Deutsche Erstveröffentlichung: Rudolf Rocker – „Anarcho-Syndikalismus“
Rudolf Rockers „Anarcho-Syndikalismus“ wurde im Jahre 1937 auf Drängen Emma Goldmans verfasst. Zur Unterstützung der spanischen Sozialen Revolution, die von einer Millionen ArbeiterInnen umfassenden anarcho-syndikalistischen Bewegung getragen wurde, sollte eine Schrift aufgelegt werden, die der nicht-spanischen Öffentlichkeit erklären sollte, was Anarcho-Syndikalismus ist, und welche Ziele er verfolgt. Was lag näher, als einen der profundesten Theoretiker und Organisatoren der Bewegung selber dazu zu Wort kommen zu lassen? In der ihm eigenen leicht verständlichen Darstellung verfasste Rudolf Rocker in kürzester Zeit diesen umfassenden, grundsätzlichen Text. Obwohl dieser Text bereits zahlreiche Neuauflagen in anderen Sprachen (z.B. in Spanisch und Englisch) erfuhr, wurde er bislang in Deutschland nicht publiziert. Die vorliegende Ausgabe von Syndikalismus.tk ist damit die deutsche Erstveröffentlichung.
Inhaltsverzeichnis
Rudolf Rocker: Anarcho-Syndikalismus
Kapitel 1: Der Anarchismus: Ziele und Richtungen
Kapitel 2: Das Proletariat und der Beginn der modernen Arbeiterbewegung
Kapitel 3: Vorläufer des Syndikalismus
Kapitel 4: Die Bestrebungen des Anarcho-Syndikalismus
Kapitel 5: Die Methoden des Anarcho-Syndikalismus
Kapitel 6: Die Entwicklung des revolutionären Syndikalismus
Syndikalismus.tk bietet drei Varianten zum Download. Die erste, 92-Seiten umfassende Leseversion enthält alle sechs Kapitel. Da sie zum Ausdrucken zu umfangreich ist, bieten wir die Broschüre als jeweils als 48-Seitige Druckfassung in zwei Teilen an. Diese Ausgaben sind zum Ausdruck aus der PDF-Datei im Format A5, z.B. in einem Copy-Shop geeignet.
Lest und Verbreitet die anarcho-syndikalistische Presse !
Download hier:
Rudolf Rocker: Anarcho-Syndikalismus (vollständige Leseversion)
Rudolf Rocker: Anarcho-Syndikalismus (Druckfassung 1 – Kapitel 1-3)
Rudolf Rocker: Anarcho-Syndikalismus (Druckfassung 2 – Kapitel 4 -6)















Voll geil, danke!
toll,habe ich mir gleich runtergeladen,
und ein hoch auf emma goldmann natuerlich auch
gruss regido
Vielen Dank!
Wie lange habe ich auf eine deutsche Übersetzung dieses Werkes von Rudolf Rocker gewartet. In einer Zeit, in der eine kleine Minderheit von Vulgärmarxisten in syndikalistischen Zusammenhängen versucht die theoretischen Grundlagen des Anarcho-Syndikalismus zu zerstören, sich zu selbsternannten Cheftheoretikern der syndikalistischen Bewegung aufspielt und einen vulgärmarxistischen Syndikalismus auf der Grundlage von „materialistischer Geschichtsauffassung“ und „Basis-Überbau-Modell“ zu etablieren versucht, können die Werke von Rudolf Rocker nicht hoch genug geschätzt werden. Sie bieten ein Bollwerk gegen vulgärmarxistische Sektiererei und gegen jede Weltanschauung, die auf dem Fanatismus eines Faktors beruht, sei es der ökonomische oder irgendein anderer. Rudolf Rockers Werke zeigen, was den Anarcho-Syndikalismus von vielen anderen klassenkämpferischen Richtungen unterscheidet: ökonomischer Kampf ohne beschränktes ökonomistisches Weltbild, Wertschätzung für alle kulturellen Errungenschaften der Menschheit und den Kampf dafür diese allen Menschen zugänglich zu machen, anstatt darin bloße „Überbauphänomene“ der jeweiligen Produktionsweise zu sehen und das Primat von freiem Denken und rationaler Diskussion ohne die Kritikimmunisierungsstrategien und Denkverbote des „Historischen Materialismus“.
Nieder mit dem Vulgärmarxismus!
Es lebe die Anarchie!
das war abba jetzt sehr theoretisch
gruss regido
Ich versteh genau was du meinst. Die marxistischen Ober-Akademiker in dem größten AS-Verein der BRD nerven mich auch an und sind ein Grund dafür das ich dort nicht Mitglied bin.
Es gibt immer wieder krampfhafte Versuche Marx als libertär zu verklären, dazu gibt es einen lesenswerten Artikel.
http://www.trend.infopartisan.net/trd1299/t161299.html
@ Anarchosyndikalist
Der Text über die Kritik an der Konstruktion des „libertären Marx“ gefällt mir gut, (ich hatte ihn übrigens schon vor Monaten gelesen, als Du mich damals auf den Text hingewiesen hattest). Besonders treffend finde ich den Satz: „Ebensowenig wie sich das Universum um die Erde dreht (wie es uns die Kirche einreden wollte), dreht sich das Leben um die Ökonomie (wie es uns die Kapita-Listigen und die Staatskapita-Listigen einreden wollen).“
Marx war ein ausgezeichneter Wirtschaftswissenschaftler und von seiner Kapitalismusanalyse und -kritik können Libertäre in der Tat Wichtiges lernen (und sollten dies m.E. auch tun), aber als Geschichts- und Sozialphilosoph war Marx erbärmlich und sein Einfluss in höchstem Maße schädlich. Meiner Ansicht nach hat kaum etwas mehr Schaden in der sozialistischen Bewegung angerichtet wie „Basis-Überbau-Modell“, „materialistische Geschichtsauffassung“, „Das Sein bestimmt das Bewusstsein“, „Dialektischer Materialismus“ und ähnlicher Schrott. Nicht nur, dass dieser ganze Müll in letzter Instanz bürgerlichen Ursprungs ist, (den Ökonomismus als Weltanschauung hat Marx von bürgerlichen Ökonomen übernommen), diese Konzeptionen waren neben der „Diktatur des Proletariats“ in ihrer leninistischen Interpretation als Parteidiktatur auch die wesentliche ideologische Legitimationsgrundlage für fast alle Verbrechen der staatskapitalistischen Modernisierungsdiktaturen sowie für ihre Unterdrückung von Wissenschaft, Philosophie und jeglichem freien Denken.
Anarchisten versuchten den gesellschaftlichen Fortschritt stets durch Alphabetisierungskampagnen zu fördern, Marxisten-Leninisten hingegen durch brutale Zwangsindustriealisierungen, die zahllose Opfer forderten, entsprechend ihrer Maxime dass das Sein das Bewusstsein bestimmt. Da „materialistische Geschichtsauffassung“, „Basis-Überbau-Modell“ usw. auch im Lichte des wissenschaftlichen Forschungsstandes in Ethnologie, Soziologie und Geschichtswissenschaft völlig unhaltbar sind, sollte mensch eigentlich meinen, dass sie längst auf den Müllhaufen der Ideengeschichte gewandert seien, aber nein, sie feiern fröhliche Auferstehung wo sie am wenigsten geduldet werden dürfen, in den klassenkämpferischen Flügeln der libertären Bewegung. Eine winzige Minderheit vulgärmarxistischer Pseudo-Intellektueller versucht ihren Murx der anarcho-syndikalistischen Bewegung als den „wahren Syndikalismus“ unterzujubeln. Wenn das jemals gelänge, dann wäre der Rückweg in die sektiererische Sackgasse, aus der sich die syndikalistische Bewegung in Deutschland Schritt für Schritt gerade herausarbeitet, unvermeidlich.
Der Anarcho-Syndikalismus sollte stets offen sein für alle theoretischen und praktischen Errungenschaften und Erkenntnisse aller philosophischen und wissenschaftlichen Strömungen und sozialen Bewegungen – auch der marxistischen – aber ohne dass die eigenen theoretischen Grundlagen irgendeinem wissenschaftlich unhaltbaren Fanatismus eines einzelnen Faktors geopfert werden.
Der libertäre Sozialismus ist anschlussfähig an soziologische, ökonomische, kulturwissenschaftliche, psychologische, biologische usw. Erkenntnisse, er ist universell integrativ, aber jeglicher weltanschauliche Reduktionismus ist ihm fremd. Als Anarchosyndikalist habe ich die Möglichkeit konsequent Klassenkampf zu betreiben, ohne ein einseitiges, reduktionistisches, sektiererisches ökonomistisches Weltbild haben zu müssen, wie in so vielen marxistischen Gruppierungen – ökonomischer Kampf ohne beschränktes ökonomistisches Weltbild. Diese Möglichkeit in völliger geistiger und persönlicher Freiheit klassenkämpferisch tätig zu sein, ist ein Privileg, dass spezifisch ist für unsere Bewegung. Wir sollten stolz darauf sein und den Vulgärmarxisten, die uns dazu zwingen wollen, die ganze Welt nur aus einer einzigen Perspektive zu betrachten selbstbewusst und entschlossen eine Absage erteilen.
Zwei schöne Zitate von Rudolf Rocker aus „Sozialdemokratie und Anarchismus“ zum Abschluss:
http://www.anarchismus.at/txt1/rocker3.htm
„Der Anarchismus, d.h. diejenige Richtung in der Gedankenwelt des
Sozialismus, die der Sozialdemokratie am unversöhnlichsten gegenübersteht,
geht in seinen Anschauungen über die gesellschaftlichen Zustände und die
Stellung des Menschen in der geschichtlichen Entwicklung von anderen
Voraussetzungen aus. Seine Anhänger verkennen keineswegs den mächtigen
Einfluß der ökonomischen Verhältnisse auf den allgemeinen
Entwicklungsprozeß des gesellschaftlichen Lebens, doch lehnen sie die
einseitige und fatalistische Fassung, in der Marx diese Erkenntnis zum
Ausdruck brachte, ab.“
„Für die Anhänger des Anarchismus sind die Formen des Staates und der
Gesetzgebung nicht lediglich der politische Überbau der ökonomischen
Struktur der Gesellschaft, sind Ideen, Rechtsbegriffe und andere
menschliche Bewußtseinsformen, nicht einfach Produkte des jeweiligen
Produktionsprozesses, sondern bestimmte Faktoren des menschlichen Geistes,
die zwar in ihrer Entwicklung von den ökonomischen Verhältnissen
beeinflußt werden, die aber in derselben Zeit zurückwirken auf die
ökonomischen Bedingungen in der Gesellschaft. Dadurch entsteht eine
unendliche Serie von Wechselwirkungen, so daß es vielfach ganz unmöglich
ist, einen bestimmten Grundfaktor festzustellen. Man kann alle diese
Erscheinungsformen als materielle betrachten und mit Proudhon der Ansicht
sein, dass jedes Ideal einer Blume vergleichbar ist, deren Wurzeln in den
materiellen Lebensbedingungen zu finden sind. Aber in diesem Falle sind
die ökonomischen Verhältnisse nur ein Teil der allgemeinen materiellen
Verhältnisse; sie bilden nicht die eiserne Grundlage, die den
Entwicklungsprozeß aller anderen gesellschaftlichen Lebenserscheinungen
ü b e r h a u p t bestimmt, sondern sind vielmehr derselben ununterbrochenen
Wechselwirkung unterworfen wie alle anderen Faktoren des materiellen
Lebens.“
Huhu, wer denkt “Hab ich doch schon”.
Nein, nein, nein….
Das ist nicht der Kurztext “Anarchismus und Anarchosyndikalismus” von Rocker, den es auch im Netz gibt.
Dies ist ein besserer und ausführlicher Text von Rocker…tolle Arbeit, danke dafür!
„Ja, ist denn schon wieder Weihnachten“
Erst Folkert und jetzt Ihr, eh danke.
wow, druck ich mir aus!
Komm gerade von der Arbeit und dann das…Super! Jetzt gibts ein Licher und einen geilen Text. Danke dafür.
schoin´Dank!! Voll cool, freufreu!!
ich druck mir das ganz subversiv und arbeitgeberschädigend heute in der nacht schicht aus, dank sei euch für dieses kleinod!
Liebe Genossen, da ist euch ein Glanzstück anarchosyndikalistischer Theorie gelungen. Es hilft auch, revisionistische Ansätze eines Rüdiger oder Santilian zu bekämpfen!
Man sollte die Kollektive Verbreitung organisieren!
Ich hoffe euch wird kein Prozess anhängig
Für die Freie Vereinigung aller Arbeiter und Arbeiterinnen in selbstgeschaffenen, anarchosyndikalistischen Strukturen!
Ein hoch auf die Arbeitsbörsen!
ich zünd für euch ne kerze an. irgendwo. danke!
Zieht ihr euch Speed rein, oder tippt sich das von alleine???Da ziehe ich meinen Hut und mich jetzt in die Lektüre des Textes zurück…..
Im Copyladen kann man problemlos die ganzen 92 Seiten ausgedruckt Klammerheften lassen, die Justierung ist erst bei 100 Seiten begrenzt (hat meine nette Copyladenarbeiterin auch schon mal “ausnahmsweise” überschritten)
Grossartig! Weiter so! Es ist dreist, dass dieser Text unserer Bewegung so lange vorenthalten wurde. Es ist ein schönes Beispiel, wie man den anarcho-syndikalistischen Ansatz in leicht verständlicher Form – und dennoch alle wichtigen praktischen und historischen Fakten enthaltend – vermitteln kann. Ein riesiges Dankeschön! Es ist eine echte Hilfe – und eine Schande, dass er so lange im stillen Kämmerlein geschlummert hat – wie so viele Rocker Texte – einschließlich seiner unübertroffenen Memoiren – es bis heute tun.
@glouton
Ein kleiner Teil von Rudolf Rockers Memoiren ist 1974 im Suhrkamp Verlag unter dem Titel “Aus den Memoiren eines deutschen Anarchisten” erschienen. Zwar ist das Buch im normalen Buchhandel vergriffen, aber im Antiquariatsbuchhandel finden sich noch mehrere Exemplare, z.B. bei:
http://www.eurobuch.com/
und
http://www.zvab.com/index.do
Sehr schönes und lesenswertes Buch, aber wie gesagt, leider nur eine Auswahl aus seinen gesamten Memoiren.
Sehr gut ist außerdem auch die Rudolf Rocker Biographie von Peter Wienand:
“Der geborene Rebell. Rudolf Rocker. Leben und Werk.” Äußerst kenntnisreich und mit großer Sympathie für Rocker geschrieben, leider auch nur noch antiquarisch zu kriegen.
@Markus: Danke, diese hab ich auch bereits durchgelesen. Es ist eine sehr kleine Auswahl – auch wenn sie einen gewissen Einblick verschaffen kann. Aber im Vergleich zum Gesamtvolumen fehlt die Geschlossenheit der Darstellung – welche einzigartig ist. Das schräge ist, dass sie nicht veröffentlicht werden, obwohl die Möglichkeit dazu vorhanden ist. Aber es gibt halt Leute, die auf angeblich “ihren” Sachen sitzen und nicht aus dem Knick kommen.
ob die das im Kopieladen machen? was das wohl kostet?
Anmerkung Syndikalismus.tk: Informieren und Fragen macht Schlau
Hab mir die beiden Hefte letzte Woche im Copyshop ausdrucken und heften lassen. Hab zusammen 6 EUR gezahlt. Ok, nicht ganz billig, aber das ist es mir Wert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Sieht Spitze aus, der Satz und der Umschlag. Ist auch ein schoenes Geschenk fuer Freunde. Also: Lob an dieser Stelle fuer syndikalismus.tk.
Muß ich auch sagen: Prima Text!