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Der August ist da: Etwas zu Joachim Gauck

20. Februar 2012

Dem früheren Berliner Finanzsenator und Autor des umstrittenen Sachbuches „Deutschland schafft sich ab“, Thilo Sarrazin, attestierte Gauck, „Mut bewiesen“ zu haben. „Er hat über ein Problem, das in der Gesellschaft besteht, offener gesprochen als die Politik.“ Die politische Klasse könne aus dem Erfolg von Sarrazins Buch lernen, dass „ihre Sprache der politischen Korrektheit bei den Menschen das Gefühl weckt, dass die wirklichen Probleme verschleiert werden sollen“. Zum Parteiausschlussverfahren der SPD gegen Sarrazin sagte Gauck, die SPD habe das Recht zu sagen, dass die Position eines Parteimitgliedes nicht ihrer politischen Auffassung entspricht. „Aber man muss nicht gleich demjenigen Sanktionen androhen, der ein bestehendes Problem offen anspricht.“

Aus dem Tagesspiegel vom 30.12.2010

 

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  1. Gauck - Presseschau // Nehmt euer Schicksal in die eignen Hände reißt Mauern, Grenzen, Zäune ein! Erst wenn die Herrschaft ist am Ende kann jeder Mensch sich selbst befrein! Permalink
    20. Februar 2012 10:16

    Gauck u. andere (Bundes-) Präsidenten: Stürzt sie vom Thron! (s.u.)

    (1) Als Joachim Gauck eine falsche Auskunft gab
    Als Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde hat Joachim Gauck im Jahr 1997 eine falsche Auskunft über die Beschäftigung von ehemaligen Stasi-Angehörigen gegeben – und zwar gegenüber der Bundesregierung, die ihrerseits eine Anfrage der PDS zu beantworten hatte. [...]
    Abgesehen davon, dass Gaucks unterstützende Worte für Thilo Sarrazin sowie geringschätzige Bemerkungen über die Occupy-Bewegung bei Sozialdemokraten und Grünen deutliches Stirnrunzeln hervorgerufen haben, könnte ihn auch der saloppe Umgang mit einer parlamentarischen Anfrage des Bundestages einholen.
    Quelle: Tagesspiegel http://www.tagesspiegel.de/politik/stasi-unterlagenbehoerde-als-joachim-gauck-eine-falsche-auskunft-gab/6228620.html

    (2) Zum besseren Verständnis der Polemik Gaucks zur Occupy-Bewegung: Gauck war auch als Präsidentschaftskandidat schon ein gesteuertes mediales Kunstprodukt (von Albrecht Müller), Quelle: Nachdenkseiten http://www.nachdenkseiten.de/?p=11012

    (3) Daniela Dahn – Gespalten statt versöhnt
    Er will bewahren, was ist: Warum man weder Anti-Aufklärer noch DDR-Nostalgiker sein muss, um den Präsidentschaftskandidaten Joachim Gauck abzulehnen.
    Das Image eines Versöhners kam überraschend. Hat doch den Mann, nach dem nicht nur eine Behörde benannt, sondern auch das Verb “gaucken” kreiert wurde, bisher niemand schonungsloser kritisiert als Sozialdemokraten. Nun aber gilt eine andere, eigendynamische Logik: Wer einen Kandidaten Joachim Gauck ablehnt, kann nur ein unklares Verhältnis zum DDR-Unrecht haben, und einen schlimmeren Vorwurf gibt es hierzulande kaum. Der Stasi-”Aufklärer” selbst hat sich dieses Kurzschlusses von Anfang an bedient – wer seine Behauptungen widerlegte, bekam das Etikett “Anti-Aufklärer” verpasst.
    Quelle: Süddeutsche Zeitung http://www.sueddeutsche.de/politik/praesidentschaftskandidat-joachim-gauck-gespalten-statt-versoehnt-1.956510

    (4) Kandidat der Herzen? Ein Theologe der Herzlosigkeit
    Nun kommt er wieder ins Gespräch: Joachim Gauck. Er soll, nach Auffassung vieler Bürgerinnen und Bürger, Wulffs Nachfolge antreten: ein „Kandidat der Herzen“, wie es bereits im Vorwahlkampf im Frühsommer 2010 hieß. Tatsächlich? Wäre Joachim Gauck ein solcher Bundespräsident? Wäre Gauck eine derart hehre Lichtgestalt? Wäre Gauck der Kandidat der Herzen, der Präsident aller, wäre er der aufrechte, lautere, zutiefst menschliche Mensch weit über allem Parteiengezänk?
    Nein, Joachim Gauck wäre ein solcher Bundespräsident nicht. Was Christian Wulff mit der Ausstrahlung eines ewigen Oberprimaners nicht zuwegebracht hat, das könnte Joachim Gauck mit seinem Charisma (das ihm nicht abzusprechen ist) bei vielen Menschen hierzulande durchaus glücken: sozialspalterisches Gedankengut hineinzutragen in unser Land, zutiefst verrohendes Denken, eine Propaganda völliger Mitleidslosigkeit. Ich meine konkret: die Bürgerinnen und Bürger davon zu ‚überzeugen’, daß der Abbau unseres Sozialstaates, daß insbesondere Hartz-IV, diese staatlich betriebene Verelendung von Millionen Menschen in der Bundesrepublik, doch eigentlich eine prima Sache sei. Hier einige Beispiele, mit welch pastoralen Segenssprüchen Ex-Pfarrer Gauck diese alltäglich praktizierte Menschenverachtung namens Hartz-IV seit Jahren versieht:
    Quelle: Der Spiegelfechter http://www.spiegelfechter.com/wordpress/7931/kandidat-der-herzen-ein-theologe-der-herzlosigkeit

    Wiglaf Droste – Sie bleibt, der Rest auch
    Christian Wulff ist vom Amt des Bundespräsidenten zurückgetreten, und alle atmen auf. Eigentlich fehlte am Freitag nur, daß einer sagte: »Es ist vollbracht.« Denn als Passionsgeschichte wurden die letzten zwei Monate der Amtszeit des Präsidenten Wulff inszeniert und erzählt, als Leidensdrama eines ganzen Landes. Das Leid über Land und Leute aber brachte Christian Wulff, denn er beschädigte das, was der Republik am teuersten ist: »die Würde des Amtes«. Wie konnte er das nur tun? In Schmerzen wanden sich Politiker und Kommentatoren, die es aus Sorge um Deutschland einfach nicht mehr ertragen konnten, daß der von Angela Merkel protegierte Präsident nicht zurücktreten wollte.
    Quelle: Junge Welt http://www.jungewelt.de/2012/02-18/055.php

    „Gnade Gottes/Gnade Gaucks“: Die Anrufung jenes höheren Wesens, welches wir verehren sollen, geschieht immer dann, wenn irdische Gründe nicht in Sicht sind oder zur Verfügung stehen. Und die wirklichen Gründe für das Leid mittels Hirnwäsche der Massenmedien vernebelt werden.

    Joachim Gauck hängt der Ideologie, Politik und Wirtschaftspraxis an die zu einer weltweiten permanenten und sich ausweitenden Krise mit großen Verheerungen führt. Auf diese Weise wird ebenso die progressive Einheit von Freiheit, Gleichheit und Solidarität zerstört.

    Freiheit, idealtypisch als aufgeklärte Partizipation an gesellschaftlicher Gestaltung; Gleichheit, im Besten soziale Egalität zur persönlichen und gemeinsamen Entfaltung; Solidarität d.h. die Kooperation in der Überwindung der Mühsal – diese Einheit ist rational erforderlich, wenn eine humane Gesellschaft verwirklicht werden soll.

    Und da hilft uns natürlich keine Kanzlerin, kein Gott noch Präsident. Das können nur wir selber tun.

    Anarchistische Internationale (klassischere Version)

    Steht auf, Verdammte dieser Erde,
    die euch man noch zum Hunger zwingt,
    dass Recht dem Menschen endlich werde
    und Freiheit euch die Zukunft bringt.
    Verjagt, vertreibt nun alle die Bedränger,
    versklavte Menschen, steht nun auf,
    ein nichts zu sein ertragt nicht länger,
    alles zu werden, kommt zu hauf!

    |: Leute, hört die Signale, auf zum Kampf, zum Gefecht,
    die Internationale kämpft für das Menschenrecht!:|

    Es rettet uns kein höheres Wesen,
    kein Gott, kein Kaiser, noch Tribun.
    Uns aus dem Elend zu erlösen,
    können wir nur selber tun.

    |: Leute, hört die Signale, auf zum Kampf, zum Gefecht,
    die Internationale kämpft für das Menschenrecht!:|

    In Stadt und Land, ihr Arbeitsleute,
    vertraut bloss keiner der Parteien,
    sie kassieren bloss die grosse Beute
    und lassen lassen uns in der Not allein.

    Euer Schicksal nehmt in eigene Hände,
    sprengt die Grenzen in jedem Land,
    wenn alle HERRschaft erst zuende
    ist das der Freiheit höchster Stand

    |: Leute, hört die Signale, auf zum Kampf, zum Gefecht,
    die Internationale kämpft für das Menschenrecht!:|
    —–

    Anarchistische Internationale

    Verdammt, wach auf, du Hammelherde
    die immer noch im Dreck du liegst!
    Trag Aufruhr um die ganze Erde
    bevor du in die Luft mit fliegst!
    Zur Hölle mit den Bürokraten!
    Zum Teufel mit dem Militär!
    Die sollen im Atompark braten:
    Vorwärts, Genossen, ans Gewehr!

    Refrain:
    Leute, auf zur Randale!
    Weg mit Staat, Gott und Geld!
    Die Internationale
    kämpft für die freie Welt!

    Es hilft euch weder Pfaff noch Bonze
    kein Gott, kein Kanzler, Präsident
    und was da sonst noch steht in Bronze:
    es stürzt, wenn ihr nicht länger pennt!
    Hohles Gequatsche: “Menschenrechte”!
    leeres Geschwätz: “sozialer Staat”!
    Ihr bleibt Lohnsklaven, Stiefelknechte
    helft ihr euch selbst nicht durch die Tat!

    Leute …

    Im Norden, Süden, Osten, Westen
    vertraut nicht Führer noch Partei
    die stehen auf der andern Seite
    und halten nur sich selber frei.
    Nehmt euer Schicksal in die eignen Hände
    reißt Mauern, Grenzen, Zäune ein!
    Erst wenn die Herrschaft ist am Ende
    kann jeder Mensch sich selbst befrein!

    Leute auf zur Randale!
    Weg mit Gott, Staat und Geld!
    Die Internationale
    für eine neue Welt!

    (Die neuere, fetzige Version hat gmeine ich mal R.G. Landmesser im (SRKK) Schwarz-roten Kain Kalender veröffentlicht).

    • bähhhh Permalink
      20. Februar 2012 16:18

      Stumpf, stumpfer, anarchistische Internationale…

      • 16. März 2012 21:23

        @ bähhh
        Das wollte ich noch nachholen. Du hast recht, die A-Internationale, besonders die freche A-Sponti-Version, (die mir auf eine Art gefällt), passt hier gar nicht, erkärt nichts und war (mir) schon immer viel zu martialisch.

        In relativ knapper Form hat Jutta Ditfurth eigentlich ja alles wichtige zum BuPrä , siehe > “Gauck – Präsident der verrohenden Mittelschicht” geschrieben. – xxR.

      • raaabäääähbäääähbääääh Permalink
        17. März 2012 14:06

        ich mag was was du nicht magst

  2. „Yes we Gauck“ – Springer hat sich durchgesetzt Permalink
    20. Februar 2012 10:30

    „Yes we Gauck“ – Springer hat sich durchgesetzt von Wolfgang Lieb

    Die Präsidentschaft von Joachim Gauck ist ein Produkt der Springer-Presse. Der rechtskonservative Zeitungskonzern hat nicht nur zur Popularität Gaucks wesentlich beigetragen sondern den Kandidatenvorschlag durch FDP, CDU/CSU und SPD sowie durch die Grünen erst möglich gemacht. Mit Gauck hat Schwarz-Gelb einen willkommenen Wahlhelfer gefunden, zumindest aber ist er ein Garant gegen jede Alternative zu einer neoliberal geprägten Politik in Deutschland.
    Es ist ja ein offenes Geheimnis, wer die rot-grünen Parteigranden vor zwei Jahren auf die Idee gebracht hat, Joachim Gauck zu ihrem Präsidentschaftskandidaten zu küren. Es war der damalige Chefredakteur und jetzige Herausgeber des rechtskonservativen Springerblattes „Welt“, Thomas Schmid (Financial Times v. 20.6.2010). Kein Wunder deshalb auch, dass die Springerzeitungen vor zwei Jahren Gauck als ihren Lieblingskandidaten hochjubelten. Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=12283

  3. 20. Februar 2012 11:26

  4. 20. Februar 2012 13:07

    bleibt nur zu hoffen das sein herr ihn bald ableben lässt

  5. Granado Permalink
    20. Februar 2012 14:21

    Erinnert sei an die “Strategie der leeren Kassen” (Wirtschaftsideologe Herbert Giersch)
    Gauck ist neuer Maschmeyer-Kumpel

    http://www.tagesspiegel.de/politik/stasi-unterlagenbehoerde-als-joachim-gauck-eine-falsche-auskunft-gab/6228620.html
    19.02.2012 14:31 Uhr | Von Gerd Nowakowski
    Stasi-Unterlagenbehörde: Als Joachim Gauck eine falsche Auskunft gab
    … gegenüber der Bundesregierung, die ihrerseits eine Anfrage der PDS zu beantworten hatte:
    dip.bundestag.de/btd/13/067/1306744.pdf

    Linksammlung zu Joachim Gauck
    https://acta-orga.piratenpad.de/gauck

    http://www.freitag.de/community/blogs/gsfrb/joachim-gaucktransatlantischer-wunschkandidat-der-neoliberalen-spd?modus=print
    19.02.2012 07:47 Gold Star For Robot Boy
    Joachim Gauck: transatlantischer Wunschkandidat der neoliberalen SPD

    http://www.bild.de/politik/inland/gauck-joachim/joachim-gauck-wird-bundespraesident-rede-im-wortlaut-22730024.bild.html
    Joachim Gauck, voraussichtlich 11. Bundespräsident, laut bild.de heute:
    “Von all den Dingen (…) ist mir am Wichtigsten, dass die Menschen in diesem Land wieder lernen, dass sie in einem guten Land leben, das sie lieben können. Weil es ihnen die wunderbaren Möglichkeiten gibt, in einem erfüllten Leben Freiheit zu etwas und für etwas zu leben – diese Haltung nennen wir Verantwortung… Insofern wird sich … meine Tätigkeit als ‘reisender Politiklehrer’ nicht grundsätzlich verändern.”

  6. Gauck ist und war noch NIE ein Bürgerrechtler. Erst die Medien haben ihn zu dem gemacht, was er heute angeblich darstellt! Permalink
    20. Februar 2012 15:34

    EIN GEIST WIRD PRÄSIDENT Gauck: Eitel, selbstverliebt und unernst
    Quelle: http://www.rationalgalerie.de/archiv/index_1_561.html
    Gauck ist und war noch NIE ein Bürgerrechtler. Erst die Medien haben ihn zu dem gemacht, was er heute angeblich darstellt!

  7. Nach oben gehorchen, nach links treten: Gauck Permalink
    21. Februar 2012 10:46

    (1) Ein Stinkstiefel namens Gauck
    Jetzt also der. Jetzt bekommen die deutschen Medien den, den sie vor anderthalb Jahren in seltener Einmütigkeit unbedingt haben wollten [...]
    Als Pfarrer mit Reiseprivilegien begann Gauck ziemlich genau zu dem Moment lautstark gegen die DDR zu protestieren, als dies nichts mehr kostete, um sich hernach mit umso größerem denunziatorischen Eifer an die Aufarbeitung der DDR-Geschichte zu machen [...]
    Freilich hat sich Gauck nicht erst nach seiner gescheiterten ersten Kandidatur ideologisch zwischen Martin Walser, Erika Steinbach und Stefan Effenberg verortet. Ein reaktionärer Stinkstiefel war er schon vorher.
    So mag der künftige Bundespräsident keine Stadtviertel mit “allzu vielen Zugewanderten und allzu wenigen Altdeutschen”, will das “normale Gefühl” des Stolzes aufs deutsche Vaterland “nicht den Bekloppten” überlassen, missbilligt es, “wenn das Geschehen des deutschen Judenmordes in eine Einzigartigkeit überhöht wird”, besteht darauf, dass der Kommunismus “mit ausdrücklichem Bezug auf die DDR als ebenso totalitär eingestuft werden muss wie der Nationalsozialismus”, trägt es den SED-Kommunisten nach, das “Unrecht” der Vertreibung “zementiert” zu haben, indem “sie die Oder-Neiße-Grenze als neue deutsch-polnische Staatsgrenze anerkannten”, und fragt – nicht ohne die Antwort zu kennen –, “ob Solidarität und Fürsorglichkeit nicht auch dazu beitragen, uns erschlaffen zu lassen”.
    Quelle: taz https://www.taz.de/Kolumne-Besser/!88071/

    (2) Die linke und die rechte Hand des Teufels
    Nach oben gehorchen, nach links treten: Ein Bundespräsident Gauck wäre so deutsch, dass es schon jetzt zum Fürchten ist. [...]
    Es war der große Verdienst, halt: das große Verdienst des uncharmanten Hannoveraner Abgreifers, das Vaterland vor dem antikommunistischen Schleimer Gauck bewahrt zu haben, und der Herrgott möge es sich verkneifen, uns einen seiner verdorbensten Adoranten im zweiten Anlauf vor die staatsbürgerliche Nase zu setzen, nicht nur den in jüngerer Vergangenheit fraglos gewachsenen Unterhaltungswert des Amtes „nachhaltig“ (Chr. Wulff) zu beschädigen, sondern auch die frohe Botschaft freiheitlich-christlicher, gegen jede Form von altböser Gleichmacherei gerichteter Marktwirtschaft ex cathedra unters geneigte Volk zu blasen.
    Quelle: The European http://www.theeuropean.de/stefan-gaertner/10027-kein-bundespraesident-gauck#10027

    (3) »Politisches Gedächtnis ist sehr kurzlebig« Antikommunismus gemeinsamer Nenner: Vier Bundestagsparteien votierten für Präsidentschaftskandidaten der Eliten. Ein Gespräch mit Daniela Dahn Interview: Gitta Düperthal Daniela Dahn ist Autorin beim Rowohlt Verlag, Journalistin und ehemals Mitherausgeberin der Wochenzeitschrift Freitag CDU, FDP, SPD und Grüne setzen einhellig auf den fundamentalen Antisozialisten Joachim Gauck als Bundespräsidenten. Wie beurteilen Sie diese Kandidatenkür – hat eine Gleichschaltung aller vier etablierten Bundestagsparteien zur kapitalistischen Einheitspartei stattgefunden? Quelle: Junge Welt http://www.jungewelt.de/2012/02-21/032.php

  8. WIR SPAREN UNS DEN PRÄSIDENTEN Permalink
    21. Februar 2012 11:55

    Ein Vorschlag: Rent-a-King: Es lebe die Leih-Monarchie! http://www.rationalgalerie.de/archiv/index_1_367.html

  9. Granado Permalink
    21. Februar 2012 19:14

    http://gauck-wiki.bplaced.net/interviews/2010-06-04-Gauck-Tagesthemen.pdf
    Interview von Joachim Gauck durch Tom Buhrow, Tagesthemen vom 4. Juni 2010
    ARD-Mediathek: http://www.tagesschau.de/inland/koehlernachfolge124.html
    transkript – von Cornelia
    Joachim Gauck: Wir fragen uns: Wie viel Glückserwartung dürfen wir eigentlich an die Regierenden noch heranbringen? Soll das mit der Wohlstandsspirale sich fortsetzen, wohin soll das gehen? Oder ist es nicht auch menschlich, dass uns einmal Verzicht zugemutet wird?

    http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/downloads/Stiftungsvortrag_Gauck_fuer_Internet.pdf
    Welche Erinnerungen braucht Europa?
    Joachim Gauck, August 2006

  10. Das Amt des Bundespräsidenten ist überflüssig, ein feudales Relikt für obrigkeitsgläubige Deutsche. Permalink
    22. Februar 2012 14:34

    (1) Von Wulff zu Gauck – Dramaturgie einer Zäsur Über die »postdemokratische« Inthronisation eines Bundespräsidenten 21.02.2012 von Christoph Lieber Quelle: Zeitschrift Sozialismus, Kommentare & Analysen http://www.sozialismus.de/kommentare_analysen/detail/artikel/ueber-die-postdemokratische-inthronisation-eines-bundespraesidenten/

    (2) Verzerrte Zitate – Gauck und die Stille Post im Netz
    Der Umgang mit Joachim Gauck zeigt: Auch im Netz will richtiges Zitieren gelernt sein. Schnell wurde aus dem Liebling ein Hassobjekt gemacht, basierend großteils auf verzerrten Zitaten. Das verstümmelte Zitat, eine Erfindung der Massenmedien, wird in den sozialen Medien schlecht nachgeahmt. [...]
    Nur am Rande sei die Gefahr der Trivialisierung des Holocaustgedenkens erwähnt. Unübersehbar gibt es eine Tendenz der Entweltlichung des Holocaust. Das geschieht dann, wenn das Geschehen des deutschen Judenmordes in eine Einzigartigkeit überhöht wird, die letztlich dem Verstehen und der Analyse entzogen ist. [...] Im weiteren Verlauf der Rede wird klar, dass Gauck mit dem Halbsatz eigentlich meinte, dass es gefährlich sei, so zu tun, als könne sich ein Holocaust sowieso nie wieder ereignen und man daher gar nicht besonders erinnern, analysieren, aufarbeiten müsse – das Gegenteil einer Verharmlosung.”
    Quelle: SPIEGEL Online http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,816601,00.html

    (3) Der “böse Gauck” und das Netz
    “Gauck erscheint, wenn man seine Aussagen im Kontext liest, als durchaus komplexer und differenzierender Denker, der selbstverständlich zu Gedanken fähig ist, denen man in 140 Zeichen nur schwer gerecht werden kann. Er erscheint aber auch als Vertreter einer zutiefst konservativen Weltsicht, die sich fast ausschließlich aus den tatsächlichen oder von ihm narrativ konstruierten Leitmotiven seiner eigenen Biographie speist. Er ist deshalb bestenfalls in der Lage, die Herausforderungen der Gegenwart zu erkennen — ernsthafte Ansätze zu ihrer Lösung hat er an keiner Stelle anzubieten. Im Gegenteil.”
    Quelle: SciLogs http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/kultur/2012-02-21/der-boese-gauck-und-das-netz

    (4) Unsere leitenden Ossis – Merkel, Gauck und den Geist der DDR-Opposition
    Angela Merkel ging mit ihrer Freundin in die Sauna, als sich an einem Novembertag in Berlin die Mauer öffnete. Ihrer Sehnsucht nach Freiheit gab sie eher gemächlich, dann freilich mit ungeheurem Erfolg. [...] Nein, die Pfarrerstochter stand, wie ihr Vater auch, dem System eher nahe als fern. Dass sie es heute zulässt, fast in die Nähe von DDR- kritischen Geistern gerückt zu werden, ist wohl eher einem geschönten Selbstbildnis als realer Einschätzung zu verdanken.
    Aber das ist ja nun bei Joachim Gauck doch ganz anders, nicht wahr?
    Nun, was man im heutigen Sprachgebrauch Bürgerrechtler nennt, hat man früher als DDR-Opposition bezeichnet. Zur DDR-Opposition hat Gauck niemals gehört. Er trat auch nicht in den system-kritischen Friedens- und Umweltgruppen im Umfeld der Evangelischen Kirchen je in Erscheinung. In den Publikationen, die in der DDR von kritischen Gruppen illegal herausgegeben wurden, taucht der Name Gauck als Verfasser nicht auf. Joachim Gauck hat sich im Oktober 1989 in Rostock dem „Neuen Forum“ angeschlossen. Vorher ist ein politischen Engagement gegen den repressiven Staat nicht auszumachen. Ihn jetzt ständig als Repräsentanten all jener zu würdigen, die den freiheitlichen Geist gegen das System aufrecht erhalten haben, ist eine grobe Überzeichnung seines Lebensweges.
    Quelle: WDR5 Politikum [PDF - 63.1 KB] http://www.wdr5.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Politikum/2012/02/Manuskripte/21_Gerhard_Rein.pdf

    (5) Jutta Ditfurth – Der Prediger der verrohenden Mittelschicht
    Mit Christian Wulff hat sich die politische Klasse eines lästig geworden kleinbürgerlichen korrupten Aufsteigers entledigt, während die viel größeren Geschäftemacher der Parteien weiter ungestört ihren Interessen nachgehen können.
    Um die Peinlichkeit zu übertünchen, wurde nun Joachim Gauck, der Prediger für die verrohende Mittelschicht gerufen. Dass CDU/SPD/FDP und Grüne ihn gemeinsam aufstellen verrät uns, dass uns noch mehr Sozialstaatszerstörung, noch mehr Kriege und noch weniger Demokratie drohen. Einen wie ihn holt man, um den Leuten die Ohren vollzuquatschen.
    Quelle: trend onlinezeitung http://www.trend.infopartisan.net/trd0212/t470212.html

  11. Pastor der Unschärfe - Joachim Gaucks jüngstes Buch zeigt, wie der künftige Bundespräsident schwadroniert. Permalink
    22. Februar 2012 15:21

    Joachim Gauck sei der Bundespräsident der Herzen: So urteilen fast alle deutschen Medien. Die Begeisterung für Gauck macht es zu einer etwas heiklen Sache, ihn zu kritisieren. Wer das tut, gerät in den Ruch, ein alter SEDist, ein Dummerjan oder ein Anhänger der Linkspartei zu sein, die ja trotz ihrer westdeutschen Anhänger als überkommener SED-Verein verschrien ist. Kritik an Gauck kann bis auf weiteres nur von ihm selbst erfolgreich initiiert werden. Mit seinem jüngsten Buch hat er das getan. ‘Freiheit’ heißt die Schrift, die Druckfassung einer Rede, die Gauck Anfang 2011 an der Evangelischen Akademie Tutzing gehalten hat (Kösel Verlag, 62 S., 10 Euro).

    Fast überall wird Gauck gepriesen, aber in seiner Heimatstadt Rostock hält sich die Euphorie in Grenzen. Das Morgenmagazin von ARD und ZDF hat am Dienstag darüber berichtet. Die Redakteure haben das bizarre Phänomen indes schnell wegerklärt
    Text: Franziska Augstein
    Quelle: Süddeutsche Zeitung/jetzt.de http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/540396

  12. 23. Februar 2012 15:53

    • Bonaventura Permalink
      27. Februar 2012 00:41

      Gauck wird nicht singen – weil er dann sitzen müßte. weil er gestanden hat.

  13. Reaktionär Gauck wird Bundespräsident Permalink
    23. Februar 2012 16:04

    Gaucks Vater war im besetzten Polen Marineoffizier. Er wurde 1951 von einem sowjetischen Kriegsgericht verurteilt und verbrachte vier Jahre in einem sibirischen Gefangenenlager. Gauck hat Verständnis dafür, daß seinen Eltern das „Verschwinden” der Rostocker Juden „entfallen” war. Er fordert, “einen Schlussstrich” zu ziehen unter die NS-Vergangenheit und die Auseinandersetzung mit ihren Verbrechen, zugunsten eines neu entfachten Nationalstolzes.
    Wie das aussehen kann, zeigte sich 2004, als er bei einer Rede in Torgau u. a. auch Nazi-Schlächter als „Opfer” ehrte. Das Gedenken an den Holocaust hält er für in seiner „Einzigartigkeit überhöht” und quasi-religiös. Mit dieser Relativierung ist er sich mit einer ganzen Reihe von Neofaschisten einig.
    Gauck ist Anhänger der sog. Totalitarismustheorie (die Faschismus und Kommunismus gleichsetzt) und Mit-Autor des „Schwarzbuch des Kommunismus”, einem Machwerk französischer Rechtsradikaler.
    Er lehnt die Oder-Neisse-Grenze zu Polen als „ungerecht” ab, bedauert den Verlust der „deutschen Ostgebiete”, sein Herz schlägt für die deutschen „Vertriebenen”, er befürwortet das „Zentrum gegen Vertreibung”.
    Gauck gehört Lobbyorganisationen wie der Nationalstiftung (setzt sich u. a. für „mehr Privatisierung” ein) und der Atlantikbrücke (reaktionärer think-tank) an.
    Eine ultrarechte Zeitung hat die Nominierung Gaucks bereits begrüßt.

  14. Die Gauck-Maschine walzt alles platt: Ein Alptraum von Freiheit // Gauck und Wulff - Tolle Tage - bis neulich Permalink
    25. Februar 2012 07:55

    (1) Ein Alptraum von Freiheit 22.02.2012 Die Gauck-Maschine walzt alles platt –
    Ein Kommentar von Uli Gellermann
    http://weltnetz.tv/video/249

    (2) Gauck und Wulff – Tolle Tage – bis neulich Dienstag Volker Pispers! die Bananenrepublik (21.02.2012)

    (3) Der Bundespräsident des Kapitals: Die bevorstehende Wahl Joachim Gaucks ist Ausdruck eines Eliten-Konsens Von THOMAS WAGNER http://www.hintergrund.de/201202211934/politik/inland/der-bundespraesident-des-kapitals-die-bevorstehende-wahl-joachim-gaucks-ist-ausdruck-eines-eliten-konsens.html

  15. Zuviel Pfarrhaus für die diese Republik Permalink
    26. Februar 2012 18:31

    (1) Die zwei Gesichter des Ostens – von Franz Walter
    (…)Was also ist zu erwarten? Müssen wir uns jetzt abermals „unsäglich alberne“ Ruckreden anhören, die uns zur Anpassung an die globalen Märkte auffordern, vor leistungsfeindlichen Wohlstandsregimen warnen und das Menetekel spätrömischer Dekadenz in lauen Sozialstaatsgesellschaften an die Wand malen? Auszuschließen jedenfalls ist es nicht; und schlimm genug wäre es in jedem Fall. (…) Gleichwohl: Es bleibt schwer vorstellbar, dass ihm Antworten oder Impulse gelingen auf die neuen sozialen Fragen in einer tief gespaltenen und von unten bis zur Mitte entkollektivierten, deutungsarmen Gesellschaft in einem von oben dekretierten, transnationalen Oligarchiesystem. Aber um diese Fragen wird es gehen müssen.
    Quelle: Der Freitag http://www.freitag.de/politik/1208-zu-viel-pfarrhaus-f-r-diese-republik

    (2) Hans-Jochen Tschiche: “Gauck ist die falsche Person”
    Der frühere Bürgerrechtler und Grünen-Politiker Hans-Jochen Tschiche kritisiert die Nominierung von Joachim Gauck für das Amt des Bundespräsidenten (…) Er ließ sich in München bei einer Preisverleihung mit den Geschwistern Scholl vergleichen und wurde noch nicht einmal schamrot. Er hat niemals zur DDR-Opposition gehört, deren Akteure man im heutigen Sprachgebrauch Bürgerrechtler nennt. (…) Quelle: Der Freitag http://www.freitag.de/politik/1208-gauck-ist-die-falsche-person

    (3) EIN ALPTRAUM VON FREIHEIT Die Gauck-Maschine walzt alles platt Autor: U. Gellermann. (…) Wer waren denn die, die den Gauck bei der Präsidenten-Kür 2010 zum Kandidaten der Herzen gebrüllt hatten? Es war eine unheimliche Gang aus SPIEGEL, STERN und BILD, eine übergreifende Meinungsmaschine, deren Besitzer in den Milliardärsrängen sitzen und deren Redakteure um so vieles mehr verdienen als jenes Volk, das sie nach ihrer Pfeife tanzen lassen. Quelle: Rationalgalerie http://www.rationalgalerie.de auf Youtube:http://www.youtube.com/watch?v=ajBJjcxTtk8

    Erinnert an Colin Crouch’s “Postdemokratie” (u. was Kanzlerin Merkel “Marktkonforme Demokratie” nennt) :
    „Der Begriff bezeichnet ein Gemeinwesen, in dem zwar nach wie vor Wahlen abgehalten werden, Wahlen, die sogar dazu führen, dass Regierungen ihren Abschied nehmen müssen, in dem allerdings konkurrierende Teams professioneller PR-Experten die öffentliche Debatte während der Wahlkämpfe so stark kontrollieren, dass sie zu einem reinen Spektakel verkommt, bei dem man nur über eine Reihe von Problemen diskutiert, die die Experten zuvor ausgewählt haben. Die Mehrheit der Bürger spielt dabei eine passive, schweigende ja sogar apathische Rolle, sie reagieren nur auf Signale, die man ihnen gibt. Im Schatten dieser politischen Inszenierung wird die reale Politik hinter verschlossenen Türen gemacht: von gewählten Regierungen und Eliten, die vor allem die Interessen der Wirtschaft vertreten.“ (Colin Crouch: Postdemokratie. 2008:10)

    Franz Schandl zur Postdemokratie: http://www.streifzuege.org/2011/duerftige-theorie-in-beduerftigen-zeiten

  16. Ditfurth und Karasek bei Lanz - ein Streitgespräch Permalink
    27. Februar 2012 00:39

    Ditfurth und Karasek bei Lanz – ein Streitgespräch

  17. Granado Permalink
    27. Februar 2012 04:15

    http://www.ddr89.de/ddr89/d/brief3.html
    Offener Brief an Joachim Gauck
    Judith Demba, Bernd Gehrke, Renate Hürtgen, Thomas Klein, Silvia Müller, Sebastian Pflugbeil, Christina Schenk, Reinhard Schult, Bettina Wegner
    Berlin, den 8.11.1999

  18. 27. Februar 2012 12:10

    http://www.titanic-magazin.de/news.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=4790&cHash=9ad0851bc62a651d83530441c43bf99e

    Gauck-News

    Am Samstagmorgen ist Joachim Gauck auf dem Flughafen Nürnberg gesehen worden. Augenzeugen berichten, Gauck habe sich an einem Kiosk ein Snickers und eine Fanta gekauft und danach der Verkäuferin anerkennend zugenickt. Der DAX stieg augenblicklich um zwei Prozentpunkte.

    Zur Mittagszeit soll Gauck mehreren Menschen in einem italienischen Restaurant in Düsseldorf erschienen sein. Gauck soll dort ganz normal Platz genommen und den Mittagstisch bestellt haben – ganz so, als wäre er nicht Präsident von Deutschland, sondern ein ganz normaler Bürgerrechtler und Held der BRD. Wie die Polizei mitteilte, habe das Essen Gauck dem Anschein nach gut geschmeckt; man warte aber noch auf ein Gutachten des Robert-Koch-Instituts.

    Wenige Stunden später zeigte sich Joachim Gauck in der Düsseldorfer Innenstadt. Er predigte zu den Menschen, heilte einen Gelähmten und einen Betriebsrat; danach trieb er die Dämonen aus einem Obdachlosen aus (mit Febreze). Der syrische Präsident Assad sprach Gauck seine Anerkennung aus und bot Gespräche mit der Opposition (Gesine Lötzsch) an.

    In der Nacht zum Sonntag soll es in Düsseldorf zu einer weiteren Gauck-Erscheinung gekommen sein. Mit Hinweis auf das Unrechtsregime der DDR habe Gauck Einlaß in einen schwulen Lederclub gefordert und dort zwei Sklaven befreit. Laut Auskunft der Bedienung habe Gauck insgesamt einen gewaschenen Eindruck gemacht, “zumindest im Gesicht”.

  19. Offener Brief an Joachim Gauck [8.11.1999] // Stellungnahme von drei ehem. DDR-Oppositionellen zu Gaucks Kritik an den(HartzIV-) Montagsdemos (2004) Permalink
    27. Februar 2012 20:51

    Offener Brief an Joachim Gauck [8.11.1999]

    Heute hören wir von Ihnen, nun sei in Deutschland erreicht, wofür damals die Opposition in der DDR und die Bürgerbewegungen des Herbstes 1989 gekämpft haben. Zwar seien im Osten und im Westen die Verhältnisse noch verbesserungsbedürftig, ja sogar mitunter kritikwürdig, aber nun sei es jedem Bürger möglich, im demokratischen Rechtsstaat durch tätige Mitwirkung alles zum Besseren zu wenden. Nur sei es schade, dass das noch nicht alle verstanden haben. Kommt Ihnen das nicht irgendwie bekannt vor? Erinnern sie sich noch, wie uns in der DDR die Verhältnisse schöngeredet wurden? Dass wir uns als “Sieger der Geschichte” in der DDR seinem Staatswesen und dessen Zielen durch aktive Mitarbeit würdig zu erweisen hatten?
    Erinnern Sie sich noch an die Forderungen der Bürgerbewegungen des Herbstes? Wir wollten nicht nur die Stasi auflösen, sondern wir wollen überhaupt keine Geheimdienste mehr. Wir wollen auch in keinem demokratischen Abhörstaat leben. Wir wollten nicht nur reisen, sondern wir wollen auch ein Land, in dem Flüchtlinge nicht wie Ballast verwaltet und “entsorgt” werden, sondern wo gleiches Recht für alle gilt. Wir wollten nicht nur den Warschauer Pakt verschwinden sehen, sondern wir wollen überhaupt keine Militärblöcke mehr, die über die Armeen ihrer Mitgliedsstaaten für Kriegseinsätze verfügen. Wir wollten stattdessen ein kollektives Sicherheitssystem, das alle Armeen bändigt, ob sie nun gegen ihr eigenes Volk oder andere Völker das Feuer eröffnen. Wir wollen weder Waffenexporte noch Unterstützung für Diktaturen, in denen wie in der Türkei ein ganzes Volk geknechtet wird.

    Wissen Sie noch, was in dem Verfassungsentwurf des Runden Tisches stand? Er enthielt viele unserer Forderungen von damals. Prüfen Sie bitte nach, was davon heute Wirklichkeit ist. Erinnern sie sich noch an die Sozialcharta des Runden Tisches? Und erinnern Sie sich daran, warum und auf wessen Veranlassung dies alles beim Einigungsprozess im Papierkorb verschwand. Wir wollten nicht nur mehr Mitbestimmung, wir wollten Teilhabe und Selbstbestimmung. Wir wollten nicht nur die papierne Freiheit, sondern auch soziale Gerechtigkeit. Fragen Sie die vielen Arbeitslosen, fragen sie vor allem auch die Frauen aus der ehemaligen DDR, was sie von der Koexistenz von Meinungsfreiheit und Obdachlosigkeit, von Versammlungsfreiheit und Erwerbslosigkeit, von Reisefreiheit und Sozialhilfebedürftigkeit halten.
    Aber Sie denken heute, wir sollten als Bürger des beigetretenes Viertels bescheidener sein. Dieser Zug zur Bescheidenheit ging uns damals, im Herbst 1989, vollständig ab. Und es wird Zeit, dass wir nicht nur in Neufünfland, sondern in ganz Deutschland diese Unterwürfigkeit abschütteln. Nur wer die Neigung zur Anpassung und das Vertrauen in Parteien und Ministerien, die unsere Angelegenheiten zu unserem Schaden verwalten, überwindet, wird etwas verändern. Auf Sie und viele unserer alten Mitstreiter, die in Amt oder Mandat ihren Frieden mit dem Bestehenden gemacht haben, müssen wir wohl verzichten. Vorerst aber sprechen wir Ihnen das Recht ab, sich auf uns zu berufen, wenn Sie über die Opposition in der DDR sprechen.

    Judith Demba, Bernd Gehrke, Renate Hürtgen, Thomas Klein, Silvia Müller, Sebastian Pflugbeil, Christina Schenk, Reinhard Schult, Bettina Wegner
    Berlin, den 8. 11. 1999 Quelle: http://www.ddr89.de/ddr89/d/brief3.html
    __________________________________________________________________________
    Danke an Granado für den Hinweis s.o.
    —————————————————————————————————————————-
    Hier nochmal Dokumentiert, wie sich drei ehemalige DDR-Oppositionelle zu den Demonstrationen gegen Sozialabbau und gegen Hartz IV äußern, sowie u.a. zu den Vorwürfen von Joachim Gauck:

    Zu den [Anti-Hartz IV-] Montagsdemonstrationen haben wir [Zeitung Express] Bernd Gehrke, Renate Hürtgen und Klaus Wolfram [1] jeweils unabhängig ein paar Fragen gestellt. Alle drei gehörten in der DDR zur Opposition. Erschienen im express, Zeitschrift für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 8/2004.

    Obszönes (Fuß-)volk – Stellungnahmen zu den Montagsdemonstrationen
    (…)

    [Zeitung Express]: Einige ehemalige Bürgerrechtler, wie die CDU-Abgeordnete Vera Lengsfeld oder Joachim Gauck, kritisieren die Demonstrationen ganz ähnlich wie Wolfgang Clement, indem sie behaupten, hier werde die Bürgerbewegung von 1989 »instrumentalisiert«, denn damals sei es um Freiheit gegangen (FAZ, 10. August 2004), während es jetzt um soziale Fragen geht. Pfarrer Christian Führer aus Leipzig sagt dagegen, dass »Teil zwei von 1989 noch aussteht« (FR, 9. August 2004), womit er anscheinend genau diese soziale Fragen von Gleichheit, Gerechtigkeit etc. meint. Was meinst Du dazu?

    Klaus Wolfram: Schon richtig, dass 1989 auf halbem Wege stehen blieb. Vor allem die CDU-Wähler von 1990 hofften, die Arbeit der gesellschaftlichen Erneuerung könnte ihnen abgenommen oder auf dem Geldwege erledigt werden. Mit ihrer Hilfe wurde die andere, klügere Hälfte der ostdeutschen Bevölkerung überstimmt und auch die Stagnation in den alten Teilen der Republik noch einmal verlängert.

    Renate Hürtgen: Eigentlich ist es zum Lachen: Da haben diese Bürgerrechtler die Seiten gewechselt, sind staatsmännisch geworden und haben einfach Angst vor dieser Bewegung. Interessant ist, dass die nicht staatsmännisch Gewordenen – trotz unterschiedlicher politischer Entwicklungen – sich ganz spontan hinter die Demonstranten gestellt haben. Allerdings – und das macht mich ganz verrückt – haben wir als vereinzelte Reste der nichtetablierten Bürgerbewegung bisher keine Signale gesetzt – vielleicht gelingt es noch.

    Bernd Gehrke: Die Behauptung einer »wahren freiheitlichen Montagsdemonstration«, die heute missbraucht würde, ist aus mehreren Gründen reaktionärer ideologischer Quark. Zunächst zeigt der Einwand des Missbrauchs der Montagsdemos ja nur die bornierte konservativ-bürgerliche Freiheitsauffassung, die bloß eine einzige Dimension der Freiheit kennt: die politische von Staatsbürgern mit bürgerlich-demokratischen Grundrechten. Die ökonomische Unterdrückung von Klassen oder die geschlechterhierarchische von Frauen haben diese Leute nicht im Kopf, soziale oder geschlechtliche Emanzipation und auch dem entsprechende weitere Rechte werden als Dimension realer Freiheit ignoriert. Hätten die Bürgerrechtler, die heute die Montagsdemos kritisieren, noch einmal in die UNO-Menschenrechtscharta geschaut, auf die sie sich früher ja berufen hatten, so könnten sie wissen, dass soziale Menschenrechte dort ebenso sehr als Bestandteil der Menschen- und Freiheitsrechte aufgezählt werden. Davon abgesehen, gerieren sie sich heute so borniert und dogmatisch wie die damals von ihnen kritisierte SED-Politbürokratie, die ebenso verblendet zu wissen meinte, was eine »wahre Liebknecht-Luxemburg-Demo« zu sein habe. Im Falle von Vera Lengsfeld ist das geradezu eine witzige Konstellation, sie wurde nämlich wegen ihrer Teilnahme an der Liebknecht-Luxemburg-Demo 1988 und ihrem dortigen Bekenntnis zu Rosa Luxemburgs Credo von der »Freiheit der Andersdenkenden« verhaftet und aus der DDR hinausgeworfen. Außerdem war sie bis 1988 in der linken Gruppe Gegenstimmen, die sich gerade wegen ihres soziale Rechte integrierenden Menschenrechtsverständnisses von dem eher linksliberalen Menschenrechtsverständnis der Initiative für Frieden und Menschenrechte un-terschied.

    Aber mit diesen Leuten heute ernsthaft über deren Ansichten in dieser Sache zu sprechen, lohnt sich nicht – gut bezahlt, etabliert und geschichtsfälschend, wie sie sich präsentieren. Unter dem Aspekt des politischen Schadens für die heutige und künftige soziale Bewegung sowie für die Erinnerungspolitik bezüglich der 89er Demokratiebewegung muss ihre konservative Attacke allerdings öffentlich zurückgewiesen werden. Die Auseinandersetzung sollte nicht nur ihrem reaktionär-bürgerlichen Freiheitsbegriff gelten, sondern auch ihrer Geschichtsklitterung. Der Kampf um Gegenwart und Zukunft ist schließlich immer auch ein Kampf um die Vergangenheit. Diese Leute unterschlagen einfach, für welche Ziele im Herbst 1989 gerade die Bürgerbewegungen und politischen Gruppen aus der Opposition, auch die, denen sie selbst angehört hatten, das Neue Forum und die Grüne Partei der DDR, auf die Montagsdemos gegangen sind: nämlich für eine radikal demokratische und soziale DDR sowie eine »sozial-ökologische Marktwirtschaft« als Alternative nicht nur zur SED, sondern auch zur BRD. Da gab es in mancherlei Hinsicht andere als meine Vorstellungen, aber auf jeden Fall solche, die sich keineswegs auf rein bürgerliche politische Freiheiten beschränkten und zu-dem den heutigen neoliberalen Gesellschaftsvorstellungen konträr entgegengesetzt waren. Der liberal-bürgerliche Flügel des Neuen Forum hatte sich deshalb und wegen des Festhaltens der Mehrheit des Neuen Forum am basisdemokratischen Gedanken der Bürgerbewegung als Alternative auch zu den Parteien als Forumpartei abgespalten und wurde dann ein Teil der FDP. Wirtschaftsdemokratie, eine gemischte Eigentumsstruktur, öko-alternativ-genossenschaftliche und Vorstellungen einer sozialen und ökologischen Regulation des Marktes waren dort fast allgegenwärtig. Man schaue sich auch die Sozialcharta des Runden Tisches an, die schon mit dem Blick auf die kommende Kohl’sche Wiedervereinigung gemacht wurde. Wegen solcher Ziele waren ja auch alle Bürgerbewegungen gegen die damalige Wiedervereinigung, nicht nur die Initiative Vereinigte Linke, der ich angehörte. An diese weit über die Einforderung bürgerlich-demokratischer Rechte hinaus gehenden politischen Ziele der Bürgerbewegungen muss man sich erinnern, um zu verstehen, weshalb Christian Führer, der Pfarrer der Nikolaikirche in Leipzig, meint, dass die soziale Dimension von 1989 noch eingelöst werden und auf die demokratische Revolution nun die soziale folgen müsse. Übrigens hatten sich bereits vor zwei Jahren Dutzende ehemaliger »DDR-Bürgerrechtler« mit ihrer Erklärung »Wir haben es satt« [6] eben in diesem Geiste massiv gegen die unsoziale Politik, aber auch gegen alle anderen gebrochenen Versprechen von Rot-Grün ausgesprochen.

    Dennoch will ich aber auch hervorheben, dass die Äußerungen der oben Genannten auch nicht zufällig sind, denn ein wichtiger Teil der damaligen Bürgerbewegungen hat die Brisanz der sozialen und wirtschaftlichen Fragen schon damals unterschätzt und sein praktisches Interesse auf Stasi und rein politische Aspekte beschränkt. Erwähnt werden muss auch, dass die nächsten Montagsdemos nach der Wiedervereinigung be-reits im März 1991 gegen die Kohl’schen Wahlkampflügen, angedrohte Massenentlassungen und die Steuerlüge entstanden, auf Druck der Leipziger Betriebsräte. Seither gab es immer wieder Montagsdemos, z.B. gegen den Kosovo- oder gegen den Irakkrieg.

    Ich bin sehr froh über Christian Führer und alle Leute aus dem alten Oppositionsspektrum, die die Tradition des Kampfes für eine demokratische Alternative zur stalinistischen Diktatur 1989 mit der heute notwendigen Verteidigung sozialer Rechte verbinden. Das ist doch das Beste, was freiheitlichen Sozialisten schließlich passieren kann, dass in den Köpfen der Menschen heute zugleich das Bewusstsein der eigenen demokrati-schen Revolution auf den Straßen gestern mit den heutigen sozialen und politischen Kämpfen gegen Neoliberalismus und Kapitalismus verbunden wird. Langsam beginnen sich jetzt auch andere »Ost-Bürgerrechtler« unterstützend für die Montagsdemos zu formieren. Die heutigen Montagsdemos sind eine gute Gelegenheit, sich zum 15. Jahrestag der demokratischen Revolution an die Ziele der Bürgerbewegungen von 1989 zu erinnern und sie in die öffentliche Debatte einzubringen.(…)
    Das vollständige Interview unter: http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/aktionen/mon_fussvolk.html

  20. "Der Anti-Gauck": Gespräch mit dem DDR Oppositionellen Hans-Jochen Tschiche Permalink
    2. März 2012 14:16

    Der Anti-Gauck
    Es ist leichter, Bundespräsident zu werden als ein richtiger Oppositioneller zu bleiben. Warum Hans-Jochen Tschiche Joachim Gauck für einen Falschspieler hält
    Ein Gespräch von Jana Hensel. Quelle: Freitag.de
    http://www.freitag.de/politik/1209-der-anti-gauck

  21. »Not tut die Stimme für jene ohne Stimme« Friedrich Schorlemmer über das Amt des Bundespräsidenten Permalink
    2. März 2012 14:45

    Brecht fürs Bellevue »Not tut die Stimme für jene ohne Stimme«
    Der Pfarrer, Bürgerrechtler und Essayist Friedrich Schorlemmer über das Amt des Bundespräsidenten, die demokratische Mitmachkultur und was Staatsoberhaupt und Arbeiterführer verbindet. Quelle: Neues Deutschland (ND)
    http://www.neues-deutschland.de/artikel/219349.brecht-fuers-bellevue.html

    Lieber, endlich das Bundespräsidentenamt abschaffen!!!
    Und endlich die Rätedemokratie und das Räte-Mandat einführen!!! ;-) xxR http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%A4tedemokratie
    http://libcom.org/gallery/gerd-arntz-illustrations

  22. Ni Dieu, Ni Maitre Permalink
    3. März 2012 18:41


    Léo Ferré – Ni Dieu, Ni Maitre

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