Zum Inhalt springen

Emanzipatorisches Spielzeug zur sozialen Revolution

17. Juli 2010

Neben einer beeindruckenden propagandistischen Fülle und Tätigkeit der AnarchosyndikalistInnen und AnarchistInnen während der Revolution in Spanien, finden sich auch heutzutage Zeugnisse dieser herausragendsten Epoche für die arbeitende Klasse im industriellen Zeitalter. Nachdrucke historischer revolutionärer Plakate und schriftliche und visuelle Berichte über die soziale Revolution der Arbeiterinnen und Arbeiter sind durchaus Bekannt. Doch neben Film, Buch und Plakat gibt es weitere Erinnerungsstücke. Oftmals unbekannt und von einem Großteil der verbürgerlichten anarchistischen Szene Deutschlands abgelehnt: Spielfiguren, die Milizionärinnen und Milizionäre darstellen, und die Revolution so auf den Schreibtisch oder wünschenswerter Weise auch in die Kinderzimmer bringen können.

Die Milizfiguren halten Gewehre, bedienen ein Geschütz oder werfen Handgranaten. Es gibt sie aus Hartplastik und sie sind den historischen Vorbildern aus den Milizen von CNT und FAI täuschend echt nachgebildet. Schwierig werden dürfte es nur, diese Figuren in die Finger zu bekommen. Viel einfacher – und mit nur wenig zeitlichem und handwerklichem Aufwand bewerkstelligt – lassen sich Vorlagen aus Papier bearbeiten. Und von diesen gibt es eine ganze Fülle an Motiven, welche die Akteure von Revolution und Bürgerkrieg darstellen. Mujeres Libres, Arbeitermilizionäre von CNT und FAI, Republikanische Soldaten und auch den Feind in Form des Polizisten und Faschisten gibt es. Natürlich war das finanzielle Interesse am Profit ausschlaggebend für die Herstellung dieser Figuren. Doch gleichzeitig zeigt dies auch, das ein relevantes Interesse an ihnen, eine Nachfrage bestand, die den Kapitalisten so groß erschien, das sie die Todfeinde ihres Systems als Spielfiguren produzierten.

Anklicken für Originalgröße. A4-Ausdruck geeignet.

Heute haben wir es durch den technischen Fortschritt einfacher als noch vor wenigen Jahrzehnten. Die farbigen Vorlagen kann man einfach mit einem Farbdrucker ausdrucken. Dann auf Karton kleben und der Umrandung nach Ausschneiden. Den Standsockel nicht vergessen und fertig sind die Zeugen einer großen Zeit! Spielerisch können die Faschisten so bekommen, was sie verdienen. Und falls sie dies Überleben gibt es auch einen Druckbogen mit einem Krankenwagen, der bei Bedarf eingesetzt werden kann.

Die Figuren bieten den Kindern ja vielleicht auch den Anreiz zu Hinterfragen was damals war, für was diese Milizionärinnen und Milizionäre kämpften und in ihnen die wirklichen, realistischen, menschlichen Vorbilder zu sehen, die sie waren, auch wenn diese selbst das wohl aus Bescheidenheit abgelehnt hätten.

Sie können auch als Inspiration für neue Zeichnungen mit frischen Farben und neuen Motiven für Heute dienlich sein.

Der kulturelle und erinnernde Aspekt solcher Miliz-Figuren sollte nicht unterschätzt oder verdammt werden.

Syndikalismus.tk

Druckvorlagen:

Miliz mit CNT-Fahne

CNT-Milizionär

CNT Miliz an der Front

Milizionärin

(Hammer und Sichel lässt sich leicht übermalen). Das Kürzel UHP steht für: Vereinigt euch, Proletarische Brüder (und die Schwestern natürlich auch).

Set -  Kolonne Durruti

Frontkampf an der Aragonfront – mit Krankenwagen

Feinde

1. Der Prügelbulle

2. Der Faschist

Zum Abschluss… ein schönes Panorama

(Hat der MG Schütze nicht eine gewisse Ähnlichkeit mit Helmut Kirschey?)

12 Kommentare Eins hinterlassen →
  1. Kickersfan Permalink
    17. Juli 2010 10:51

    Das ist ja nur geil. Den Durruti bastel ich mir zusammen. Der kommt auf den Schreibtisch. Hm..und den Fascho-Bastard kleb ich ins Klo.

  2. 17. Juli 2010 11:59

    Prädikat:

    Pädagogisch besonders wertvoll.

    Wo habe ich nur die gute alte Bastelschere hingeräumt?
    *kramkramkram*
    Aaah hier.

    *klebstiftsuch*

    … und losgehts

    *druckeranschmeiß*

    HURRAAAAA

  3. 17. Juli 2010 12:14

    Meine Kinder haben das schon und spielen sehr gerne damit. Das ist fei von gesundheitsgefährdenden Stoffen, und Kleinkinder können es nicht verschlucken. Meine Frau hatte die Idee, und seitdem ist es übers ganze Kinderzimmer verstreut. Klar, hab ich zu ihr gesagt, wenn du das dann immer wieder aufräumst, bin ich auch dafür!

  4. 19. Juli 2010 22:14

    Hier das Ganze auf Russisch:
    http://aitrus.info/node/996

  5. Philip Gale Permalink
    20. Juli 2010 12:22

    Das ist ja echt abscheulich wie ihr hier die Waffengewalt abfeiert. Es gibt zahlreiche emanzipative Punkte im Spanischen Bürgerkrieg: Kollektiviertung, Freie Schulen u.s.w.
    Dass sich Menschen bewaffnen müssen, um sich zu verteidigen ist mglw. eine Notwendigkeit. Das aber abzufeiern, als wäre das Gewehr das Symbol der Freiheit ist ja wohl pures Mackertum. Dann nebenbei mit “verbürgerlichte anarchistische Szene” Gewaltfreiheit zu denunzieren, ist ja wohl Beweis genug für des Autors falschverstandene Vorstellung von libertären Ideen. Dann lieber Kleinbürger als Prollanarcho.
    Im übrigen war Hammer und Sichel in den dreißiger Jahren noch ein durchaus gebräuchliches anarchistisches Symbol, was die Einheit von Industrie- und Stadtproletariat symbolistiert, bis es sich die Bolschewiki vollständig an Land gezogen haben.

    Anmerkung Syndikalismus.tk.: Lieber Philip, wenn du Kinder hättest und etwas toleranter wärst, wüßtest du, wie gern die Kleinen mit diesen schönen Motiven spielen.

    • Kolumbian-A Permalink
      20. Juli 2010 15:01

      Lieber Philip,
      Das sich Menschen bewaffnen müssen, um sich zu verteidigen ist NUR möglicherweise eine Notwendigkeit?
      Dann sei dir hier dies gesagt, wir können von Glück reden, dass derzeit unsere Herren Bundesvertretung, Unternehmensverbände , sowie Bänker und Kirchenscharlatane nicht den Gebrauch der Waffe gegen die ArbeiterInnen als mögliche Option sehen (wenn man mal von den mafiösen Strukturen da in Dortmund gegen die NGG absieht). Dies ist vor allem deshalb nicht Notwendig für die Zuvorgenannten, da die ArbeiterInnen schlecht organisiert sind und für ihre Bedürfnisse zu kämpfen – sowohl wirtschaftlich, kulturell als auch sozial – verlernt haben.
      Doch es gab auch andere Zeiten, und in anderen Ländern erst recht, in der die Pistole und das Gewehr durchaus als Moment der Befreiung, zumindestens als legitimes Kampfmittel angesehen wurde. Lies dir die Abel Paz Biografie durch, nach deiner Gutbürgerlichen Moral wäre Durutti ein Massenmörder, seine Gewalt nicht zu verteidigen. Ich tue es aber, da ein mörderischer Unternehmer der Pistoleros organisiert, ein Katholik der gegen die ArbeiterInnen hetzt und ein Militarist, der die Diktatur erkämpft, mMn bekämpft gehört!
      Sollten sie sich einschüchtern lassen? Sollten sie sich gewaltfrei über den Haufen schießen lassen? NEIN!
      Das Gewehr ist kein Instrument zum Aufbau einer neuen Gesellschaft, mit sicherheit nicht, das sind und müssen die Gewerkschaften und Föderationen der ArbeiterInnen sein. Aber, es kann Linderung in bestimmten Situationen schaffen.

      Warum wird von dir Prollanarcho als Negativ Konnotiert benutzt? Das tun doch nur bürgerlich verklärte Pazifismus-Orgiasten!
      Einzig dein Letzter Einwand zu Hammer und Sichel macht Sinn.

      Also lass die Kinder spielen womit sie Spass haben, und geh selbst mal ein wenig spielen.
      Kannst aber auch Blumen gießen gehn…

    • 20. Juli 2010 15:22

      Sssssssssssssssssssswupp

      Womit der Beweis erbracht ist! Es gibt sie wirklich!

    • 22. Juli 2010 22:23

      Philip Gale, Du mich auch ….

  6. Nestor Burma Permalink
    20. Juli 2010 17:07

    Kann mich da dem Kolumbian-A anschliessen. Möchte allerdings zwei Sachen ergänzen:
    1. Niemand soll denken das ein Generalstreik alleine die soziale Revolution eröffnet, durchführt und siegreich beenden kann. Ohne bewaffnete Verteidigung oder Angriff (warum sollten wir nicht angreifen? Ist das etwa was schlimmes?) kann es ganz schnell sein, das Streikende einfach zusammengeschossen werden. Das kam schon öfters vor.
    2. Hammer und Sichel waren in der spanischen Revolution überhaupt keine positiv besetzten Zeichen. Unter Hammer und Sichel wurden die Kollektive und die Freien Schulen aufgelöst. Im Film “Vivir la Utopia” ist das sehr gut anhand des kommunistischen Militärs Lister und seiner Einheit dargestellt. Sicherlich waren Hammer und Sichel 15 Jahre früher ein positives Symbol. Doch ab der Etablierung des leninistischen Systems in der SU sind sie konterrevolutionär und ArbeiterInnenfeindlich.

    PS: Das Mitteklassegesülze von Philip a la Mackertum kann man links liegen lassen. Nicht nur in der span. Revolution griffen Frauen zur Waffe – auch in anderen Zeiten. Und das die Bewegung hierzulande in vielen Teilen verbürgerlicht ist, ist ein Fakt.

    • 21. Juli 2010 02:43

      Danke! Halte Gewehre per se auch nicht für positiv besetzte Symbole, wo sie aber notwendig werden, um Kollegen, Freunde und Genossen zu schützen, schaffen wir sie erst hinterher wieder ab oder machen sie zu … (Zapfhähnen?) – Kann mir allerdings Situationen vorstellen, in denen gaaanz viele Menschen ohne Waffen gegen weniger Menschen mit Knarren im Anschlag gewinnen können, z. B. wenn man vorher deren Anführer unschädlich gemacht hat!! – In den meisten anderen Situationen hilft es, wenn uns einige die Waffenschränke aufschliessen, damit wir ne Chance gegen die Mörder des mörderischen Systems haben, das uns vorher schon auf so verschiedene Arten gekillt hat, wie überhaupt denkbar. Gewaltfrei untereinander ja, dem Feind voll Demut in die Fresse!

  7. 22. Juli 2010 21:53

    BOOOOM BOOOOOOOOM BOOOOOOOOOOOOOOM

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 50 other followers