noch KellnerInnen organsisiert sind? Da ist man dann ggf. die stärkste Gewerkschaft, kann aber keine ArbeiterInnenmacht entfalten.
    In Berlin liegt die Sache nun aber meines Wissen ein wenig anders. Ihr dürft nicht vergessen, das die FAU im Betrieb nicht gegen den Willen der ArbeiterInnen handelt. Vielmehr diskutieren Betriebsgruppe und FAU Berlin auf Vollversammlungen mit der kompletten Belegschaft ob/was/wie getan werden soll! Das hat vielleicht dazu geführt das die FAU noch nicht einseitig den Streik ausgerufen hat – Auf der anderen Seite hat es dazu geführt das die Belegschaft zu jeder Zeit hinter allen Entscheidungen stand!
    Zur dauer der Auseinandersetzung ist noch zu sagen, das manche kämpfe halt lange dauern – manchmal braucht man halt einen langen Atem. Natürlich hoffen wir immer alle, das Auseinandersetzungen kurz (und entsprechend heftig) sind. Aber leider läuft das Leben nicht immer so wie wir es uns Wünschen.
    Alle diejenigen, welche gerne der FAU-Berlin, der Babylo(h)n-Betriebsgruppe und der Belegschaft insgesamt helfen wollen, sind aufgerufen dies nach ihren Fähigkeiten auch zu tun!
    Man kann der FAU Berlin sicherlich nicht vorwerfen sich nicht nach „BündnispartnerInnen“ um zu sehen. Aber wie das so ist – für die einen sind Arbeitskämpfe nicht wichtig genug – andere sehen sich lieber in Ver.di als „organiser“ aktiv. Wieder andere möchten „ihr“ schönes „linkes“ Programmkino nicht gefährdet sehen und wieder andere finden die FAU (die Betriebsgruppe und die Belegschaft des Babylo(h)n) sollten sich lieber um „richtige“ Arbeitskämpfe kümmern und den Leuten von Opel erzählen wie man mit einem Generalstreik zur Weltrevolution kommt, usw usf

    Und nun noch einmal zur „Kritik“ an der FAU-Berlin:
    Neben der Ausrichtung des Kampfes scheint ja die „Informationspolitik“ am meisten im Visier der Kritiker (sic!) zu stehen.
    Ich fange mal hinten an:
    Ich persönlich würde mir auch eine schnellere, umfassendere und weiter gestreute Informationspolitik wünschen. Aber, das ist, ca.: 600 km weit weg vom geschen auch einfach zu wünschen. Alle beteiligten sind vielfältig beschäftig (unter anderem damit den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen). So „Kleinigkeiten“ wie Treffen, Berichte schreiben und versenden usw zehren an der Kraft. Leider kann man die KollegInnen da nur wenig entlassten. Es nutzt auch nichts, über Wochen und Monate immer wieder zu fordern das das „besser“ werden soll. Das setzt die KollegInnen nur unter Druck und wird ggf zu einer Art Mobbing – also etwas das die KollegInnen nicht brauchen können.
    Viele Info’s die hier gepostet werden stammen von libcom.org und es ist gut das sie hier gepostet werden! Wenn man einfach nur weglassen würde „die FAU-Berlin hat es nicht auf ihrer Seite gepostet“, „auf der Seite der FAU steht es noch nicht“, würde das schon eine ziemliche Entlastung sein. Wenn ihr (damit sind nicht nur die Admins der syndikalismus.tk Seite gemeint, sondern auch die LeserInnen dieser Seite) die Info’s die von libcom.org ihren weg auf syndikalismus.tk gefunden haben auch noch auf eure Blog’s, HP‘, Myspace, Facebook und sonstwas Seiten posten würdet, dann wäre es soger eine echte Hilfe!! Denn auch die FAU Berlin, die Betriebsgruppe und die Belegschaft wünscht sich ja eine größtmögliche Öffentlichkeit und Unterstüzung. Wenn ihr darüber Hinaus noch Kontakte, zum Beispiel zum Linksgewerkschaftlichen Spektrum usw, habt, dann nutzt die doch aus und setzt eure Bekannten auf den Fall an!! Das das schwierig ist, weiß ich – versuche ich doch die handvoll prekärer JournalistInnen die ich persönlich kenne dazu zu bewegen sich des Themas an z unehmen (was duch die geographische Entfernung zur Hauptstadt nicht einfacher wird!)
    Und nun zur Ausrichtung des Kampfes.
    Ich hätte es natürlich auch viel schöner gefunden wenn die KollegInnen des Babylo(h)n einfach in einen unbefristeten Streik getreten wären. Am besten schon letzten Jahr, lange vor dem Boykottaufruf. Ich weiß nicht warum sie es nicht getan haben. Dazu wird (hoffe ich) die FAU Berlin, die Betriebsgruppe, ja, vielleicht sogar die Belegschaft des Babylo(h)n zu gegebener Zeit (wohl erst nach dem Arbeitskampf – egal ob verloren oder gewonnen) mal etwas verlautbaren lassen. Im Moment werden sich die KollegInnen sicherlich hüten zu Streiken, da in der BRD nur Gewerkschaften zu einem Streik aufrufen dürfen. Tun sie es nicht, sind die ArbeiterInnen persönlich für den ggf. entstandenen ökonomischen Schaden haftbar. Beim Streik geht es aber genau darum: In möglichst kurzer Zeit einen möglichst hohen ökonomischen Schaden (aus sicht des Bosses) an zu richten!! Darum ist es auch gerade so schade, das es in Berlin RichterInnen gibt, welche der FAU-Berlin nicht gestatten wollen sich Gewerkschaft zu nennen. Die juristische Spielerei ist blöd, aber sie wurde der FAU Berlin aufgezwungen (vielleicht auch weil sie einige Fehler beging, das muss aber noch genau Analysiert werden). Nun müssen wir diese Spiel zusätzlich spielen und gewinnen. Das heißt nicht das es jetzt keine Arbeitskampfmassnahmen mehr geben kann. Ich denke das die FAU-Berlin, die Betriebsgruppe und die Belegschaft die Situation vor Ort am besten einschätzen kann (all jene welche früher oder grad jetzt einen Job in einem vergleichbaren Kino haben sollen sich bei der FAU-Berlin und der Betriebsgruppe mit ihren Aktionsideen melden!!!) und weiß was geht und was nicht. Da könnt ihr mich naiv nennen, aber ich vertraue da ganz auf die individuelle und kollektive Intelligenz der KollegInnen! *zwinker*
    Darüber hinaus können sich alle LeserInnen dieser Seite ebenfalls Gedanken darüber machen was zur Unterstützung getan werden kann.
    Nur weil die FAU-Berlin nicht mehr zum Boykott aufrufen darf und nur weil sie alle UnterstützerInnen gebeten hat den Boykottaufruf der FAU-Berlin nicht mehr zu verbreiten, heißt das ja nicht, das ich nicht allen meinen FreundInnen die in Berlin leben raten kann nicht mehr ins Babylo(h)n zu gehen. Vielleicht rate ich ihnen sogar mal einen Gruppenausflug zu machen, sich an der Kasse in eine Schlange zu stellen, und dann, kurz vor dem Kauf von Kinokarten eine Diskussion (nur untereinander) anzufangen, warum man vielleicht doch nicht in dieses Kino geht!! Wer weiß – vielleicht nimmt das der eine oder die andere CineastIN zum Anlaß an diesem Abend ebenfalls dem Kino vern zu bleiben?

    LG
    Rudi

    • Sabine permalink
      17. Januar 2010 01:08

      Egal ob 600 km oder mehr, jetzt sind alle FAU-Genoss_innen und ihre Sympatisant_innen gefragt. In allen Städten sind DGB/Verdifilialen und LINKE-Niederlassungen vorhanden, zwischen denen Demos laufen können. Freitagvormittag sollten da auch noch Leute anzutreffen sein, denen Protesnoten übergeben werden können, vielleicht ist auch eine kurze Bürobesetzung drin 😉 Für Abschlußkundgebungen könnten dann Arbeitsgerichte oder Justizministerien etc in Großstädten herhalten.
      Die Bilder vom schwarzroten Block zur Hartz4demo damals in Berlin, ca 2500, waren mehr als beeindruckend. „Antwortend schreiten wir voran!“

    • 17. Januar 2010 22:29

      Sehr konstruktiv, sehr umfangreich und genau! Danke Rudi!
      Aktionen sind jetzt wirklich auch bundesweit nötig, es ght ja nicht „nur“ um Babylon, es geht um die UND unsere Gewerkschaftsfreiheit, und da kann der Protest aus dem Ausland nicht genügen!

      Weiter so, Gruß, Micha!

    • Theo permalink
      18. Januar 2010 11:49

      Rudi schrieb

      „Viele Info’s die hier gepostet werden stammen von libcom.org und es ist gut das sie hier gepostet werden! Wenn man einfach nur weglassen würde „die FAU-Berlin hat es nicht auf ihrer Seite gepostet“, „auf der Seite der FAU steht es noch nicht“, würde das schon eine ziemliche Entlastung sein.“

      Das wird wohl damit was zu tun haben, dass manche Leute in der FAU behaupten, auf dieser Webseite (tk) würden FAU-Interna gepostet. Und dass dies u.a. die Leute sind, die selber Interna bei libcom posten, dafür aber nicht kritisiert werden.
      Es gibt also so etwas wie Doppelmoral in der FAU selber, und das riecht etwas streng 🙂 Deshalb vermutlich die Hinweise, dass bestimmte Dinge nicht auf fau.org stehen…..

  9. FAUle Suppe permalink
    17. Januar 2010 18:02

    gut und schön, ein streik. und sehr leicht, der fau berlin vorzuwerfen, dass sie nicht streikt. vor allem, wenn man weder von der situation der menschen im kino babylon noch von dem, was das pseudostreikrecht denjenigen androht, die es einfach tun, eine ahnung hat. ansonsten gibt es hier mal wieder typisch syndikalismus.tk: einige berechtigte kritische fragen und wichtige diskussionspunkte, versprengt zwischen ätzkommentaren und suggestivfragen, halbwissen und zynismus. man könnte meinen, dass die revolutionäre praxis, die hier viele so hochhalten, sich bei einigen vor ort längst auf gelehriges gerede über die theoretische möglichkeit derselben reduziert hat. sonst würde manches sicher so nicht geschrieben.

  10. glouton permalink
    17. Januar 2010 19:39

    @FAule Suppe: bezüglich Streik kann ich Dir sogar zustimmen. Streik ist nun aber auch nicht die einzige Möglichkeit Einfluss zu nehmen. Sinnlose Ätzkommentare sind dabei auch nicht hilfreich – kommen hier zwar vor, aber man muss auch nicht auf alles anspringen. Ein bischen Pragmatismus hat noch niemandem geschadet. Und das auf die ganze Seite hier zu schieben – nun ja, ich könnte jetzt auch sagen „typisch FAU Berlin“. Es gibt hier aber auch die Möglichkeit sachlich zu argumentieren – wenn man es denn tun will. Eine Forderung nach „Streik“ ist in der aktuellen Situation nicht hilfreich. Wohl aber die Forderung, dass der Spiess umgedreht wird – es geht nicht an, dass ein Geschäftsführer im Arbeitskampf der Akteur ist, und die Gewerkschaft eine jammernde Opfergruppe. Wenn die Situation sich dahin gehend ändert, dass der Geschäftsführer um seine ökonomische Existenz bangen muss, wird er auch „verhandeln“ und nicht Vorgaben machen. Aktuell macht er die Vorgaben, weil er genau weiss, dass sein Auskommen gesichert ist. Und durch Briefeschreiben und juristische Winkelgriffe wird sich diese Einstellung nicht ändern. Der Druck muss wirtschaftlich aufgebaut werden und an die Substanz gehen – Wegbruch von Kooperationspartnern, keine Besucher etc. etp. Der FAU wurde dies untersagt – weil es Erfolg zeigte. Also – das Mittel war gut und ist gut. Und die Anwendung hat direkte Auswirkungen. Also geht es um die Anwendung dieses Mittels. Wenn es der FAU untersagt ist, dann muss es eben außerhalb der FAU ausgeübt werden.

    • 18. Januar 2010 11:50

      präzise so isses, glouton! – es muss nich immer n´markenname auf aktionen drauf stehen- (bin sowieso mehr für klassenbewusstsein als für „markenbewusstsein“)
      also bewusste aktion jetzt!

  11. A 39 --- B 65 permalink
    17. Januar 2010 21:25

    Die FAU braucht eben einen Passierschein,
    um als „Gewerkschaft“ arbeiten zu dürfen:

    Nichts leichter als das …

    • Sascha permalink
      18. Januar 2010 14:31

      Schön wär es, wenn es so einfach ginge wie bei den beiden, aber eins ist voll richtig, mit den eigenen Waffen schlagen!

  12. 18. Januar 2010 12:48

    Wo ist das Babylon? Wir wollen mal mit dem Geschäftsführer reden…

  13. ert permalink
    18. Januar 2010 12:58

    Also wenn im Babylon die Vollversammlung der Beschäftigten (FAU Mitglieder und Nicht-Mitglieder) entscheidet, dann ist eine Kritik hier schlichtweg heiße Luft.
    Was sollte die FAU Berlin denn tun? Die Vollversammlung ignorieren (ein Instrument, dass ja die FAU eingeführt wurde und sicher Teil des Organisierungserfolgs ist), sodass dann nur die in der FAU organisierten streiken? Die Vollversammlung indoktrinieren, sodass die Babylon ArbeiterInnen in einen Kampf geschickt werden, der möglicherweise verloren wird – und das, um dem Anarchosyndikalismus (oder was manche dafür halten) zu genügen? Oder verkünden, dass wenn die Babylon-Belegschaft sich nicht den Vorschlägen der FAU anpasst, die FAU sich verabschieden wird (Arbeitskampf beendet und verloren, Betriebsgruppe aufgelöst, aber dafür nicht „un-anarchosyndikalistisch“ gehandelt und gewappnet für 30 weitere Jahre der Verkündung der reinen Lehre der direkten Aktion)?
    Abgesehen davon, dass Arbeitskampf – egal ob indirikete oder direkte Aktion – nicht gleich Streik sein muss, ist es sicher leichter, die reine Lehre zu propagieren, als tatsächlich mal aktiv zu werden. Dieser Kampf ist etwas neues für die FAU, ja im ganzen deutschsprachigen Raum. Nix zu tun, dafür zu „wissen“, wie es besser, anarchosyndikalistischer, direkter, kämpferischer und was weiß ich was wäre, ist womöglich nicht der richtige Weg, egal ob innerhalb der FAU organisiert, Ex-FAUlerIn oder „kritisch SolidarischeR“!
    Und weil das Beispiel SAC bemüht wurde: in deren angeblicher „Sackgasse“ würd ich auch gern stecken (-; (trotz aller sicherlich berechtigter Kritik).

  14. Linker permalink
    18. Januar 2010 13:34

    Ich bin zwar nur ein von Euch verpönter Linker (nicht die Partei, unorganisiert) und verfolge diese interessante Diskussion seit einiger Zeit, einiges verstehe ich nicht ganz.

    1. Wieso ist es nur der Berliner FAU verboten sich Gewerkschaft zu nennen und nicht der ganzen FAU? Wie kann das sein? Bezieht sich das nur auf den Arbeitskampf im Babylohnland oder darf sie sich in ganz Berlin nicht Gewerkschaft nennen?
    2. Streik geht nicht im Moment wg. der genannten Gründe. Die Belegschaft kann auch aktiv sein ohne sich als FAU erkennen zu geben, bevor alle rausgekündigt sind. Warum laufen keine Aktionen wie Blockade (Eingang), kurzfristige Besetzung durch SympathisantInnen etc.?
    3. Den Gelben wurde nur der Status „Tariffähigkeit“ nicht zuerkannt, aber nicht untersagt sich Gewerkschaft zu nennen, warum trifft es die FAU da härter?
    4. Die FAU sucht doch breite Unterstützung, also warum wird es kritisiert, dass Infos die auf libcom.org stehen, hier ebenfalls erscheinen, da kann man doch nicht zweierlei Maß anlegen? Wie wollen die KritikerInnen (grenzt für mich teilweise an Verleumdung) aus der FAU denn alle anderen Sympathiebekundungen kontrollieren, wollen sie die alle vorher absegnen?

    Ich finde syndikalismus.tk sehr informativ und auch unterhaltsam, nicht so trocken wie die meisten anderen.

    Solidarische und klassenkämpferische Grüße an alle.

  15. Punky permalink
    18. Januar 2010 14:11

    hier rum zu stänkern führt ja wirklich nicht weiter. blöd ist auch, dass nicht klar ist, wer dieses forum nutzt und wie man praktisch helfen, den kampft unterstützen kann. was ich nur merkwürdig finde, dass es in berlin (scheinbar) keine große bereitschaft gibt, die fau bzw. die beschäftigten im babylon zu unterstützen. also, warum findet sich auf dem blog des euromayday keine aktuelle meldung. die letzte, die ich dort gefunden habe, ist aus oktober 2009. wie sieht es mit dem ums ganze bündnis aus? also top berlin etc.? und wie mit der sog. interventionistischen linken? fels und co? und was machen die modernen linkskommunisten? auf deren seite liest man rein gar nichts! woher also die scheinbare isolation?

    • georg permalink
      18. Januar 2010 14:24

      vielleicht liegts zum teil an der fau-hh/ad … das stinkt bis nach berlin.

  16. Punky permalink
    18. Januar 2010 14:55

    dann wäre doch die frage, warum sich die redaktion dieser site nicht mal inhaltlich mit diesem thema, also der lage der fau, auseinandersetzt.

    ich merke nur, dass die fau in hamburg gar nicht mehr nach außen wahrnehmbar kommuniziert. die da gibt es soweit ich weiß nur noc, so steht es auf der da-seite unter bezugsadressen bei cafe libetad und in einem infoladen in wilhelmsburg. warum nicht mehr in den einschlägigen buchläden?

    denke aber, dass es nichts bringt, hier weiter rumzumäkeln. warum wird nicht mal eine offene bestandsaufnahme zur situation gemacht? und zwar von denen, die das entsprechende wissen haben. wohlgemerkt, es geht nicht darum, dass indiskretionen kommuniziert werden, sondern , dass die lage so wie sie ist, transparent gemacht wird.

  17. glouton permalink
    18. Januar 2010 17:54

    @Ert: dass eine Belegschaft in einem vom Arbeitskampf betroffenen Betrieb nicht alle Register ziehen kann, ist schon klar. Die Frage ist, ob die laschen Ideen auch von der Belegschaft kommen. Und Dinge die nicht von der Belegschaft oder auch der Gewerkschaft geregelt werden können, werden nun einmal besser von außen geregelt. Und es gäbe genug Unterstützung.

  18. FAUle Suppe permalink
    21. Januar 2010 15:39

    Hallo Linker,

    Antworten gibts trotzdem

    1. Wieso ist es nur der Berliner FAU verboten sich Gewerkschaft zu nennen und nicht der ganzen FAU? Wie kann das sein? Bezieht sich das nur auf den Arbeitskampf im Babylohnland oder darf sie sich in ganz Berlin nicht Gewerkschaft nennen?

    Weil sich die Argumentation dieses Beschlusses auf den vorhergehenden Beschluss zum Boykott bezieht: Die FAU Berlin sei demnach nicht tariffähig (was das gericht zuvor aber nach eigener Bekundung gar nicht feststellen, sondern nur annehmen konnte) und darf sich deshalb nicht Gewerkschaft nennen (wieder ein kurzschluss, nämlich der, dass Gewerkschaften gleich tariffähige Gewerkschaften sind, alles andere eben keine gewerkschaften).

    Den Boykott hat die FAU Berlin erklärt, nicht die FAU, die kann das auch gar nicht, die ist nämlich keine Gewerkschaft sondern ein Dachverband. Demnach war der Antragsgegner im Boykottverfahren auch selbstverständlich die FAU Berlin.

    Das Namensverbot gilt für die FAU Berlin im Allgemeinen, ähnlich wie die Festellung der (nicht-)Tariffähigkeit nur für eine gesamte Gewerkschaft erfolgen könnte. Das bedeutet also in diesem Fall dass die Tariffähigkeit der FAU Berlin in einem Betätigungsgebiet ganz Berlin zu prüfen wäre… Anders wäre es, wenn wie eigentlich in der FAU-Struktur vorgesehen, die lokale FAU nur Dachverband von lokalen Branchengewerkschaften wäre. Hätten sich also die KinoarbeiterInnen vorher eine eigene Satzung als Kinogewerkschaft gegeben, in der drinsteht, dass sie eine Gewerkschaft ist, autonom handelt und dem Dachverband FAU Berlin angehört, hätte die FAU Berlin vielleicht den ganzen Ärger nicht sondern nur die Kinogewerkschaft…

    Hinter diesen juristischen Konstruktionen steht eine perfide paternalistische Argumentation die scheinbar arbeitnehmerfreundlich ist: wenn eine gewerkschaft zu schwach ist, diktieren die arbeitgeber die Tarifverträge. Deshalb werden ArbeitnehmerInnen durch die Konstruktion der Tariffähigkeit vor zu schwachen gewerkschaften geschützt, und die sollen sich dann am besten auch gar nicht so nennen dürfen, damit die ArbeiterInnen nicht von dem namen getäuscht werden (siehe hierzu aktuelle direkte aktion: http://www.direkteaktion.org/197/berliner-provinzposse).

    Damit beißt sich der schwanz in die katze:
    – erst durch gewonnene Arbeitskämpfe kann eine Gewerkschaft ihre Tariffähigkeit beweisen
    – wenn aber arbeitskämpfe verboten werden können, ohne dass das gegenteil beweisen werden muss, ist das ein einfallstor um zu verhindern, dass eine gewerkschaft überhaupt tariffähig werden kann, was naturgemäß dauern kann…

    2. Streik geht nicht im Moment wg. der genannten Gründe. Die Belegschaft kann auch aktiv sein ohne sich als FAU erkennen zu geben, bevor alle rausgekündigt sind. Warum laufen keine Aktionen wie Blockade (Eingang), kurzfristige Besetzung durch SympathisantInnen etc.?

    keine ahnung…

    3. Den Gelben wurde nur der Status „Tariffähigkeit“ nicht zuerkannt, aber nicht untersagt sich Gewerkschaft zu nennen, warum trifft es die FAU da härter?

    vielleicht weil einfach niemand auf die idee kam, zu beantragen, dass sie sich so nicht nennen darf?

    4. Die FAU sucht doch breite Unterstützung, also warum wird es kritisiert, dass Infos die auf libcom.org stehen, hier ebenfalls erscheinen, da kann man doch nicht zweierlei Maß anlegen? Wie wollen die KritikerInnen (grenzt für mich teilweise an Verleumdung) aus der FAU denn alle anderen Sympathiebekundungen kontrollieren, wollen sie die alle vorher absegnen?

    ich weiß gar nicht ob hier überhaupt kritisiert wurde, dass da sachen von libcom stehen, ich glaube eher es ging um ganz etwas anderes….?

    • 24. Januar 2010 06:50

      Zu 4. Genau, es geht darum, dass dieselben Leute aus der FAU, die kritisieren, hier würden angebliche Interna veröffentlicht, selber auf libcom.org FAU Interna veröffentlichen!
      Saubere FAU-Mitglieder? Na, klar, und zwar mit zweierlei Maß…für uns doch kein Problem 🙂

  19. Linker permalink
    23. Januar 2010 20:33

    Hallo FAUle Suppe,

    vielen dank, dass ich doch eine Antwort bekommen habe 😉

    1. Sehr gutes Resumee, nun durchschaue ich diesen komplizierten Vorgang besser.
    „Hätten sich also die KinoarbeiterInnen vorher eine eigene Satzung als Kinogewerkschaft gegeben, in der drinsteht, dass sie eine Gewerkschaft ist, autonom handelt und dem Dachverband FAU Berlin angehört, hätte die FAU Berlin vielleicht den ganzen Ärger nicht sondern nur die Kinogewerkschaft…“
    Da kann die FAU aus eigenen Fehlern für die Zukunft was draus lernen.

    2. Tja, wird vielleicht noch.

    3. Nun soll ja bekanntlich niemand, der im Glashaus sitzt, mit Steinen werfen, also kann die FAU diesbezüglich kaum aktiv werden, aber in ihre Argumentation gegen das sie betreffende Verbot kann dies verwendet werden.

    4. „ich weiß gar nicht ob hier überhaupt kritisiert wurde, dass da sachen von libcom stehen, ich glaube eher es ging um ganz etwas anderes….?“
    War nicht der Punkt, weil ja nur kritisiert wurde, dass das was bei libcom stand auch hier erscheint, und das wurde dann angepöbelt, also mit zweierlei Maß gemessen.

  20. Abylon permalink
    25. Januar 2010 07:37

    Ein paar Anmerkungen von einem Mitglied der Betriebsgruppe Babylon der FAU B:
    Hallo Anarchisten, Anarchosyndikalisten und Syndikalisten. Erstmal danke an alle, die uns in unserem Kampf aktiv unterstuetzt haben, hier und international. Ohne euch haetten wir einpacken koennen.
    Und ein lautes Was-soll-das an alle, die staendig auf diesen Seiten selbstgerecht an unserem Kampf rummaekeln. Wir haben getan, was wir konnten und was wir unserer Struktur entsprechend zusammen beschlossen hatten. Ein Streik war (und ist es jetzt umsomehr) NICHT das beste Mittel. Gleich zu Anfang des Kampfes wurde ein Streikbrecher eingestellt, der auf unsere Frage, ob er bei einem Streik arbeiten wuerde, ehrlich ja sagte. Das kann man einem verzweifelten Arbeitslosen auch schwer veruebeln. Klassenbewusstsein ist rar geworden. Inzwischen gibt es drei fest angestellte potentielle Streikbrecher.
    Zwar sind wir nicht wenige, und die anderen standen (und stehen) hinter uns – dennoch waeren wir einfach gekuendigt worden und aus die Maus. Der Boykott und die fast taegliche (!) Praesenz der FAU vor dem Kino war viel wirkungsvoller, wie sich gezeigt hat. Ausserdem: trotz aller Symphatie fuer unseren Einsatz sind wir fuer die meisten Mitarbeiter eben doch so etwas wie eine radikale Sekte, der sie nicht beitreten wuerden. Unsicherheit bezueglich der Tariffaehigkeit (ganz pragmatisch) und das jetzige de-facto-Verbot taten ein Uebriges- Mitarbeiter zu werben ist fast unmoeglich. Deswegen ist auch der Weg durch die Gerichte noetig, Legalismus-Schlegalismus hin oder her – er ist doch nicht der einzige! Das wir trotz aller dieser Faktoren soviel erreicht haben, ist doch das eigentliche Wunder.
    Auch so, ohne Streik, mussten wir bluten: Kollegen und Genossen wurden gefeuert, unsere Schichten wurden soweit gekuerzt, dass wir davon kaum noch leben koennen. Wenn es dumm kommt, muessen Sekretaere der FAU in den Knast. Sich in dieser Lage hinzustellen und von aussen besserwisserisch von uns den Startschuss fuer die Weltrevolution zu fordern, ist albern und arrogant. Fuer alle Babylonier war es der erste Arbeitskampf, die FAU lernt auch noch. Natuerlich haben wir Fehler gemacht – daraus werden wir lernen. Uns diese aber haemisch aufs Brot zu schmieren, bringt niemandem was. Ausser dem Feind.
    Nix fuer ungut. Kaempfen ist schoen, macht aber viel Arbeit.
    Meckern hilft nicht. Solidaritaet schon. Lassen wir uns nicht spalten, sonst haben wir schon verloren.

    • Markus permalink
      25. Januar 2010 12:31

      Ich finde, das ist eine tolle Stellungnahme, die die Perspektive und Situation der FAU Berlin in ehrlicher, sachlicher und überzeugender Weise deutlich macht.

      Solidarität mit der FAU Berlin!

    • 25. Januar 2010 12:34

      Ich wünsche euch alles gute!!! Laßt euch nicht unterkriegen, nur die Beschäftigten selber wissen, was am besten für sie ist. Ihr habt großartiges geleistet
      Grüße ausm Süden!

  21. michael permalink
    29. Januar 2010 18:34

    „Ökonomische Macht, Basis gewerkschaftlicher Stärke, wird nicht in die Auseinandersetzung eingebracht.

    Woran liegt dies nun? “

    Eine Antwort der Betriebsgruppe steht seit einem halben Jahr auf dem Prekba-Blog:

    „Boykott? Streikt doch!
    Im Babylon Mitte, das zum großen Teil nicht von kommerziellem Erfolg, sondern von hoher öffentlicher Förderung abhängig ist, kann ein Streik auch nur unter besonderen Bedingungen finanziellen Druck zur Einigung der Tarifparteien aufbauen.“

    Dem Chef ist es egal wenn kein Geld reinkommt. Er kann die Leute feuern und macht eine Woche zu. Der Senat zahlt die laufenden Kosten. Nach ein paar Tagen macht er wieder auf, heuert neues Personal und verklagt die Streikenden auf Schadensersatz. So stelle ich mir das vor.
    Wenn die wirtschaftliche Existenz des Chefs nicht nur von der Arbeitsleistung sondern vor allem von der Lokalpolitik abhängt, wo sollte dann wohl am besten angesetzt werden?
    Mal abgesehen davon, dass noch nirgens zu lesen war die FAU Berlin hätte fast alle Beschäftigten organisiert, sondern immer sie sei stärkste Organisation im Betrieb. Wie hoch ist wohl jemand qualifiziert der 5,50 Euro verdient? Wie schwer ist es wohl die Person zu ersetzen, wenn sie streikt?

    Ich lese hier ab und zu mit und frage mich wie unglaublich hilfreich es für Verdi und Babylon Bosse sein muss hier auf alle vermeintlichen Schwächen und Optionen der FAU (Berlin) hingewiesen zu werden die sie selbst noch nicht kannten. Und jetzt mache ich auch noch mit…

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