500 auf revolutionärer 1.Mai-Demonstration in Stuttgart – Brutale Angriffe der Polizei
Die FAU Stuttgart hatte zur Teilnahme an der Revolutionären 1.Mai Demonstration in Stuttgart aufgerufen. Die Polizei ging dort mit großer Brutalität gegen Demonstranten vor. Wir geben hier den Kurz-Bericht der FAU Stuttgart wieder sowie den Erlebnisbericht eines Teilnehmers mit dem Pseudonym Peter Pan, welcher heute auf Indymedia erschienen ist
FAU Stuttgart: 1. Mai in Stuttgart – kurze Nachbetrachtung im „Ticker“-Format
*** ca. 500 Menschen auf Revolutionärer Mai-Demo *** Polizei setzt zu Beginn wegen eines scheinbar zu langen Fronttransparentes massiv Pfefferspray und Schlagstöcke ein *** mindestens 10 Verletzte *** Demonstration wird durchgängig abgefilmt *** BFE provoziert vermummt *** Während einer Zwischenkundgebung wird ein Jugendlicher vom leider ungeschützten Lautsprecherwagen durch BFE in Gewahrsam genommen *** Nach der Abschlusskundgebung werden die abziehenden Demoteilnehmer erneut von BFE-Trupps und von Regulären angegriffen *** Eine weitere Ingewahrsamnahme *** Anschließendes Fest im Generationenhaus verläuft ruhig, Polizei zieht sich zurück *** Peter Grohmann tritt auf, eine HipHop-Combo, es gibt VoKü und ausklingend schließlich gute Laune.
Übernommen von der Homepage der FAU Stuttgart
Übergriffe und massiger Schlagstock und Tränengaseinsatz. Zur Revolutionären 1 Mai Demo in Stuttgart.
Bericht von Peter Pan auf Indymedia
Meine Bahnfahrt lass ich mal weg, also am Marktplatz angekommen war deutlich weniger Polizei zu sehen als die Demos davor. Lediglich 2 Zivis ,3 Wannen und 3 Pferde hielt sich also ziemlich in Maßen . Da uns eine DGB Demo mit Klassenkämpferischem Block vorraus ging , warteten wir auf die Rückkehr der Leute die an diesem Block teilnahmen um dann loszulaufen. Der Start verzögerte sich hierdurch um ca 20 Minuten, als der Block schließlich lautstark und Parolen rufend eintraf , wurde vom Lauti zur Aufstellung aufgerufen. Bereits kurz nach diesem Aufruf , wurden die Fronttranspiträger gestoppt (Das Fronttranspi wurde von der Mitte des Platzes an den Rand verlegt, dass sich der Demozug bilden konnte),mit der Begründung ,dass das Fronttranspi zu lang sei.
Das Fronttranspi war länger als sonst ,aber keine 4m lang wie behauptet, man bot uns an, das Transpi in der Mitte zu zerschneiden um der Polizei weiterhin den Zugriff auf die vorderen Reihen zu gewährleisten. Es wurde damit argumentiert, dass die Polizei sich heute zurückhalte und man das Transpi auch nicht beschlagnamen wolle. Nach einer kurzen Disskusion entschieden wir uns trotzdem loszulaufen ,da dies eindeutig eine Schikane war ,welche die Erwartung der angeblichen Zurückhaltung der Polizei ,wie erwartet zu nichte machte. Der Demonstrationszug bog nun in die erste Seitenstraße, in welcher uns eine Straßensperre aus Bereitschaftspolizisten erwartete, diese standen in 4 Reihen und blockierten die komplette Straße. Laustarke Parolen drückten unseren Unmut über die Blockade und die vorhergehende Schikane aus. Nun setze man zu einer kurzen Sprinteinlage an um zu zeigen, dass wir uns in unserer Demonstration nicht behindern lassen wollten. An der Blockade angekommen, bemühte man sich weiterzulaufen, was jedoch durch extremen Schlagstockeinsatz auf die vorderen Reihen unterbunden wurde. Wahllos wurde geprügelt, ebenfalls wurde in jegliche Körperzonen geschlagen, Bauch, Nieren, Kopf und Genitalberreich wurden mit Schlagstöcken traktiert. Es wurde keine Rücksicht auf sich zurückziehende Personen genommen Polizisten preschten vor und setzen mit Schlagstöcken nochmals nach. Man bemühte sich darum ,sich dadurch nicht einschüchtern zulassen und setze erneut zu einem Versuchen des Vorankommens an.
Aus der rechten Seitenstraße strömten nun Robocops in voller Kampfmontur zur Blockade, nach einer erneuten Lautsprecherdurchsage, welche uns zum entfernen des Transpis aufforderte, ging alles relativ schnell. Die nicht gepanzerten Bereitschaftspolizisten stürmten vor und begannen uns das Transpi zu entreißen, da man dieses nicht aufgeben wollte, setze man alles daran es festzuhalten. In diesem Tumult stürzten sich nun die Robocops, welche sofort begannen, wahllos in die Menge zu Schlagen, hierbei wurde noch massiver vorgegangen als beim ersten Angriff. Es wurde noch härter zugeschlagen und aus nächster Nähe wurden etliche Behälter Tränengas auf den vorderen Bereich des Demozuges versprüht.
Aus weniger als einem Meter Entfernung wurde uns dieses direkt ins Gesicht und in die Augen gesprüht, viele brachen dadurch zusammen und lagen auf dem Boden. Als wäre dies nicht genug, setzen die Robocops nach und prügelten weiter auf die Leute ein. Da Ich in der ersten Reihe stand, wurde mir direkt in die Augen gesprüht , ich und die anderen die Opfer dieses Angriff geworden waren, bemühten sich so schnell wie möglich wegzukommen. Direkt wurde uns durch umstehende Personen geholfen und wir wurden mit Wasser für die Augen versorgt, noch ziemlich benommen vom Tränengas, machten mich andere Teilnehmer darauf aufmerksam, dass meine Nase stark blutete und brachten mich aus der ”Gefahrenzone”. Die Polizei begann nun den Platz zu kesseln, weshalb ich mich ich mich aufgrund meiner schmerzenden Augen und meiner blutenden Nase vom Ort des Geschehens entfernte.
Ich gehe davon aus, dass weitere Berichte und Bilder folgen werden.
Der Beitrag erschien hier auf Indymedia
Siehe auch Mobilisierungshomepage für die revolutionäre 1. Mai Demo in Stuttgart
















Krass! Solche Drangsalierereien durch die Polizei würden sich die Protestierenden in keinem anderen europäischen Land gefallen lassen, mit der Ausnahme Italiens vielleicht, aber nur dann, wenn zuwenig Leute da sind um das Transparent zu verteidigen!
Pfeffereinsatz und BFE sind in Stuttgart seit geraumer Zeit Normalzustand bei Demos. Ob das nun friedliche Studi- oder revolutionäre Mai-Demos sind. Die Cops sind überaggressiv und seit Mappus in BaWü Ministerpräsident ist, wird verstärkt gegen linke Gruppen in BaWü vorgegangen. Die Lokalpresse blendet das gewohntermaßen aus, allen voran die StZ. Die hat es sich zur Angewohnheit gemacht, nur noch unkommentiert Polizeiberichte abzudrucken. Ich erwarte zwar keine “Schützenhilfe” von der bürgerlichen Presse, dennoch wird die Situation in und um Stuttgart eskalieren – und wem das dann am Ende nützt, dürfte klar sein…. leider